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19.12.2012

10:19 Uhr

Ifo-Index steigt

Firmenchefs gehen optimistisch ins neue Jahr

Das Geschäftsklima hellt sich den zweiten Monat in Folge auf. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg von 101,4 Zählern im Vormonat auf 102,4 Punkte, teilte das Münchner Ifo-Institut mit. Das ist der höchste Wert seit Juli.

Es geht aufwärts – wenn auch nicht in so großen Sprüngen wie von Konjunkturexperten vermutet. dpa

Es geht aufwärts – wenn auch nicht in so großen Sprüngen wie von Konjunkturexperten vermutet.

MünchenDie Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft hat sich im Dezember den zweiten Monat in Folge aufgehellt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg um 1,0 auf 102,4 Punkte und damit auf den höchsten Wert seit Juli, teilte das Münchner Ifo-Institut am Mittwoch zu seiner Umfrage unter 7000 Managern mit. "Die Unternehmen sind in froher weihnachtlicher Erwartung", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Im November war das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer erstmals wieder gestiegen, nachdem es zuvor sechs Monate in Folge gesunken war.

Die Firmenchefs schätzten die Aussichten für die kommenden sechs Monate optimistischer ein. Das Barometer für die Geschäftserwartungen kletterte um 2,7 auf 97,9 Punkte. Die Lage wurde dagegen schlechter bewertet. Dieser Index fiel 1,0 auf 107,1 Zähler.

Ifo-Index: Das sagen Volkswirte zum Anstieg

Jörg Zeuner, Kfw-Chefvolkswirt

"Die Unternehmen schauen zunehmend durch die aktuelle Schwächephase hindurch, das Tief vom Oktober liegt hinter uns. Das passt voll in unser Konjunkturbild. Ich rechne für das Frühjahr mit einem deutlichen Aufschwung. Im Gesamtjahr 2013 kann die deutsche Wirtschaft deshalb trotz des verhaltenen Jahresbeginns um knapp ein Prozent wachsen."

Heinrich Bayer, Postbank

"Das Ergebnis der Ifo-Umfrage stützt unsere Einschätzung, dass die deutsche Konjunktur spätestens im kommenden Frühjahr wieder anziehen sollte, möglicherweise sogar bereits im 1. Quartal 2013. Nachdem das BIP im laufenden Quartal voraussichtlich deutlich zurückgeht, dürfte die deutsche Wirtschaft somit haarscharf an einer Rezession vorbei schrammen."

Dirk Schumacher, Goldman Sachs

"Der Anstieg ist natürlich positiv. Nicht so gut ist die Tatsache, dass die aktuelle Lage erneut schlechter eingeschätzt wird. Das stimmt mit unserer Prognose, wonach wir im vierten Quartal den konjunkturellen Tiefpunkt mit einem kleinen Rückgang des Bruttoinlandsproduktes gesehen haben dürften. Für den Jahresbeginn zeichnet sich eine Stabilisierung ab, dem sich eine leichte Beschleunigung des Wachstums im Jahresverlauf anschließen dürfte. Wir haben eine kleine Konjunkturdelle. Aber das ist nicht der Beginn einer signifikant schlechteren Konjunktur."

Andreas Scheuerle, Dekabank

"Die Adventszeit lässt auch die Hoffnung auf eine Belebung der derzeit schrumpfenden deutschen Volkswirtschaft aufkeimen. Zwar ist das Geschäftsklima erst zum zweiten Mal in Folge gestiegen, doch die Geschäftserwartungen sind zum dritten Mal nicht gesunken. Schaut man auf den deutschen Konjunkturmotor - auf die Industrie - dann haben sie sogar zum dritten Mal in Folge zugelegt. Das deutet einen Trendwechsel in der Erwartungshaltung der Unternehmen an, und der ist von zentraler Bedeutung. Nur wenn die Unternehmen wieder zuversichtlicher nach vorne blicken, kommt die Phase der Investitionszurückhaltung zum Ende. Die Hoffnungen der Unternehmen ruhen dabei - wieder einmal - insbesondere auf der Erholung der Weltwirtschaft, für die in letzter Zeit vermehrte Hinweise gab."

