Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.07.2017

10:20 Uhr

ifo-Index auf Rekordhoch

„Die deutsche Wirtschaft steht unter Volldampf“

Die deutschen Unternehmen sind überraschend gut gelaunt. Im Juli ist der ifo-Geschäftsklimaindex auf ein einen neues Rekordhoch gestiegen. Ifo-Präsident Fuest bezeichnet die aktuelle Stimmung als euphorisch.

Hervorragender ifo-Geschäftsklimaindex

„Die deutsche Wirtschaft lässt sich momentan von nichts beeindrucken“

Hervorragender ifo-Geschäftsklimaindex : „Die deutsche Wirtschaft lässt sich momentan von nichts beeindrucken“

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

BerlinDie Stimmung in den Chefetagen deutscher Unternehmen ist im Juli erneut auf einen Rekordwert gestiegen. Der Geschäftsklimaindex kletterte überraschend auf 116,0 Punkte von 115,2 Zählern im Vormonat, wie das Münchner Ifo-Institut am Dienstag zu seiner Umfrage unter 7000 Managern mitteilte. Ökonomen hatten mit einem leichten Rückgang auf 114,9 Zähler gerechnet. „Die deutsche Wirtschaft steht unter Volldampf“, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Er bezeichnete die Stimmung als euphorisch. Die Führungskräfte beurteilten ihre Geschäftslage so gut wie noch nie seit der Wiedervereinigung und bewerteten die Aussichten für die kommenden sechs Monate noch besser als zuletzt.

Der Euro legte nach den Daten zu und auch der Aktienindex Dax weitete seine Gewinne aus. Ökonomen reagierten positiv auf die überraschend guten Zahlen. „Aber so langsam fragt man sich, ob der Ifo-Index die tatsächliche Konjunkturlage noch so exakt widerspiegelt wie in der Vergangenheit", sagte LBBW-Chefvolkswirt Uwe Burkert. Thomas Gitzel von der VP Bank aus Liechtenstein sieht eine „ausgelassene Partystimmung“ bei den Firmen. „Selbst die Aufwertungen des Euro können die Stimmung nicht dämpfen.“ Ifo-Experte Klaus Wohlrabe sagte zu Reuters, die Unternehmen könnten dies gut wegstecken. „Da sieht die deutsche Wirtschaft keine Hindernisse.“

Konjunkturprognose des IWF (Juli 2017)

Daten

Die Zahlen stammen aus dem Weltwirtschaftsausblick des Internationalen Währungsfonds, der am 24. Juli 2017 veröffentlicht wurde. Zum Vergleich finden sich Daten der Projektion aus April 2017.

Weltwirtschaft

Globales Wachstum des Bruttoinlandsprodukts

2017: 3,5 Prozent (+0,0 PP* zur vorherigen Prognose)

2018: 3,6 Prozent (+0,0 PP)

*Prozentpunkte

Deutschland

2017: + 1,8 Prozent (+0,2 PP)

2018: +1,6 Prozent (+0,1 PP)

Euro-Zone

2017: +1,9 Prozent (+0,2 PP)

2018: +1,7 Prozent (+0,1 PP)

USA

2017: +2,1 Prozent (-0,2 PP)

2018: +2,1 Prozent (-0,4 PP)

China

2017: 6,7 Prozent (+0,1 PP)

2018: 6,4 Prozent (+0,2 PP)

ASEAN-Staaten (Indonesien, Malaysia, Philippinen, Thailand, Vietnam)

2017: 5,1 Prozent (+0,1 PP)
2018: 5,2 Prozent (+0,0 PP)

Ökonom Gitzel warnte jedoch, dass die Kartellermittlungen gegen die deutsche Autoindustrie „durchaus das Potenzial haben, zu einem breiten Stimmungsdämpfer zu werden“. Komme es zu Beweisen und zu Sammelklagen, könnten die Autobauer den Rotstift ansetzen. Davon wäre dann die Zuliefererindustrie betroffen und auch der Mittelstand. „Möglicherweise wird also die Party empfindlich gestört."

In der Industrie schnellte der Teilindex im Juli ebenfalls auf einen Höchstwert und auch der Optimismus für das nächste halbe Jahr legte nochmals zu. Im Großhandel ging es bergauf, während sich die Stimmung der Einzelhändler eintrübte - allerdings auf einem „sehr hohen Niveau“.

Der Bauboom, die Konsumfreude der Deutschen und anziehende Exporte kurbeln derzeit Europas größte Volkswirtschaft an. Die Bundesregierung sagt der Wirtschaft für 2017 ein Wachstum von 1,5 Prozent voraus, das sich im nächsten Jahr auf 1,6 Prozent beschleunigen dürfte. Viele Forschungsinstitute sind hier allerdings noch einen Tick optimistischer.

Von

rtr

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Tomas Maidan

25.07.2017, 13:38 Uhr

Merkel profitiert heute von Schröder damals. Hätte man 1998 eine Politik nach Vorstellungen der Links-Partei gemacht, sähe es heute in Deutschland aus wie, naja, vielleicht nicht Protugal und Spanien, aber doch wie in Frankreich. "Its the Economy Stupid" versuchte damals Bill Clinton den Wählern einzubimsen. Recht hatte er. Nur muss man diese Erkenntisse dann auch unideologisch umsetzen. Danke Gerd!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×