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08.01.2010

12:16 Uhr

In kleinen Schritten

Industrie verbucht ein Produktionsplus

Dank wirtschaftlicher Erholung und staatlicher Unterstützung rappelt sich das produzierende Gewerbe in Deutschland langsam wieder auf. Das statistische Bundesamt verbucht für November ein kleines Plus, im Jahresvergleich stürzten die Zahlen jedoch dramatisch ab.

Fabrik in Frankfurt/Oder: Produzierendes Gewerbe rappelt sich langsam auf. dpa

Fabrik in Frankfurt/Oder: Produzierendes Gewerbe rappelt sich langsam auf.

HB BERLIN. Das produzierende Gewerbe in Deutschland kommt nur in Trippelschritten aus der Krise. Für November 2009 ermittelte das Statistische Bundesamt preis- und saisonbereinigt eine Ausweitung der Produktion von 0,7 Prozent, wozu Industrie und Bauhauptgewerbe etwa gleich stark zu beitrugen. Allerdings hatte die Erzeugung im Oktober um 1,7 Prozent abgenommen, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Freitag in Berlin mitteilte.

Die Erholung setze sich im produzierenden Gewerbe in der Tendenz weiter fort, erklärte das Ministerium. Es geht allerdings davon aus, dass die Aufwärtsdynamik wieder schwächer wird. Gründe sind die insgesamt verhaltene Entwicklung der Auftragseingänge und die Flaute im Fahrzeugbau.

Im aussagekräftigeren Zweimonatsvergleich (Oktober/November gegenüber August/September) wuchs die Produktion im produzierenden Gewerbe um 0,1 Prozent, im Dreimonatsvergleich sogar um 2,9 Prozent. Im Vergleich mit Vorjahreswerten errechnete das Statistische Bundesamt allerdings tiefrote Zahlen: Im Oktober/November 2009 ergab sich gegenüber dem gleichen Zeitraum 2008 ein Rückgang der Produktion um 10,2 Prozent. Während die Industrie dazu minus 11,6 Prozent beitrug, legte das Bauhauptgewerbe um 3,1 Prozent zu.

Vom Verarbeitenden Gewerbe in Deutschalnd dürften nach Einschätzung der Postbank im Schlussquartal 2009 erneut spürbare Wachstumsimpulse ausgegangen sein. Gleichwohl wiesen die Auftrags- und Produktionsdaten der beiden letzten Monate auf das Risiko temporärer Rückschläge im konjunkturellen Erholungsprozess hin, heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Studie des Bankhauses. Trotz der enttäuschenden Entwicklung im Oktober/November sei der Aufwärtstrend in der deutschen Industrie immer noch intakt. Im November habe sich die Industrieproduktion teilweise von ihrem Rückschlag im Vormonat erholt.

Getragen von den milliardenschweren staatlichen Konjunkturprogrammen erzielte auch das Bauhauptgewerbe ein Plus von 0,7 Prozent. Die Energieerzeuger drosselten hingegen ihre Kraftwerke um 2,0 Prozent.

Am stärksten kurbelten die Konsumgüterhersteller die Produktion an, das Plus lag hier bei 1,7 Prozent. Bei den Produzenten von Vorleistungsgütern, zu denen etwa Stahl- und Chemiefirmen gehören, ergab sich ein Plus von 1,1 Prozent. Auch die Hersteller von Investitionsgütern, wie etwa Maschinenbauer, steigerten den Ausstoß um 0,3 Prozent.

Wie stark das verarbeitende Gewerbe noch immer unter den Folgen der schwersten Krise der Nachkriegszeit leidet, zeigt der Vergleich mit dem Vorjahr: Die Produktion lag bereinigt um Arbeitstageeffekte um acht Prozent niedriger als im November 2008. Allerdings ist die Lücke kleiner geworden: Im Oktober hatte das Minus noch 12,3 Prozent betragen.

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