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03.01.2005

07:17 Uhr

In den Unternehmen läuft die Restrukturierungswelle 2005 weiter

Das Jahr des Wandels

Restrukturierung und Neuausrichtung stehen bei Europas Firmen im neuen Jahr hoch im Kurs. Fast jedes dritte Unternehmen in Deutschland, Italien, Frankreich und Großbritannien will 2005 im eigenen Haus größere Einschnitte vornehmen. Das ist das Ergebnis des Handelsblatt Business Monitors-International, einer Umfrage unter Führungskräften in den vier Ländern.

zel DÜSSELDORF. In Deutschland (39 Prozent) und Italien (42 Prozent) kündigen die befragten Manager in größerem Maß als in den beiden anderen Ländern Veränderungen in den eigenen Firmen an. „Die Unternehmenslenker nehmen ihr Schicksal selbst in die Hand“, konstatiert Juan Rigall, Partner bei der Unternehmensberatung Droege & Comp. Wenn die Rahmenbedingungen nicht in Ordnung seien, weil etwa die Konsumneigung nachlasse, suchten die Firmen ihr Heil in der Kostensenkung.

Bei den europäischen Nachbarn Frankreich (22 Prozent) und Großbritannien (13 Prozent) fällt der Veränderungsdruck geringer aus. Im Unterschied zu Deutschland und Italien haben französische und britische Unternehmen auch in der jüngsten Vergangenheit weniger Veränderungsbedarf gesehen.

Britische Unternehmen haben dabei den Vorteil, dass sie bei einer Neuausrichtung deutlich weniger rechtliche Regeln beachten müssen. Größere deutsche Konzerne wie Karstadt und Opel haben erst im vergangenen Jahr mit der Sanierung begonnen – Zulieferer und andere verbundene Unternehmen werden darauf 2005 wahrscheinlich mit eigenen Sparplänen reagieren müssen. In einzelnen Branchen fällt der Wunsch des Managements nach Veränderung größer aus. In Deutschland und Großbritannien wird nach den Ergebnissen des Handelsblatt Business-Monitors vor allem in Unternehmen aus den Bereichen Handel und Verkehr sowie dem produzierenden Gewerbe damit zu rechnen sein, dass es im neuen Jahr zu tieferen Einschnitten kommt. In Frankreich und Italien drängt vor allem das Management aus dem Dienstleistungssektor auf strukturelle Veränderungen im eigenen Haus.

Albert Heuser, Leiter des BASF-Werks am Stammsitz in Ludwigshafen, will nicht nur in einzelnen ausgewählten Bereichen, sondern überall auf dem großen Firmengelände mit 220 Einzelbetrieben zu messbaren Einsparungen kommen – ob nun unmittelbar in der Produktion oder auch bei unterstützenden Dienstleistungssparten. „Bis Mitte 2005 wollen wir ein jährliches Einsparvolumen von 450 Millionen Euro erreichen“, kündigt der Ludwigshafener Werkschef an.

Im neuen Jahr müssen sich vor allem die Verwaltungsabteilungen der Unternehmen auf Einschnitte vorbereiten – zu diesem Ergebnis kommt ebenfalls der Handelsblatt Business-Monitor. 47 Prozent der befragten europäischen Manager planen eine Neuordnung in Bereichen wie Finanzen, Planung und Controlling. In deutschen Unternehmen ist diese Haltung noch stärker ausgeprägt: 71 Prozent der Befragten wollen in der Verwaltung Einschnitte durchsetzen. Ähnlich stark dürfte der Vertrieb betroffen sein, wo 66 Prozent der deutschen Manager den Rotstift ansetzen wollen.

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