Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.12.2012

12:58 Uhr

Ifo-Institut

Deutsche Wirtschaft nimmt 2013 wieder Fahrt auf

Für die deutsche Wirtschaft sieht das Ifo-Institut Licht am Ende des Tunnels. Zwar werde die Wirtschaftsleistung Ende 2012 schrumpfen, schon im Frühjahr soll es jedoch wieder leicht aufwärts gehen.

Neben dem Export soll auch der private Konsum 2013 wieder zunehmen, prognostiziert das Ifo-Institut. dpa

Neben dem Export soll auch der private Konsum 2013 wieder zunehmen, prognostiziert das Ifo-Institut.

MünchenDie deutsche Wirtschaft soll nach einer kräftigen Delle im Winter nächstes Jahr allmählich wieder in Schwung kommen. Das Ifo-Institut rechnet in diesem und im nächsten Jahr mit 0,7 Prozent Wachstum. Mit dem Rückgang der Wirtschaftsproduktion im laufenden Quartal sei bereits die Talsohle erreicht, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn am Donnerstag in München. Die Rezession in der Eurozone bremse zwar den Aufschwung, aber der Export in die restliche Welt, der private Konsum und die Investitionen in Deutschland dürften im Jahresverlauf 2013 deutlich zunehmen.

Die Zahl der Arbeitslosen dürfte von 2,90 Millionen um 60.000 auf 2,96 Millionen steigen. „Die Zunahme der Arbeitsplätze ist beendet, aber wir müssen jetzt auch keinen Arbeitsplatzabbau befürchten“, sagte Sinn. Die Inflation werde von 2,0 auf 1,6 Prozent fallen.

Die neuen Wachstumsmärkte der deutschen Exporteure

Malaysia

Fast fünf Prozent Wachstum jährlich werden dem aufstrebenden Land bis 2025 vorausgesagt. Im gleichen Zeitraum könnte sich das Bruttoinlandsprodukt verdoppeln. Ein Grund dafür ist die wachsende Wettbewerbsfähigkeit. Im internationalen Standort-Vergleich des World Economic Forum belegt Malaysia Platz 25, knapp hinter Deutschlands wichtigstem Handelspartner Frankreich (21), aber noch vor China (29) und Italien (42). "Malaysia ist eine der offensten Volkswirtschaften der Welt", lobt das Prognos-Institut.

Indonesien

Das muslimisch geprägte Land lockt mit einem riesigen Binnenmarkt: Indonesien ist gemessen an der Bevölkerung die Nummer vier der Welt. 240 Millionen Einwohner leben hier. Bis 2060 wird Indonesien zur sechstgrößten Volkswirtschaft der Welt aufrücken und Deutschland überholen, sagt die Industriestaaten-Organisation OECD voraus. "Das rohstoff- und bevölkerungsreiche Land wird 2012 und 2013 um mehr als sechs Prozent wachsen", prognostiziert der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK). "Die Wirtschaft des Inselreichs profitiert von niedrigen Zinsen und einer niedrigen Inflation."

Kolumbien

Reiche Rohstoffvorkommen von Kohle über Öl und Gold bis zu Seltenen Erden, die Öffnung der Volkswirtschaft und nicht zuletzt eine deutlich verbesserte Sicherheitslage durch die Friedensgespräche mit den marxistischen FARC-Rebellen lassen auch hier ein jährliches Wirtschaftswachstum um die fünf Prozent erwarten. Für die Weltbank zählt Kolumbien zur Spitzengruppe in den lateinamerikanischen Staaten, wenn es um den Schutz geistigen Eigentums und Regulierung geht. "Das Land wird damit für ausländische Investoren interessanter", so der DIHK. Zusätzliche Impulse kommen von dem in Kraft getretenen Freihandelsabkommen mit der Europäischen Union. Der DIHK hält deshalb sowohl bei den Importen als auch bei den Exporten Steigerungsraten von mehr als 20 Prozent für möglich.

Peru

Noch mehr Wachstum wird Peru vorausgesagt: Sechs Prozent kann die Wirtschaftsleistung dort pro Jahr zulegen. Auch Peru hat ein Freihandelsabkommen mit der EU unterzeichnet und verfügt über viele Rohstoffe. Der DIHK hält deshalb ein Ausweitung des Handels um mehr als 20 Prozent für möglich. Besonders gefragt sein dürften Fahrzeuge. Dieser Markt lockt dem Prognos-Institut zufolge mit jährlichen Steigerungsraten von sieben Prozent.

Tunesien

Das World Economic Forum hält Tunesien, wo der arabische Frühling begann, für das wettbewerbsfähigste Land Afrikas. "Zu den größten Pluspunkten gehören die geografische Nähe zu Europa, eine belastbare Infrastruktur sowie die günstigen Lohnkosten", betont das Prognos-Institut. "Das Bildungssystem ist im regionalen Vergleich gut ausgebaut. Zudem haben zahlreiche Tunesier im Ausland studiert."

