Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.05.2016

08:48 Uhr

Inflation bei minus 0,1 Prozent

Statistisches Bundesamt jetzt ganz sicher – Preise sind gefallen

Erstmals seit Januar vergangenen Jahres sind die Preise in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr gefallen. Ein Grund: günstigere Pauschalreisen nach Ostern und billigere Molkereiprodukte.

Minus 0,1 Prozent

Negative Inflationsrate drückt auf die Stimmung

Minus 0,1 Prozent: Negative Inflationsrate drückt auf die Stimmung

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Düsseldorf/WiesbadenJeden Monat veröffentlicht das Statistische Bundesamt die Daten zur Preisentwicklung in zwei Schüben: eine Vorabschätzung auf Basis vorläufiger Daten, dann eine endgültige Zahl wenig später. Bei den Inflationsdaten für April hatten sich die Statistiker allerdings bei der Vorabschätzung verrechnet, sodass eine dritte Veröffentlichung dazwischen kam: die nachträglich korrigierte Schätzung. Statt von leicht steigenden war auf einmal von leicht gefallenen Preisen im April die Rede.

Die am Freitag veröffentlichten endgültigen Daten bestätigen jetzt die Berechnung der korrigierten Vorabschätzung: Erstmals seit mehr als einem Jahr sind die Verbraucherpreise in Deutschland gesunken. Die Inflationsrate fiel im April im Vorjahresvergleich ins Negative auf minus 0,1 Prozent. Zuletzt hatte es im Januar 2015 eine negative Inflationsrate gegeben. Damals lag sie bei minus 0,3 Prozent.

Die Europäische Zentralbank (EZB) spricht erst bei Werten von knapp unter zwei Prozent von stabilen Preisen – sie betrachtet dabei aber die gesamte Euro-zone, nicht einzelne Mitglieder. Die Notenbank versucht, mit lockerer Geldpolitik die Kreditvergabe anzukurbeln und durch steigende Nachfrage zu leicht anziehenden Preisen beizutragen. In der Euro-Zone waren die Preise im April der ersten Schätzung zufolge sogar um 0,2 Prozent gefallen.

Ursache für den Preisrückgang im April waren wie in den Vormonaten die niedrigen Energiepreise. Leichtes Heizöl verbilligte sich demnach um 28,6 Prozent. Kraftstoffe waren 12,9 Prozent günstiger. Lediglich die Strompreise erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahresmonat leicht um 0,8 Prozent.

Preissenkend wirkte sich im April auch das frühe Osterfest aus. Durch den Kalendereffekt seien vor allem die Preise für Pauschalreisen zurückgegangen, teilte die Behörde mit. Sie sanken um 8,8 Prozent.

Der Preisanstieg bei Nahrungsmitteln schwächte sich ab. Nachdem hier die Preise im März noch um 1,3 Prozent zugelegt hatten, lag der Anstieg im April nur noch bei 0,5 Prozent. Deutlich billiger wurde demnach beispielsweise Butter.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×