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22.03.2013

11:18 Uhr

Ifo-Geschäftsklimaindex

Stimmung in den Unternehmen trübt sich ein

Das Chaos um Zypern und Italien macht sich auch in der Stimmung der deutschen Wirtschaft bemerkbar - sie ist deutlich gedämpft. Doch für Ifo-Präsident Sinn ist das kein Grund für Pessimismus.

Dunklere Wolken über der deutschen Wirtschaft

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BerlinDie Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft hat sich im März überraschend eingetrübt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex fiel um 1,0 auf 106,7 Punkte, teilte das Münchner Ifo-Institut am Freitag mit. Damit endete eine Serie von vier Anstiegen in Folge. Von Reuters befragte Ökonomen hatten erwartet, dass das Barometer auf 107,6 Zähler zulegen würde. Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn sieht trotzdem keinen Grund für Pessimismus: "Die deutsche Wirtschaft behauptet sich mit einer guten Binnenkonjunktur in schwierigem Umfeld". "Man sollte das nicht überinterpretieren. Das ist noch keine Trendumkehr", sagte Ifo-Konjunkturexperte Klaus Wohlrabe der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag.

Die 7000 befragten Manager bewerteten die Aussichten für die kommenden sechs Monate schlechter: Das Barometer fiel um 0,7 auf 103,6 Punkte, während Ökonomen mit einem Anstieg auf 104,9 Punkten gerechnet hatten. Die Lage wurde ebenfalls schlechter bewertet. Dieser Index gab um 0,3 auf 109,9 Zähler nach, womit die Analystenprognose von 110,4 Zählern verfehlt wurde.

Die deutsche Wirtschaft war überraschend schlecht ins Jahr gestartet. Die Industrieaufträge fielen im Januar überraschend um 1,5 Prozent, weil vor allem aus den kriselnden Euro-Staaten weniger Bestellungen kamen. Die Unternehmen drosselten deshalb ihre Produktion um 0,2 Prozent. Auch das Wahlchaos in Italien und die ungelöste Zypern-Krise dürften die Stimmung belasten. Die Bundesbank erwartet trotzdem ein Anziehen der Konjunktur. "Der zögerliche Start in das Jahr 2013 stellt nicht die Perspektive einer konjunkturellen Belebung der Wirtschaftstätigkeit infrage", schrieb sie in ihrem aktuellen Monatsbericht.

Die neuen Wachstumsmärkte der deutschen Exporteure

Malaysia

Fast fünf Prozent Wachstum jährlich werden dem aufstrebenden Land bis 2025 vorausgesagt. Im gleichen Zeitraum könnte sich das Bruttoinlandsprodukt verdoppeln. Ein Grund dafür ist die wachsende Wettbewerbsfähigkeit. Im internationalen Standort-Vergleich des World Economic Forum belegt Malaysia Platz 25, knapp hinter Deutschlands wichtigstem Handelspartner Frankreich (21), aber noch vor China (29) und Italien (42). "Malaysia ist eine der offensten Volkswirtschaften der Welt", lobt das Prognos-Institut.

Indonesien

Das muslimisch geprägte Land lockt mit einem riesigen Binnenmarkt: Indonesien ist gemessen an der Bevölkerung die Nummer vier der Welt. 240 Millionen Einwohner leben hier. Bis 2060 wird Indonesien zur sechstgrößten Volkswirtschaft der Welt aufrücken und Deutschland überholen, sagt die Industriestaaten-Organisation OECD voraus. "Das rohstoff- und bevölkerungsreiche Land wird 2012 und 2013 um mehr als sechs Prozent wachsen", prognostiziert der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK). "Die Wirtschaft des Inselreichs profitiert von niedrigen Zinsen und einer niedrigen Inflation."