Bernd Hartmann, VP Bank, Lichtenstein

"Die Erwartungskomponente des Ifo Index ist im Dezember erneut gestiegen. Die Unternehmen zeigen sich aber weiterhin nur verhalten optimistisch. Die anhaltend lockere Geldpolitik der wichtigen Notenbanken und scheinbare Fortschritte in der Bewältigung der Schuldenkrise sorgten zuletzt für eine deutliche Stimmungsaufhellung unter den Analysten. Die Unternehmen präsentieren sich hingegen noch etwas skeptischer. Angesichts der anhaltenden Konjunkturschwäche in Europa ist die Zurückhaltung der Unternehmen verständlich. Erst eine realwirtschaftliche Erholung wird auch die Stimmung auf Unternehmensebene nachhaltig anheben und wieder vermehrt für Investitionen sorgen."

Einen Lichtblick lieferte vor allem die Industrie. "Die Geschäftserwartungen verzeichneten den stärksten Anstieg seit August 2009", sagte Sinn. "Auch die Erwartungen an das Exportgeschäft sind erneut gestiegen." Bei den Dienstleistern und in der Baubranche hellte sich die Stimmung ebenfalls auf. Im Groß- und Einzelhandel trübte sich das Geschäftsklima dagegen ein.

So wird 2013: Startklar für den Aufschwung

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Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft ist mies. Bestenfalls stagnieren soll sie im Winter, sagen Ökonomen. Dabei sind die Voraussetzungen für höheres Wachstum gar nicht schlecht. Warum der Pessimismus übertrieben ist.

Trotz des Ifo-Anstiegs gehen die meisten Ökonomen und auch die Bundesregierung davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal schrumpfen wird - zum ersten Mal seit einem Jahr. Da die Konjunkturdelle den Winter über anhalten dürfte, steht die Bundesregierung vor einer erneuten Senkung ihrer Prognose für 2013. "Es wird aus heutiger Sicht einen Revisionsbedarf nach unten geben", sagte Bernhard Heitzer, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium. Sein Haus erstellt Mitte Januar die neue Prognose für die Regierung. Erst im Oktober hatte das Ministerium die Prognose von 1,6 auf 1,0 Prozent gesenkt. Die Bundesbank rechnet inzwischen nur noch mit plus 0,4 Prozent.

Von

rtr

Kommentare (4)

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puenktli

19.12.2012, 11:35 Uhr

Na klar, alles wird gut. Was Anderes sollen diese Leute denn unters Volk bringen? Doch nicht etwa die Wahrheit?

Account gelöscht!

19.12.2012, 12:32 Uhr

F.Rösler hat die FDP wieder hochgebracht! die sind wieder in der Gunst der Wähler gestiegen..und das ist die Leistung harter Arbeit gewesen, und das färbt nun auf die Wirtschaft ab, denn das Vermögen der Firmen Chefs soll ja nicht noch höher versteuert werden, und darum wird es nur SCHWARZ GELB geben in Zukunft und die Wirtschaft sprudelt leider auf Kosten der Arbeiter..aber die Meldung ist ja ein Zeichen das es wieder BERGAUF geht.

monika.merz@univie.ac.at

19.12.2012, 13:54 Uhr

Der Optimismus der Firmenchefs ist nötig, denn tatsächlich trübt sich der Konjunkturhimmel über Deutschland ein. Es ist zu erwarten, dass auch Deutschland sehr bald von der jüngsten Rezession heimgesucht wird, die bereits seit dem 3. Quartal 2011 in der restlichen Eurozone herrscht. Interessant nur, dass darüber in Deutschland kaum berichet wird, auch nicht im Handelsblatt, obwohl die Herausgeber ausdrücklich darüber informiert wurden.
Monika Merz, Professorin für Volkswirtschaftslehre, Universität Wien

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