Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

26.03.2012

11:39 Uhr

Ifo-Geschäftsklimaindex

Wirtschaftsstimmung hellt sich weiter auf

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im März verbessert - zum fünften Mal in Folge. Doch der Ifo-Geschäftsklimaindex hat nicht nur gute Nachrichten in petto, das gilt vor allem für die Industrie.

Ifo-Index: Wirtschaft in bester Stimmung

Video: Ifo-Index: Wirtschaft in bester Stimmung

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

München/BerlinDie Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im März zum fünften Mal in Folge verbessert. Der Ifo-Geschäftsklimaindex, der wichtigste Gradmesser für die deutsche Konjunktur, stieg von 109,6 Punkten im Februar auf nun 109,8 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut mit.

„Der Schwung lässt etwas nach“, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Der Anstieg der Erwartungen sei schwächer geworden, und die Geschäftslage habe sich nicht weiter verbessert. Seit November erholt sich das wichtige Stimmungsbarometer trotz der Unsicherheiten durch die Euro-Schuldenkrise und einem schwächeren Wachstum.

Beobachter hatten mit einem Anstieg auf 109,7 Punkte gerechnet, von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten wiederum hatten einen unveränderten Wert erwartet. Zuletzt hatten überraschend schlechte Daten zur Industrie die Fachwelt aufgeschreckt.

Das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer kletterte damit bereits den fünften Monat in Folge. Die Manager schätzten die Aussichten für die kommenden sechs Monate besser ein. Dieses Barometer stieg auf 102,7 von 102,4 Punkten. Die Geschäftslage wurde genauso beurteilt wie im Vormonat: Dieser Index verharrte bei 117,4 Zählern.

Für die Erhebung befragt das Ifo-Institut monatlich etwa 7.000 Firmen, nach ihrer aktuellen Lage und ihren Erwartungen für die nächsten sechs Monate.

Fachbegriffe zum Thema Lohn

Inflation

Als Inflation bezeichnet man eine Geldentwertung (Sinken des Geldwertes), die sich durch Steigen des Preisniveaus für Endprodukte (Konsumgüter, Investitionsgüter) ausdrückt. Nach klassischer Theorie entsteht eine Inflation durch anhaltende überhöhte Güternachfrage über das gesamtwirtschaftliche Güterangebot hinaus. Erfahrungsgemäß geht sie mit einer Erhöhung der umlaufenden Geldmenge und/oder der Umlaufgeschwindigkeit des Geldes einher. Die Höhe der Inflation wird durch die Inflationsrate ausgedrückt.

Phillipskurve

Graphische Darstellung des Zusammenhangs zwischen Preissteigerungsrate und Beschäftigungsgrad in einer Volkswirtschaft. Sie behauptet, dass mit steigender Beschäftigung auch das Preisniveau steigt. Die ursprüngliche Phillipskurve führt auf den britischen Ökonometriker A.W. Phillips (1958) zurück, sie beschreibt den negativen Zusammenhang zwischen Unterbeschäftigung und der Änderungsrate des Nominallohnsatzes. Er bewies damit, dass bei geringerer Arbeitslosigkeit die Nominallöhne der Arbeiter steigen und umgekehrt (Großbritannien 1861 - 1957). Seine Überlegungen gingen dahin, dass die Arbeitnehmer bei einem hohen Beschäftigungsstand, eine höhere Verhandlungsmacht haben, und dadurch höhere Löhne durchsetzen könnten (keynesianische Erklärung), dies geschieht allerdings nur einseitig und kann nicht umgekehrt verstanden werden. Im Laufe der Zeit wurden mehrfach Modifikationen an der Phillipskurve vorgenommen.

Reallohn

In der Volkswirtschaftslehre ist der Reallohn ein Maß für die Kaufkraft. Er stellt die Höhe der Arbeitsentgelte unter Berücksichtigung der Geldwertentwicklung dar. Für einen Arbeitnehmer ist somit nicht unbedingt die absolute Höhe seines Lohns oder Gehalts bedeutsam. Entscheidend ist vielmehr die Kaufkraft, also die Güter- und Leistungsmenge, die er für sein Einkommen kaufen kann.