Kolumbien

Reiche Rohstoffvorkommen von Kohle über Öl und Gold bis zu Seltenen Erden, die Öffnung der Volkswirtschaft und nicht zuletzt eine deutlich verbesserte Sicherheitslage durch die Friedensgespräche mit den marxistischen FARC-Rebellen lassen auch hier ein jährliches Wirtschaftswachstum um die fünf Prozent erwarten. Für die Weltbank zählt Kolumbien zur Spitzengruppe in den lateinamerikanischen Staaten, wenn es um den Schutz geistigen Eigentums und Regulierung geht. "Das Land wird damit für ausländische Investoren interessanter", so der DIHK. Zusätzliche Impulse kommen von dem in Kraft getretenen Freihandelsabkommen mit der Europäischen Union. Der DIHK hält deshalb sowohl bei den Importen als auch bei den Exporten Steigerungsraten von mehr als 20 Prozent für möglich.

Peru

Noch mehr Wachstum wird Peru vorausgesagt: Sechs Prozent kann die Wirtschaftsleistung dort pro Jahr zulegen. Auch Peru hat ein Freihandelsabkommen mit der EU unterzeichnet und verfügt über viele Rohstoffe. Der DIHK hält deshalb ein Ausweitung des Handels um mehr als 20 Prozent für möglich. Besonders gefragt sein dürften Fahrzeuge. Dieser Markt lockt dem Prognos-Institut zufolge mit jährlichen Steigerungsraten von sieben Prozent.

Tunesien

Das World Economic Forum hält Tunesien, wo der arabische Frühling begann, für das wettbewerbsfähigste Land Afrikas. "Zu den größten Pluspunkten gehören die geografische Nähe zu Europa, eine belastbare Infrastruktur sowie die günstigen Lohnkosten", betont das Prognos-Institut. "Das Bildungssystem ist im regionalen Vergleich gut ausgebaut. Zudem haben zahlreiche Tunesier im Ausland studiert."

Vietnam

Schon jetzt zählt das asiatische Land mehr Einwohner als Deutschland, 2025 sollen es fast 100 Millionen sein. "Die konsumfreudige und zunehmend kaufkräftige Bevölkerung verspricht ein gewaltiges Absatzpotenzial: In kaum einem anderen Land Asiens wächst die Mittelschicht schneller als in Vietnam", so das Prognos-Institut. Mehr als sechs Prozent jährlich soll das Bruttoinlandsprodukt zulegen. Vietnam verfügt über unzählige billige Arbeitskräfte. Viele Unternehmen haben ihre Produktion deshalb schon aus dem teurer werdenden China in das Nachbarland verlagert.

Hans-Werner Sinn, Präsident des Ifo-Instituts, sagte dem Sender N-TV: „Im Frühjahr ist sehr viel Kapital von Deutschland ins Ausland geflossen, eben auch ein bisschen nach Zypern. Dass tat uns ja nicht gut. Jetzt in der Krise kriegen die Kapitalanleger kalte Füße und investieren das Geld zu Hause in Deutschland." Vor allem wirke sich das positiv auf die Baubranche aus.

"Zypern-Krise hat nicht auf den ifo-Index gewirkt"

Video: "Zypern-Krise hat nicht auf den ifo-Index gewirkt"

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Kommentare (5)

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Account gelöscht!

22.03.2013, 10:16 Uhr

Mich kann nichts beunruhigen. Selbst der Vogelkot auf der Frontzscheibe meines Privatjets beim Flug ins Büro heute Früh, lässt mich völlig kalt.

Gast

22.03.2013, 10:22 Uhr

Da waren ja die 4 Anstiege in Folge für die Katz.Der ganze Befragungskram ist nicht mehr aussagefähig.

shit

22.03.2013, 10:23 Uhr

...das kann doch nicht sein! Schlagzeile lautete doch

Ifo-Index wird wohl weiter steigen
21.03.2013, 21:13 Uhr (dpa-AFX)

München (dpa) - Die Stimmung in den Chefetagen deutscher Firmen dürfte im März weiter gestiegen sein. Experten erwarten, dass der ifo-Index das fünfte Mal in Folge wachse...

Was sind denn das für Hilfsexperten? Habe gestern im Vorgriff auf diese garantierte Zusage von Experten eingekauft....

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