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24.09.2013

10:47 Uhr

Ifo-Index steigt

Deutsche Wirtschaft im Stimmungshoch

Die Aussichten für die deutsche Wirtschaft sind so gut wie seit eineinhalb Jahren nicht mehr: Im September kletterte der Ifo-Geschäftsklimaindex von 107,5 auf 107,7 Punkte. Analysten hatten jedoch mit mehr gerechnet.

Es geht aufwärts – wenn auch nicht in so großen Sprüngen wie von Konjunkturexperten vermutet. dpa

Es geht aufwärts – wenn auch nicht in so großen Sprüngen wie von Konjunkturexperten vermutet.

München/BerlinDie künftige Bundesregierung kann mit konjunkturellem Rückenwind starten: Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im September zum fünften Mal im Folge verbessert: Im laufenden Monat verbesserte sich der Ifo-Geschäftsklimaindex erneut und kletterte leicht von 107,5 auf 107,7 Punkte. Das teilte das Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung am Dienstag in München mit. „Die deutsche Wirtschaft ist mit Zuversicht in den Herbst gestartet“, erklärte Ifo-Konjunkturchef Kai Carstensen.

Allerdings: Experten hatten mit einem deutlicheren Anstieg des wichtigen Stimmungsbarometers gerechnet. Der Ifo-Index wird monatlich durch die Befragung von rund 7.000 Unternehmen aus Industrie, Einzel- und Großhandel sowie Bauwirtschaft ermittelt.

Im September zeigten sich die Firmen mit ihrer aktuellen Lage etwas weniger zufrieden als noch im August, sie waren für die kommenden Monate aber zuversichtlicher. Entsprechend sank der Lage-Index von 112,0 Punkten auf 111,4 Punkte.

Was Ökonomen zum ifo-Index sagen

Jürg Zeuner, Kfw-Chefvolkswirt:

„Die deutsche Konjunktur fährt auf Erholungskurs, die Geschäftserwartungen der Unternehmen hellen sich weiter auf. Europa als Deutschlands wichtigster Exportmarkt ist nach einer sehr langen Durststrecke endlich auf dem Weg der Stabilisierung. Davon profitiert Deutschland. Das Wachstum kann 2014 sogar auf zwei Prozent klettern. Für Europa sind wir weniger optimistisch. Es fehlen die Wachstumsimpulse, die Schuldentragfähigkeit einzelner Länder wird noch immer angezweifelt. Hier ist Potenzial für Enttäuschung.“

Andreas Scheuerle, Dekabank:

„Die gute Nachricht ist: Die Erwartungen der Unternehmen haben sich erneut verbessert. Damit kann der Aufschwung an Breite gewinnen. Denn nur zuversichtliche Unternehmen investieren und schaffen Arbeitsplätze. Diese Zuversicht speist sich im Fall des Einzelhandels aus der robusten Arbeitsmarkt- und der erfreulichen Lohnentwicklung. Im Fall der Industrie sind es die anziehenden globalen Frühindikatoren, die eine Belebung des Heimatmarktes Europa und des wichtigen US-Marktes anzeigen. Enttäuschend ist allerdings die schwache Lageeinschätzung, die den Erwartungen hinterherhinkt.

Der konjunkturelle Aufschwung setzt sich fort, allerdings in moderaterem Tempo als im zweiten Quartal.“

Thomas Gitzel, VP Bank:

„Der Ifo-Index setzt seinen Erholungskurs fort und steigt zum fünften Mal in Folge. Die etwas schlechtere Lagebeurteilung wird durch die verbesserten Geschäftsaussichten kompensiert. Alles deutet also auf ein höheres Wachstumstempo der deutschen Wirtschaft in den kommenden Monaten hin. Das eigentlich Erfreuliche ist jedoch, dass die besseren deutschen Stimmungsindikatoren in ein insgesamt freundliches internationales Umfeld eingebettet sind. In diesem Zusammenhang sind die verbesserten Aussichten für die angeschlagenen Länder der Eurozone zu nennen, der Erholungskurs der US-Wirtschaft und die konjunkturelle Aufhellung in China. Dies lässt darauf schließen, dass die aktuelle Aufwärtsbewegung mit dem Zusatz 'nachhaltig' versehen werden kann. Da sich die deutschen Industrieverbände überwiegend positiv zum Wahlausgang äußerten, dürften vom deutschen Urnengang auch zunächst keine schädlichen Wirkungen auf die Stimmung ausgehen.“