Reservationslohn

Dies ist die Bezeichnung für den Lohn für Arbeit, zu dem ein Arbeitnehmer gerade noch bereit ist, seine Arbeitskraft anzubieten. Wenn der angebotene Lohn unter dem Reservationslohn liegt, so wird der Arbeitnehmer keine Arbeitskraft mehr anbieten. Freizeit stellt für den Arbeitnehmer ein ökonomisches Gut dar und deshalb muss er abwägen zwischen denjenigen Gütern, die er für den Lohn erwerben könnte und der Freizeit, die er für die Lohnarbeit opfern muss. Wird ein Lohn in Höhe des Reservationslohns angeboten, so ist der Arbeitnehmer indifferent zwischen der Arbeitsaufnahme und der Freizeit. Eine Arbeitsaufnahme kann also nur bei einem Lohnangebot größer oder gleich dem Reservationslohn erwartet werden.

Rezession

Die Rezession ist eine Abschwungphase der Konjunktur. Dieser wirtschaftliche Abschwung ist oftmals auf anhaltende Kursverluste an der Börse (Baisse) zurückzuführen. Die Rezession ist eine abgeschwächte Form der wirtschaftlichen Depression, doch entwickelt sich im allgemeinen weniger dramatisch. Rückgang des saisonbereinigten realen BIP in mindesten zwei aufeinander folgenden Quartalen. Zur Messung werden die Werte mit dem jeweiligen Quartal des Vorjahres verglichen. Eine Rezession ist an der Abschwächung der Hochkonjunktur, der schlechten Beurteilung der Wirtschaftslage, der sinkenden Nachfrage, an überfüllten Lagern, den Abbauc von Überstunden und der beginnenden Kurzarbeit, sowie fehlenden Investitionen, der teilweisen Stilllegung von Produktionsanlagen und den stagnierenden bzw. sinkenden Preisen/ Löhne oder Zinsen zu erkennen.

Tarifvertrag

Arbeitgeber oder Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften schließen einen schriftlichen Tarifvertrag, um die Rechte und Pflichten der Vertragspartner zu regeln. Hinzu kommen rechtliche Vereinbarungen über den Inhalt, den Abschluss und die Beendigung von Arbeitsverhältnissen (beispielsweise die Höhe von Lohn und Gehalt oder sonstige Arbeitsbedingungen). Außerdem enthalten Tarifverträge betriebsverfassungsrechtliche Regelungen. Tarifverträge sind auf der rechtlichen Grundlage der Tarifautonomie, die es den Tarifpartnern ermöglicht Verträge über Arbeitsbedingungen ohne staatliche Mitsprache auszuhandeln, abzuschließen und auch zu beenden. Rechtliche Grundlage ist das Tarifvertragsgesetz (TVG).

Warenkorb

Der Warenkorb ist eine statistische Größe. Es handelt sich um die Zusammenstellung von Waren und Dienstleistungen, die eine bestimmte Person oder eine Gruppe in einer gewissen Zeit typischerweise anbietet oder nachfragt. Der Inhalt eines Warenkorbes muss immer wieder überprüft und bei Bedarf angepasst werden.

„Der Ifo-Index hat erneut zugelegt, das ist eine erfreuliche Nachricht. Das Bild, dass die deutsche Konjunktur wieder Fuß fasst, bleibt damit intakt. Zuletzt hatte der enttäuschende Einkaufsmangerindex für die deutsche Industrie die Sorge geschürt, dass die Euro-Krise nun doch stärker auch auf die deutsche Wirtschaft durchschlägt", sagte Rainer Sartoris, Volkswirt vom Bankhaus HSBC Trinkhaus.

Antje Praefcke, Forex-Analystin von der Commerzbank, sieht das ähnlich: "Die Daten waren verhalten positiv. Nach den eher enttäuschenden Einkaufsmanagerindizes der vergangenen Woche hatten viele wohl nicht mit so einem guten Ifo-Index gerechnet. Von daher profitiert auch der Euro von den Daten.“

Kommentare (9)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Neutral

26.03.2012, 10:08 Uhr

Schoen dass man nun die ehemaligen Experten "Marktbeobachter" nennt!

Account gelöscht!

26.03.2012, 10:36 Uhr

Wie war wie war, einfach dem Kind einen anderen Namen geben, und schon kann man aufs neue Unsinn unters Volk bringen.
Danke

Harakirri

26.03.2012, 11:02 Uhr

Solcher Quatsch könnte auch von einem Wettermoderator kommen. So unter dem Motto: wenn die Sonne aufgeht, hellt der Horizont auf und das zum wiederholten male in Folge.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×