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07.10.2011

14:31 Uhr

Industrie drosselt Produktion

Leichte Einbußen beim Produzierenden Gewerbe

Die Deutsche Industrie hat ihre Produktion nach starken Vormonatszahlen im August gedrosselt. Bankvolkswirte kommentieren diese Zahlen trotzdem überwiegend positiv. Man hatte mit einem stärkeren Rückgang gerechnet.

Stahlbetonbauer des Baukonzerns Hochtief in Düsseldorf. Die Bauproduktion sank im August um 1,2 Prozent. dapd

Stahlbetonbauer des Baukonzerns Hochtief in Düsseldorf. Die Bauproduktion sank im August um 1,2 Prozent.

BerlinDie deutsche Industrie hat im August nach starken Vormonatszahlen einen leichten Rückgang der Produktion hinnehmen müssen. Die Gesamtproduktion ging im Monatsvergleich um 1,0 Prozent zurück, wie das Wirtschaftsministerium am Freitag in Berlin mitteilte. Der Rückgang fiel aber deutlich schwächer aus als erwartet: Von der Finanznachrichtenagentur dpa-AFX befragte Volkswirte hatten mit einem doppelt so starken Minus von 2,0 Prozent gerechnet. Das starke Plus vom Juli wurde leicht auf 3,9 Prozent verringert. Im Jahresvergleich stieg die Produktion im August um 7,7 Prozent, nach plus 10,3 Prozent im Vormonat.

Bankvolkswirte kommentierten die Zahlen überwiegend positiv: So zeichne sich für das gesamte dritte Quartal trotz des jüngsten Rückgangs ein deutliches Produktionsplus ab. Dies dürfte auch das Gesamtwachstum Deutschlands stützen, heißt es bei der Commerzbank. Die Postbank hält Befürchtungen wegen einer bevorstehenden Rezession für übertrieben. Dennoch: Wegen rückläufiger Auftragseingänge dürfte sich die Produktion um die Jahreswende herum spürbar schwächer entwickeln, möglicherweise sogar sinken. Am Donnerstag hatte das Ministerium das zweite Auftragsminus in Folge gemeldet.

Im August war die Produktion in allen relevanten Sektoren rückläufig. Der Ausstoß in der wichtigen Industrie sank um 1,0 Prozent. Im Energiesektor lag das Minus bei 1,8 Prozent, im Baugewerbe bei 1,2 Prozent. Innerhalb des Industriesektors stützte die Produktion von Investitionsgütern, die leicht um 0,2 Prozent anstieg. Demgegenüber sank der Ausstoß von Vorleistungs- und Konsumgütern um 0,7 und 4,9 Prozent.

Das Ministerium führt den aktuellen Produktionsrückgang vor allem auf einen Ferieneffekt zurück. Trotz der insgesamt leichten Abschwächung bleibe die Produktion auf Wachstumskurs.

Im weniger schwankungsanfälligen Zweimonatsvergleich (Juli/August gegenüber Mai/Juni) stieg die Gesamtproduktion um 2,8 Prozent. Auf Jahressicht lag der Zuwachs in dieser Rechnung bei 9,0 Prozent.

Von

dpa

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