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24.05.2013

09:36 Uhr

Ifo-Index und Konsumklima

Hoffnungszeichen für die deutsche Wirtschaft

Die deutschen Unternehmen blicken positiver in die Zukunft. Der wichtigste Gradmesser für ihre Stimmung steigt. Noch besser sieht es bei den Konsumenten aus: Sie sind in Kauflaune wie seit über fünf Jahren nicht mehr.

Die deutschen Konsumenten sind eine wichtige Stütze für die Konjunktur. dpa

Die deutschen Konsumenten sind eine wichtige Stütze für die Konjunktur.

BerlinNach Rückschlägen in den vergangenen Monaten verbessert sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft. Darauf deuten aktuelle Daten zur Stimmung von Unternehmen und Verbrauchern hin. Sowohl der Ifo-Geschäftsklimaindex zur Stimmung der Unternehmen als auch der vom Nürnberger GfK erhobene Konsumklimaindex sind gestiegen. Der Ifo-Geschäftsklimaindex legte um 1,3 auf 105,7 Punkte, teilte das Münchner Ifo-Institut zu seiner Umfrage unter 7000 Unternehmen mit. Das ist der erste Anstieg nach zwei Rückgängen in Folge. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem leichten Plus auf 104,5 Zähler gerechnet. "Die deutsche Konjunktur behauptet sich in einem schwierigen europäischen Umfeld", sagte Ifo-Konjunkturchef Kai Carstensen.

Konjunkturprognosen der vergangenen Monate

DIHK

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) geht von einem Wachstum von 0,3 Prozent aus. Bislang waren 0,7 Prozent erwartet worden. "Der Aufschwung in Deutschland ist vorerst verschoben", sagte Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben. "Die Unternehmen schätzen ihre Lage deutlich schlechter ein als zu Beginn des Jahres." Für 2014 geht das DIHK von einem Wachstum von mehr als einem Prozent aus.

BDI

Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Ulrich Grillo, rechnet mit robustem Wachstum von bis zu 0,8 Prozent. Er ist damit weit optimistischer als die Bundesregierung.

Bundesregierung

Die Bundesregierung geht für 2013 von einem Wachstum von 0,4 Prozent aus.

Sachverständigenrat

Genau wie die Bundesregierung rechneten auch die "fünf Weisen" aus dem Sachverständigenrat zuletzt mit einem Wachstum von 0,8 Prozent. Wegen des starken Einbruchs im vierten Quartal 2012 haben sie den Wert jedoch auf 0,3 Prozent mehr als halbiert.

RWI

Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung rechnet für 2013 mit einem Wachstum von 0,3 Prozent. Im Vergleich zur Herbstprognose wurde die Schätzung um 0,7 Punkte zurückgenommen.

Internationaler Währungsfonds

Der Internationale Währungsfonds (IWF) sagt für 2013 ein Plus von 0,3 Prozent voraus. Im Oktober 2012 war er für 2013 noch von einem Wachstum von 0,9 Prozent ausgegangen.

EU-Kommission

Zum Lager der Optimisten gehört die EU-Kommission. Für Deutschland erwartet sie 2013 ein Wachstum von 0,5 Prozent. Das ist besser als die Erwartung für den Euroraum. Hier rechnet sie sogar mit einem Rückgang von 0,3 Prozent. Grund für die langsame Entwicklung sind die schlechte Binnennachfrage einiger Länder und große konjunkturelle Unterschiede zwischen den EU-Mitgliedstaaten.

Bundesbank

Die Deutsche Bundesbank rechnet in ihrem Monatsbericht vom Dezember für 2013 mit einem Wachstum von 0,4 Prozent. 2014 soll dies auf 1,9 Prozent steigen.

DIW

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) rechnet für 2013 mit einem Wachstum von 0,7 Prozent. Damit hat es seine Erwartungen nach unten korrigiert. Zuvor war es von einem Plus von 0,9 Prozent ausgegangen. Für 2014 rechnet das DIW mit einem Wachstum von 1,6 Prozent.