Vietnam

Schon jetzt zählt das asiatische Land mehr Einwohner als Deutschland, 2025 sollen es fast 100 Millionen sein. "Die konsumfreudige und zunehmend kaufkräftige Bevölkerung verspricht ein gewaltiges Absatzpotenzial: In kaum einem anderen Land Asiens wächst die Mittelschicht schneller als in Vietnam", so das Prognos-Institut. Mehr als sechs Prozent jährlich soll das Bruttoinlandsprodukt zulegen. Vietnam verfügt über unzählige billige Arbeitskräfte. Viele Unternehmen haben ihre Produktion deshalb schon aus dem teurer werdenden China in das Nachbarland verlagert.

Die Rezession in der Eurozone, die globale Wirtschaftsschwäche und der Einbruch der Investitionen lasse die deutsche Wirtschaft im laufenden Quartal voraussichtlich um 0,3 Prozent schrumpfen. „Es sieht aber nur nach einer Delle in der Konjunkturentwicklung aus“, sagte Sinn. Beschäftigung, privater und staatlicher Konsum in Deutschland seien robust. Die Nachfrage aus China und den Schwellenländern komme wieder in Fahrt, und die deutschen Unternehmen erwarteten im nächsten halben Jahr wieder bessere Geschäfte. Schon im ersten Quartal 2013 sei daher mit einer leichten Erholung zu rechnen, die ab Sommer in einen Aufschwung übergehen werde.

Süd- und Westeuropa seien weiter im Griff von Rezession und hoher Arbeitslosigkeit. „Es ist schon bemerkenswert, dass sich Deutschland von diesem Krisentrend absetzen kann“, betonte Sinn. Ursachen seien der stabile Binnenmarkt und der Export in die Länder außerhalb der Eurozone, der inzwischen fast zwei Drittel der Ausfuhren ausmache. Die Weltwirtschaft dürfte nächstes Jahr wieder um 3,3 Prozent, die chinesische Wirtschaft sogar um 9 Prozent wachsen, sagte Sinn.

Mit seiner Prognose ist das Ifo-Institut optimistischer als das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI), das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) und die Bundesbank, die für 2013 zwischen 0,3 und 0,5 Prozent Wachstum erwarten. Ifo-Konjunkturexperte Kai Carstensen erklärte: „Die gehen von einer längeren Winterflaute aus als wir.“ Wegen der Unsicherheiten wäre für 2013 eine Prognose mit einer großen Spanne, die von einem Wirtschaftsrückgang um 0,6 Prozent bis zu einem Wachstum von 2,0 Prozent reiche, am besten.

Von

dpa

Kommentare (13)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

13.12.2012, 13:20 Uhr

Sehr schön.

Ich verstehe die ganze Jammerei immer nicht. Deutschland ist für leistungsbereite High Potentials ein Paradies. Die EU und der Euro ein Segen. Uns geht es als Hochqualifizierte so gut wie noch nie.

Ich habe pure Freude am Leben und konsumiere entsprechend. Von Krise keine Spur - woher auch ?!

Bernd_das_Brot

13.12.2012, 13:26 Uhr

Das gibt doch nicht!

13.12 10:05h "Achtung Konjunktureinbruch voraus!"

13.12 12:58h "Deutsche Wirtschaft nimmt 2013 wieder Fahrt auf"

Und das geht schon seit Wochen so... good news, bad news, good news, bad news ... Jetzt sogar im Stundentakt, Wahnsinn...

Account gelöscht!

13.12.2012, 13:38 Uhr

Da bin ich 100% ihrer Meinung. Bei manchen scheint die Stimmung irgendwie nicht so gut zu sein, ich machte gerade den Fehler und lass mal wieder Spiegel (Was für ein Schundblatt, und was sich da erst für ein linkes Volk herumtreibt bei den Kommentaren!) - ich frage mich, wie kann man diesen Pöbel verstummen alssen? Ich lese diverse Wirtschaftsblätter von Berufs wegen und leider kann man die Kommentare unten meist nicht ausschalten. Man ließt die gezwungnermaßen mit. Der billige Pöbel regt mich regelmäßig auf mit seinen Kommunistischen Kampfparolen. Eine Lösung könnte sein:

Aktivitäten von Harz4 Empfängern notfalls per Überwachungssoftware protkollieren - wer nicht arbeiten kann, der kann auch nicht im Netz schreiben. Es kann nicht sein das sich diese Linken Vollchaoten vom Staat subventionieren lassen und anstatt sich arbeit zu suchen im Netz politischen aktivitäten nachgehen und pöbeln. Da ich mir sicher bin das 90% dieser negativen Vibrations im Netz von Harzer Käse verfasst werden, könnte das eine Wirkungsvolle Maßnahme sein!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×