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26.01.2015

10:42 Uhr

Ifo-Index

Deutsche Wirtschaft kommt in Fahrt

Die deutsche Wirtschaft hat einen guten Jahresauftakt erwischt. Der Ifo-Geschäftsklima-Barometer kletterte im Januar auf 106,7 Punkte. Das war bereits der dritte Anstieg in Folge.

Expertenmeinung zum Ifo-Index

Dritter Anstieg in Folge: Konjunkturelle Belebung?

Expertenmeinung zum Ifo-Index: Dritter Anstieg in Folge: Konjunkturelle Belebung?

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MünchenDie deutsche Wirtschaft kommt dank sinkender Energiekosten und des billigeren Euro zum Jahresauftakt überraschend gut in Fahrt. Der Index für das Ifo-Geschäftsklima kletterte im Januar von 105,5 auf 106,7 Punkte und damit den höchsten Wert seit einem halben Jahr, wie das Münchner Ifo-Institut am Montag mitteilte. Das war bereits der dritte Anstieg in Folge, was als zuverlässiger Hinweis für eine konjunkturelle Wende zum Besseren gilt.

Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur ein Plus auf 106,3 Zähler erwartet. „Die deutsche Wirtschaft startet gut ins neue Jahr“, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn zu der Umfrage unter 7000 Managern. Die Führungskräfte beurteilten sowohl ihre Lage als auch ihre Geschäftsaussichten optimistischer.

Deutsche Konjunktur 2014

Deutsche Wirtschaft trotzt der Katerstimmung

Die deutsche Wirtschaft hat trotz vieler internationaler Krisen 2014 das stärkste Wachstum seit drei Jahren geschafft. Vor allem die Konsumenten sorgten mit ihren Ausgaben für Schwung, aber auch die Firmen wagten wieder mehr Investitionen und exportierten auch spürbar mehr. Im Folgenden eine Übersicht, wie die Konjunktur im Einzelnen lief:

Wirtschaftsleistung

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gilt als bestes Maß, um die Leistung einer Volkswirtschaft zu messen. Es ist die Summe der im Inland hergestellten Waren und Dienstleistungen. Im vorigen Jahr lag sie bei 2,9 Billionen Euro. Inflationsbereinigt entspricht dies einem Anstieg von 1,5 Prozent zum Vorjahr. Damit kletterte die Wirtschaftskraft rund doppelt so stark wie in der gesamten Euro-Zone, wie der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Roderich Egeler, sagte.

Treiber der Wirtschaftsentwicklung

Impulse kamen vor allem vom Produzierenden Gewerbe, den Dienstleistern und der Baubranche. Bei Finanz- und Versicherungsdienstleistern hingegen sackte die Wirtschaftskraft um rund 0,5 Prozent ab. Entscheidender Wachstumsmotor waren die Verbraucher. Sie gaben - dank guter Arbeitsmarktlage, geringer Inflation und niedriger Zinsen - 1,1 Prozent mehr aus als 2013. Damit kurbelte der private Konsum die gesamte Wirtschaft kräftig an. Auch die Investitionen zogen spürbar an. Die Unternehmen gaben für Maschinen, Geräte und Fahrzeuge 3,7 Prozent mehr aus.

Investitionen

Die sogenannte Investitionsquote - also der Anteil von Investitionen am BIP - lag 2014 bei 20 Prozent und verbesserte sich damit kaum. Deutschland steht international in der Kritik, sich mit öffentlichen Investitionen zurückzuhalten.

Arbeitsmarkt

Die Zahl der Beschäftigten kletterte auf 42,7 Millionen und erreichte das achte Jahr in Folge einen neuen Höchststand. Die Zahl der Arbeitslosen sank im Jahresschnitt um 52.000 auf 2,9 Millionen. Dies ist der niedrigste Stand seit 1991.

Einkommen

Das Volkseinkommen - zusammengesetzt aus Arbeitnehmerentgelt und den Unternehmens- und Vermögenseinkommen - stieg insgesamt um 3,6 Prozent auf knapp 2,2 Billionen Euro. Dabei kletterten die Arbeitnehmerbezüge einerseits und die Firmen- und Vermögenseinkommen andererseits fast gleich stark. Die Nettolöhne und -gehälter stiegen insgesamt um 2,4 Prozent und damit etwas weniger als die Bruttolöhne.

Lohnstückkosten

Da die durchschnittlichen Löhne und Gehälter 2014 stärker stiegen als die Arbeitsproduktivität, kletterten die Lohnstückkosten der Unternehmen. Für die Wirtschaft ist dies eine wichtige Kennziffer im internationalen Wettbewerb. Die Lohnstückkosten erhöhten sich um knapp zwei Prozent und damit weniger als in den beiden Vorjahren.

Finanzen

Der deutsche Staat hat 2014 das dritte Jahr in Folge schwarze Zahlen geschrieben. Bund, Länder, Kommunen und Sozialversicherung nahmen zusammen 11,9 Milliarden Euro mehr ein als sie ausgaben. Die Summe entspricht einem Überschuss von 0,4 Prozent des BIP. "Seit der deutschen Vereinigung hat es nur im Jahr 2000 einen höheren Überschuss gegeben", sagte Statistikamt-Chef Egeler. Nur die Länder hätten noch ein Defizit verzeichnet.

Die Stimmung verbesserte sich dabei im Groß- und Einzelhandel sowie in der Industrie. „Aufgrund des sinkenden Euro-Wechselkurses werden stärkere Impulse vom Export erwartet“, erklärte Sinn. Durch die Abwertung der Währung können Waren in vielen wichtigen Regionen günstiger angeboten werde, darunter in den USA und in China. Gleichzeitig lässt das billigere Benzin den Verbrauchern mehr Geld in den Taschen, wovon der Handel profitiert. Bei den Dienstleistern und im Baugewerbe trübte sich die Stimmung hingegen ein.

„Die Konjunktur in Deutschland beschleunigt sich“, sagte Ökonom Holger Sandte von der Bank Nordea. „Alles andere wäre bei dem tiefen Ölpreis und dem deutlich schwächeren Euro auch ein echtes Rätsel.“ Die unklare Situation in Griechenland nach der Parlamentswahl, die in der Umfrage noch nicht erfasst wurde, könne das Klima in den nächsten Monaten aber belasten. „Ein Unfall ist da nicht auszuschließen.“ Es wird befürchtet, dass Griechenland vom Spar- und Reformkurs abweicht.

Zusätzlich Impulse könnten hingegen von der extrem lockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank kommen, die vorige Wochen den Kauf von Staatsanleihen in großem Stil beschlossen hat. Das hilft vor allem den Euro-Ländern wie Frankreich und Italien, wohin ein Großteil der deutschen Exporte geht. „Die EZB-Politik spiegelt sich noch nicht in unserer Umfrage wieder“, sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe.

Ökonomen gehen davon aus, dass Deutschland in diesem Jahr um rund 1,5 Prozent wachsen wird. 2014 hatte es ebenfalls ein Plus in dieser Höhe gegeben.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

27.01.2015, 18:17 Uhr

Deutsche Wirtschaft kommt in Fahrt

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Mit dem Rückwärtsgang !!!

Zurück in die Steinzeit...

wo man für ein Stück Brot den ganzen Tag hat arbeiten müssen.








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