Ifo-Institut

Das Münchner Ifo-Institut geht für 2013 von einem Wachstum von 0,7 Prozent aus. Die Spanne der Schätzung reicht von minus 0,6 bis plus 2,0 Prozent.

Das Geschäftsklima verbesserte sich sowohl in der Industrie als auch bei den Dienstleistern und im Groß- und Einzelhandel. "Die Exporterwartungen sind zwar leicht gesunken, signalisieren aber weiterhin, dass die Firmen mit Impulsen aus dem Ausland rechnen", sagte Carstensen. Nur in der Baubranche ließ die Stimmung etwas nach. Die Unternehmer schätzten die Aussichten für die kommenden sechs Monate genauso ein wie im Vormonat. Die Lage wurde dagegen überraschend besser bewertet: Der Index kletterte um 2,7 auf 110,0 Punkte.

Auch das Konsumklima in Deutschland ist so gut wie seit über fünf Jahren nicht mehr. Das vom Nürnberger GfK durch eine Umfrage unter 2000 Verbrauchern erhobene Barometer kletterte im Juni um 0,3 auf 6,5 Punkte. „Das ist der höchste Wert seit September 2007“, sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. Der intakte Arbeitsmarkt, gute Tarifabschlüsse sowie eine sinkende Inflation stützten die gute Stimmung. Hinzu komme die niedrige Sparneigung, die im Mai auf einen neuen historischen Tiefstwert gesunken ist. „Dies ist vermutlich auch auf die Entscheidung der Europäischen Zentralbank zurückzuführen, die Zinsen in der Euro-Zone noch einmal zu senken, um die Konjunktur anzukurbeln“, sagte Bürkl.

„Aufgrund des hohen und stabilen Beschäftigungsniveaus haben die Verbraucher kaum Angst davor, ihren Job zu verlieren“, sagte Bürkl. „Dies sorgt für hohe Planungssicherheit, was gerade für größere Anschaffungen eine wichtige Voraussetzung ist.“ Das niedrige Zinsniveau steigere zudem die Anreize, Kredite aufzunehmen. Geld auf die hohe Kante zu legen, sei dagegen eher unattraktiv.

Die Konsumenten hatten sich bereits im ersten Quartal als Stütze der deutschen Wirtschaft erwiesen und ein Abrutschen in die Rezession verhindert. Sinkende Investitionen und Exporte sowie witterungsbedingte Behinderungen am Bau hatten die deutsche Wirtschaft im ersten Quartal nur um 0,1 Prozent wachsen lassen. Die Bundesbank erwartet aber einem Anziehen der Wirtschaft im Frühjahr. "Für das zweite Quartal 2013 ist mit einer spürbaren gesamtwirtschaftlichen Belebung zu rechnen", heißt es im aktuellen Monatsbericht. Wegen des schwachen Jahresauftakts hat der Industrie- und Handelskammertag (DIHK) seine Wachstumsprognose für 2013 mehr als halbiert - von 0,7 auf 0,3 Prozent.

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

24.05.2013, 10:14 Uhr

Na, geht doch wenn man alles selber macht, und die wichtigen Aufgaben nicht der Sekretärin überlässt.
Das sieht ja auch ein Blinder mit Krückstock wie es Deutschland und in unser Firma brummt.

Keine_Macht_den_Drogen

24.05.2013, 10:27 Uhr

Der Slogan sagt alles.

Die haben mittlerweile einfach zu viel Geld dafür.

RumpelstilzchenA

24.05.2013, 10:41 Uhr

Die Wirtschaft hellt sich auf. Draghi, die Märkte haben wieder volles vertrauen in den EURO. Hört, hört...

Bald ist Wahl!!!

Wir wollen wieder eine alternative!!
AfD

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