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23.02.2015

11:03 Uhr

Ifo-Index

Stimmung in der Wirtschaft ungetrübt

Deutsche Manager glauben an den eigenen Erfolg: Der Ifo-Geschäftsklimaindex, der die Stimmung in der Wirtschaft erfragt, bleibt nahezu unverändert. Die Aussichten beurteilen die Führungskräfte optimistischer.

Der Ifo-Index ist minimal gestiegen, die deutsche Wirtschaft trotz den weltweiten Krisen. dapd

Turbinenfertigung bei Siemens

Der Ifo-Index ist minimal gestiegen, die deutsche Wirtschaft trotz den weltweiten Krisen.

BerlinDie Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Februar den vierten Monat in Folge aufgehellt – wegen Griechenland-Krise und Ukraine-Krieg allerdings nur minimal. Das Barometer für das Ifo-Geschäftsklima kletterte um 0,1 Zähler und erreichte mit 106,8 Punkten das höchste Niveau seit sieben Monaten, wie das Münchner Ifo-Institut am Montag unter Berufung auf seine Umfrage unter 7000 Managern mitteilte.
Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten allerdings einen kräftigeren Zuwachs auf 107,7 Zähler erwartet. „Die deutsche Wirtschaft zeigt sich robust gegenüber den geopolitischen Unsicherheiten“, erklärte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

Die Führungskräfte beurteilten ihre Lage etwas schlechter als im Vormonat, ihre Geschäftsaussichten hingegen optimistischer. Verbessert hat sich die Stimmung in der exportabhängigen Industrie. „Ein wichtiger Impulsgeber bleibt das Auslandsgeschäft“, erklärte Sinn dazu.

Das sagen Experten zum Ifo-Index

Andreas Scheuerle, Dekabank

„Das Ifo-Geschäftsklima markiert den vierten Anstieg in Folge, aber ohne den erhofften Schwung. Der schwache Anstieg ist letztlich einer unerwartet rückläufigen Lageeinschätzung zuzuschreiben. Die gute Nachricht ist: Die Erwartungen steigen weiter an, und diese sind für die Investitionen und die kommende konjunkturelle Entwicklung die entscheidende Größe. Erfreulich ist auch, dass die Erwartungen trotz der Grexit-Diskussionen und der Eskalation der Ukraine-Krise weiter angestiegen sind. Derzeit scheinen beide Themen nicht die Kraft zu besitzen, die Aufwärtsbewegung abzuwürgen - allenfalls dämpfen sie diese. Zu stark sind die konjunkturstützenden Kräfte aus dem gesunkenen Ölpreis und der Euroabwertung.“

Jörg Zeuner, KfW Bankengruppe

„Deutschlands Wirtschaft hat starken Rückenwind aus hoher Beschäftigung, steigenden Realeinkommen, niedrigen Zinsen und einem günstigen Euro. In normalen Zeiten würden solche Rahmenbedingungen für einen sehr kräftigen Aufschwung reichen. Nicht so in diesen Tagen. Die Unsicherheit ist hoch, die Unternehmen sparen häufig lieber als zu investieren. Mehr als ein stabiles Geschäftsklima ist daher nicht drin. Für eine deutliche Wende zum Besseren müssen Europa und Griechenland einen langfristig tragfähigen Kompromiss finden, und das Verhältnis zu Russland sollte sich zumindest stabilisieren.“

Holger Sandte, Nordea Bank

„Die Zahlen waren etwas enttäuschend gemessen an den Markterwartungen. Aber ganz allmählich nähert sich der Ifo-Index dem Niveau vom vergangenen Frühjahr. Erfreulich ist das stabil gute Klima im Einzelhandel. Auf den deutschen Verbraucher ist derzeit Verlass. Dank der tieferen Energiepreise und des schwächeren Euro dürfte der Ifo-Trend in den kommenden Monaten aufwärts gerichtet bleiben. Die Unruhe um Griechenland spielt für die deutschen Unternehmen nur eine geringe Rolle.“

Ralf Umlauf, Helaba

„Die Zahlen sind – ungeachtet der verfehlten Konsensschätzungen – als solide einzustufen. Der vierte Anstieg in Folge untermauert zwar das Wachstumsszenario, angesichts der politischen Risiken in Europa wachsen die Geschäftserwartungen aber nicht in den Himmel. Ein Ende der Krisen in Griechenland und Russland/Ukraine könnte zu weiteren Stimmungsverbesserungen beitragen.“

Die Industrie profitiert vom schwächelnden Euro, der binnen eines Jahres fast 18 Prozent zum Dollar abgewertet hat. Dadurch können Waren auf wichtigen Absatzmärkten wie der weltgrößten Volkswirtschaft USA billiger angeboten werden. Dadurch hellten sich die Exporterwartungen bereits den fünften Monat in Folge auf.

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Auch die Einzelhändler sind optimistischer: Sie profitieren davon, dass ihre Kunden durch niedrigere Ölpreise um Milliarden entlastet werden. „Auf den deutschen Verbraucher ist derzeit Verlass“, sagte Ökonom Holger Sandte von der Bank Nordea. Im Großhandel, in der Baubranche sowie bei den Dienstleistern erhielt das Lager der Pessimisten hingegen etwas Zulauf. Am Aktienmarkt zeigten sich die Anleger davon enttäuscht: Der Leitindex Dax grenzte seine Gewinne leicht ein. „Die Zahlen waren etwas enttäuschend gemessen an den Markterwartungen“, so Sandte.

Für Dekabank-Ökonom Andreas Scheuerle ist das aber kein Beinbruch: „Die gute Nachricht ist: Die Erwartungen steigen weiter an, und diese sind für die Investitionen und die kommende konjunkturelle Entwicklung die entscheidende Größe“. Viele Ökonomen gehen inzwischen davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um bis zu zwei Prozent wachsen kann. 2014 waren es 1,6 Prozent.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Herr Helmut Paulsen

23.02.2015, 10:48 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette  

Herr Marc Otto

23.02.2015, 10:56 Uhr

@---Herr Walter Traustein,

guten Morgen. Heute schon ordentlich gemeckert?

Herr Helmut Paulsen

23.02.2015, 11:18 Uhr

... Die Bürger müssen ja heutzutage den Kritischen Teil der Presse übernehmen ... die Welt auch durch das rechte Auge betrachten !

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