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02.09.2012

14:11 Uhr

Indonesien

Der schlafende Riese ist erwacht

VonUrs Wälterlin

Indonesien gilt als eines der neuen Boom-Schwellenländer – die Kaufkraft der Bevölkerung steigt und steigt. Doch es gibt ein großes Problem, dass die Geschwindigkeit bremst.

Menschen auf Motorrädern quälen sich durch den Verkehr in West Bali, Indonesien. dapd

Menschen auf Motorrädern quälen sich durch den Verkehr in West Bali, Indonesien.

BangkokDer schlafende Riese Indonesien ist erwacht. Die politische und wirtschaftliche Öffnung seit der Jahrtausendwende hat dem nach Bevölkerung viertgrößten Land der Erde starke Wachstumsraten gebracht. Prognos erwartet auch für die kommenden 15 Jahre ein Wachstumstempo von fünf Prozent pro Jahr.

"Die wirtschaftlichen Reformen seit 2004 machen Indonesien zu einem der interessantesten Schwellenländer überhaupt", sagt Rajiv Biswas, Chefökonom des Analysehauses IHS Global Insight in Singapur. Die Kaufkraft der Bevölkerung steigt, doch es gibt noch einigen Rückstand aufzuholen. 2025 wird die Wirtschaftsleistung pro Einwohner laut Prognos erst 2 900 Dollar erreicht haben - den Stand, den China heute schon hat. Das mag auf den ersten Blick nicht spektakulär erscheinen. Doch für ein Volk von heute 240 Millionen Menschen ist das ein Kraftakt, der viel Kaufkraft schaffen wird.

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Vietnam ist ein Aufsteiger im Gefolge Chinas. Das Land wandelt sich derzeit und wird mehr und mehr erfolgreich – viele Elektrohersteller produzieren hier. Noch ist die lokale Wirtschaft aber anfällig für Rückschläge.

Der Erfolg kann aber auch zum Fluch werden: Schon heute gilt die Hauptstadt Jakarta als eine der verstopftesten Metropolen der Welt. Tag für Tag herrscht der Dauerstau, und nicht nur hier. In ganz Indonesien sind die Straßen mangelhaft, die Häfen völlig überlastet, und es fehlt an Zügen. Zur ungenügenden Infrastruktur kommen die großen Distanzen: Indonesien ist auf über 17 000 Inseln verteilt. Darum machen die Logistikkosten hier laut Lukman Hakim, dem Vorsitzenden des Indonesischen Instituts für Wissenschaften, zwischen 25 und 30 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus, doppelt so viel wie in der Region üblich. Die indonesische Regierung will nun 50 Milliarden Dollar in den Ausbau der Transportwege investieren - ob das reichen wird?

Kommentare (3)

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1925

02.09.2012, 20:00 Uhr

Woher bezieht HB seine Daten?

Wikipedia sagt zu jedem Artikel was anderes, bei einer Wirtschaftsleistung von 2900 Dollar im Jahr 2025 bin ich dann aber doch mal stutzig geworden. Das ist mehr als lächerlich wenig, und siehe da, schon heute sind es 3900 Dollar pro Einwohner / Jahr BIP.

Wie kommen die auf 2900 Dollar im Jahr 2025 und erzählen was von Wirtschaftswachstum? China solle angeblich ebenfalls JETZT 2900 Dollar haben. Die haben lt. Wiki das doppelte, PPP sogar über 8000. Nominal, PPP egal wie man es rechnet, die Zahlen die hier genannt wurden sind sicherlich aus Fischer Weltallmananch von 1965 und beziehen sich auf Prognosen für das Jahr 1985. Wäre sehr nett wenn das Handelsblatt mal seine VLeute benennen könnte, die ihnen diese grandiosen Zahlen geflüstet haben.

Account gelöscht!

02.09.2012, 21:47 Uhr

Jetzt fallen die Heuschrecken wieder einmal über Indonesien her, nachdem es sich vom kolonialen Schock und der Diktatur immer noch nicht erholt hat.

Die DROHUNG, es steht ein gigantisches Wachstum bevor, erinnert mich an die PIGS Staaten die, nachdem sie von den "Märkten" rasiert wurden, alle bankrott gegangen sind.

Es erinnert mich auch fatal an Afghanistan, Irak, Libyen, Syrien, Iran, Nordkorea. Die mussten mitlitärisch sturmreif geschossen werden, weil sonst nix zu holen war.

Solange die Menschen nicht wissen, wie das Geld und die Wurst gemacht werden, können sie besser schlafen.

Würde der Staat, wie es ihm eigentlich zustände, sein eigenes Geld aus der Luft schöpfen und dieses Monopol NICHT den Privatbanken überlassen,
müsste er es sich nicht für teures Geld = ZinsesZins borgen und wir bräuchten dann ALLE KEINE Steuern zu bezahlen.

Unser GANZES Leben wird also nicht von der Politik, sondern von den Banken bestimmt. Ein einzigartiges Betrugssystem. Der ESM hat nahezu die gleichen Strukturen wie die FED. Die Versklavung wird damit auf EU Ebene hochgefahren.

FreundHein

02.09.2012, 22:01 Uhr

Was soll das Gesundbeten des kranken Mannes am Feuerring?
In Indonesien funktioniert nur eins: die Korruption.
Und seit einschlägig interessierte Scheichs dafür mit guten Petrodollars blechen, die Shariasierung.

5% p.a. als Prognose sehen erst mal gut aus, wenn man das Bevölkerungswachstum insb. aufgrund Punkt 2 oben gegen rechnet, bleibt pro Kopf wenig bis nichts. Dazu kommen 7% Inflation bei einem erstaunlich stabilen Wechselkurs.

Die Schere zwischen arm und reich geht auch in ID immer weiter auseinander. Was den Laden noch einigermaßen am kochen hält, ist internationales Fluchtkapital (.ru .tw .cn .sa .kw .kz und noch so ein paar der üblen Verdächtigen). Wer DA seine Freunde hat, ist eh schon vor Ort.
Ansonsten wird man von den einheimischen Oligarchen früher oder später aus seinem Geschäft herauskomplimentiert (passiert auch Einheimischen, die nicht in den Gangsterhochburgen Surabaya und/oder Jakarta vernetzt sind!), wenn sich der Laden vielversprechend entwickelt oder nur hip aussieht ("Der A. Dingsbowo hat doch auch so ein Unternehmen gekauft, Männe, seh' zu dass wir was besseres kriegen", so ticken die Frauen der oberen 500).

Indonesien hat weder eine nennenswerte (im Vergleich zum Bedarf, beachte z.B. die vergeblichen Maßnahmen gegen das Schwarzfahren auf Zugdächern!) Infrastruktur noch Bildung in der Bevölkerung.
Der Schulunterricht besteht in Vorbeten und Nachbeten, Universitäten fallen durch ihre ahnungslosen Absolventen auf, so die sich international verlaufen.

Einer der meistgeliebten und meisthofierten Freunde des Landes ist übrigens Nordkorea. Man google nur mal über ein paar indonesische Zeitungen wie kompas, jakartapost, jawapos, tempo usw.

Wer es dann noch nicht kapiert hat, sollte sich in ärztliche Behandlung begeben.

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