Ralf Umlauf, Helaba:

„Dies ist eine gute Nachricht. Die deutsche Wirtschaft nimmt Fahrt auf und im dritten Quartal dürfte das Wachstum erneut robust ausfallen. Etwas enttäuschend ist die Tatsache, dass der Anstieg des Geschäftsklimas nur auf höhere Erwartungen zurückzuführen ist. Die Europäische Zentralbank dürfte sich zunächst in ihrer abwartenden Haltung bestätigt sehen. Auf politischer Seite gilt es jetzt, zügig eine handlungsfähige Regierung zu bilden, um eine potenzielle Stimmungsbelastung aufgrund einer Hängepartie im Bund zu verhindern.“

Die befragten Unternehmen bewerteten die Aussichten für die kommenden sechs Monate etwas besser als zuletzt. Hier kletterte das Barometer für Geschäftserwartungen um 0,9 auf 104,2 Punkte. Besonders die exportabhängige Industrie blickt wegen der Belebung der Weltwirtschaft optimistisch nach vorn: Hier stiegen die Erwartungen auf den höchsten Wert seit Juni 2011. „Vom Export werden weiterhin Impulse erwartet“, sagte Carstensen. Im Einzelhandel verbesserte sich das Geschäftsklima ebenso wie bei den Dienstleistern, während es sich in der Baubranche und im Großhandel eintrübte.

Ökonomen führen die bessere Stimmung auf das Ende der Rezession in der Euro-Zone zurück. „Europa als Deutschlands wichtigster Exportmarkt ist nach einer sehr langen Durststrecke endlich auf dem Weg der Stabilisierung“, sagte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner. „Davon profitiert Deutschland.“ Es könne nun mit einem nachhaltigen Aufschwung gerechnet werden, ergänzte der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel. „Da sich die Industrieverbände überwiegend positiv zum Wahlausgang äußerten, dürften vom deutschen Urnengang auch zunächst keine schädlichen Wirkungen auf die Stimmung ausgehen.“

Das Bruttoinlandsprodukt war im zweiten Quartal 2013 mit 0,7 Prozent so stark gewachsen wie seit einem Jahr nicht mehr – auch weil die im ebenso langen wie strengen Winter liegengebliebenen Arbeiten nachgeholt wurden. Für das zu Ende gehende dritte Quartal rechnen viele Analysten mit einem Plus von etwa 0,4 Prozent. Auch die Bundesbank erwartet wegen der guten Binnenkonjunktur mit einem anhaltenden Aufwärtstrend. „Das außerordentlich gute Konsumklima hält an, gestützt durch den nachlassenden Preisanstieg und die insgesamt gute Arbeitsmarktlage“, betonte sie in ihrem aktuellen Monatsbericht.

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

24.09.2013, 10:22 Uhr


So ein Larifari-Manipulationsindex sagt uns nicht viel.

Wo stehen da jetzt fundamentale Hinweise ?

Freidenker

24.09.2013, 10:42 Uhr

Wenn das HB mit seiner Lügenpropaganda so weiter macht, wird es bald kein Leser mehr haben :)

Nur leere Seiten mit Dummschwätz zu füllen kostet lebende Bäume!!

Schreibt weniger, dafür sinvoller und investigativer! Damit leistet ihr dann auch euren Beitrag zum Umweltschutz :-)

BaburderBiber

24.09.2013, 11:01 Uhr

Also der Einkaufsindex ist heute deutlicher zurueckgefallen als erwartet, in D und in Europa. Davon war aber nichts zu lesen

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