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23.05.2014

09:49 Uhr

Ifo-Index sinkt

Dämpfer für die deutsche Wirtschaft

Die Ukraine-Krise drückt auf die Stimmung der deutschen Wirtschaft. Im Mai schätzen die Unternehmen ihre Geschäftsaussichten pessimistischer ein. Eine Trendwende nach unten ist das aber noch nicht.

Ein Stahlarbeiter von ThyssenKrupp: Die  Stimmung in der deutschen Wirtschaft trübt sich etwas ein. Reuters

Ein Stahlarbeiter von ThyssenKrupp: Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft trübt sich etwas ein.

Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft ist im Mai auf ein Jahrestief gesunken. Das Barometer für das Geschäftsklima fiel um 0,8 auf 110,4 Punkte, wie das Ifo-Institut am Freitag zu seiner Umfrage unter rund 7000 Managern mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit einem Rückgang auf 110,9 Zähler gerechnet. "Die deutsche Wirtschaft legt eine Verschnaufpause ein", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Die Unternehmen beurteilten sowohl ihre Lage als auch ihre Geschäftsaussichten schlechter als zuletzt.

In allen Branchen trübte sich das Geschäftsklima ein - von der Industrie, über den Handel und die Bauwirtschaft bis hin zu den Dienstleistern. Allerdings ist die Stimmung etwa in der Industrie nach wie vor recht gut. "Vom Export werden weiterhin verstärkt Impulse erwartet", so Ifo-Chef Sinn.

Konjunkturaussichten für die Euro-Länder

Spanien

Spanien könnte 2014 wieder um ein Prozent wachsen. Die Arbeitslosigkeit soll jedoch mit 25,7 Prozent hoch bleiben. Das Haushaltsdefizit wird auf 5,8 Prozent der Wirtschaftsleistung geschätzt.

Frankreich

Frankreichs Wachstum dürfte 2014 mit 1,0 Prozent unter dem Durchschnitt der Euro-Zone bleiben. Die Arbeitslosigkeit soll auf elf Prozent steigen.

Griechenland

Die griechische Wirtschaft soll 2014 erstmals seit sechs Jahren wieder um 0,6 Prozent wachsen. Trotz der erwarteten Besserung dürfte die Arbeitslosigkeit mit 26 Prozent vergleichsweise hoch bleiben. Bei der Verschuldung werden 177 Prozent der Wirtschaftsleistung erwartet.

Italien

Italiens Wirtschaft soll 2014 um 0,6 Prozent wachsen. Die Arbeitslosigkeit dürfte hingegen auf einen Rekord von 12,6 Prozent klettern. Der Schuldenstand bleibt hartnäckig hoch: 2015 soll er mit 132,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts leicht unter dem diesjährigen Niveau liegen.

Zypern

Um 4,8 Prozent soll das Bruttoinlandsprodukt einbrechen. Die Arbeitslosigkeit dürfte auf den Rekordwert von 19,2 Prozent steigen.

Portugal

Für Portugal erwartet die EU-Kommission 2014 ein Wachstum von 0,8 Prozent. 2015 soll die Arbeitslosenquote mit 16,5 Prozent einen Tick unter den diesjährigen Wert fallen. Der Schuldenstand dürfte nach dem Rekordwert von 129,4 Prozent im vorigen Jahr bis 2015 wieder auf 125,8 Prozent zurückgehen.

Irland

Irlands Wirtschaft dürfte 2014 mit 1,8 Prozent deutlich stärker wachsen als der gesamte Währungsraum. Bis 2015 soll die Arbeitslosenquote auf 11,2 Prozent fallen, nachdem sie 2013 noch bei 13,1 Prozent lag. Das Defizit soll 2015 auf 4,3 Prozent sinken.

Quelle

EU-Kommission

Damit verdichten sich die Hinweise, dass Europas größte Volkswirtschaft nach dem starken Jahresauftakt im Frühling an Schwung verliert. Von Januar bis März hatte es mit 0,8 Prozent das größte Plus seit drei Jahren gegeben. Im laufenden Quartal dürfte sich das Wachstum etwa halbieren. "Ein Beinbruch ist dieser Rückgang allerdings nicht", sagte der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel. Die deutsche Wirtschaft expandiere stark. "Deutschland spielt weiter in seiner eigenen Liga - zumindest innerhalb der Euro-Zone", sagte auch Ökonom Carsten Brzeski von der Großbank ING.

Das Barometer für die derzeitige Lage gab um 0,5 auf 114,8 Zähler nach. Hier war ein kleiner Anstieg auf 115,5 Punkte erwartet worden. Der Index für die Aussichten in den kommenden sechs Monaten fiel um 1,1 auf 106,2 Zähler. Experten waren hier von 106,6 Punkten ausgegangen.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

23.05.2014, 10:18 Uhr

Wieso ist das eine Eilmeldung wert, wenn die Kaffeesatzleser sich eine neue Zahl ausgedacht haben???

Account gelöscht!

23.05.2014, 10:36 Uhr

Die veröffentlichten Indikatoren sind sehr wohl wichtig. Allerdings haben sich die Märkte aufgrund der schlechten Daten auch aus USA nicht bewegt, d.h., die Fundamentaldaten wirken sich auf das Spekulationsvehikel Wertpapiere nicht mehr aus. Für mich ein Zeichen der absoluten Blasenbildung.
Die laufenden Geschäfte mit Russland werden noch abgewickelt, für einen Zeitraum von 1 Jahr dürfte sich also die Krise um die Ukraine nicht direkt auswirken. Das Nachfolgegeschäft aber wird ins Stottern geraten und ich gehe davon aus, dass es für das Russlandgeschäft keine weiteren Hermesbürgschaften mehr geben wird, die Aussichten dürften mehr als trübe sein...

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