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10.05.2012

10:36 Uhr

Inflation

Bundesbank sieht keinen Anlass zur Panik

Die Analysten der EZB rechnen 2012 mit höherem Teuerungsdruck für die Eurozone und haben die Prognose für die Inflation deutlich angehoben. Auch die Aussicht für die Wirtschaft ist negativ.

Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt. dpa

Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt.

FrankfurtDie Bundesbank bemüht sich in der neu entbrannten Inflationsdebatte um eine Versachlichung. Deutschland werde infolge der Schuldenkrise höchstens auf kurze bis mittlere Sicht höhere Preissteigerungen hinnehmen müssen als erwünscht, hieß es am Donnerstag im Umfeld von Bundesbank-Präsident Jens Weidmann in Frankfurt. „Damit ist eine Inflationsrate gemeint, die moderat über dem Inflationsziel der EZB von knapp zwei Prozent liegt“, sagte ein hochrangiger Notenbanker, der nicht namentlich genannt werden wollte. Deutschland habe in den ersten Jahren der Währungsunion mit Inflationsraten unterhalb der Zwei-Prozent-Marke gelebt, nun könne die stärkste Volkswirtschaft der Euro-Zone auch eine Zeit lang höhere Teuerungsraten verkraften.

Hintergrund der Diskussion ist ein Statement der Bundesbank für eine Anhörung im Finanzausschuss des Bundestages am Mittwoch, in dem die deutsche Notenbank ihre bisherige harte Haltung in Sachen Inflation ein Stück aufweicht. In dem Text räumen die Zentralbanker ein, dass die begonnenen Reformen in den Krisenstaaten zur Folge haben dürften, dass deren Wettbewerbsfähigkeit im Vergleich zu Deutschland zulegt. „Deutschland dürfte in diesem Szenario künftig in der Währungsunion eher überdurchschnittliche Inflationsraten aufweisen.“ Gemeint sein könnte hier nach Ansicht von Fachleuten ein vorübergehendes Niveau von etwa 2,5 bis 2,6 Prozent.

Indes haben Analysten der EZB-Geldpolitik ihre Inflationsprognose für die Eurozone deutlich nach angehoben. Laut der heute veröffentlichten vierteljährlichen Umfrage rechnen sie 2012 für die Euro-Zone mit einem Preisanstieg von 2,3 Prozent. In der vor drei Monaten veröffentlichten Umfrage waren lediglich 1,9 Prozent veranschlagt worden. 2013 soll die Teuerung dann auf 1,8 Prozent zurückgehen (Februar-Prognose: 1,7 Prozent).

Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht Geldwertstabilität bei einer Teuerungsrate von knapp unter zwei Prozent gewährleistet.

Die Wirtschaft in der Euro-Zone dürfte nach Einschätzung der Ökonomen im laufenden Jahr um 0,2 Prozent schrumpfen. Im Februar hatten sie ein Minus von 0,1 veranschlagt. 2013 soll das Bruttoinlandsprodukt nach Einschätzung der EZB-Analysten um 1,0 (Februar-Prognose: 1,1) Prozent zulegen.

Ebenfalls schlechter als zuletzt erwartet dürfte sich nach Meinung der EZB-Analysten die Lage am Arbeitsmarkt entwickeln: Die Arbeitslosenquote soll demnach 2012 bei 11,0 (10,6) Prozent liegen, 2013 bei 10,9 (10,6) Prozent.

Von

rtr

Kommentare (4)

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Pequod

10.05.2012, 11:01 Uhr

Das alles ändert nichts mehr an der Tatsache, daß
die ''EU'' mit ihrem Eurokorsett in der jetzigen
Form nicht mehr finanzierbar ist. Der überschuldete
Alleinfinancier BRD der ''EU'' wird unweigerlich
den vorgezeigten Weg eines Griechenland mit der
Reihenfolge Verschuldung - Überschuldung in die
Massenverelendung abtriften!! Sowas nennt man europ.
Solidarität!!

Idiots_for_Eurobombs

10.05.2012, 11:08 Uhr

Na, tröpfchenweise kommt die Wahrheit ans Licht: Deutschland zahlt in dieser Transferunion für seinen eigenen Untergang. Nicht nur durch eine massiv steigende Inflationsrate, sondern vor allem durch die irgendwann fällig werdenden Garantien, die D so großzügig übernommen hat, obwohl wir immer weniger vom EU-Export profitieren, den wir zudem noch zum großen Teil selbst finanzieren. Den Profit dabei machen andere, nicht der tumbe deutsche Steuerzahler.

Schlaumeier

10.05.2012, 11:22 Uhr

Die Reformen in den Krisenstaaten schwächen Dtl.? Welche griechischen, spanischen, portugisischen Produkte kauft Herr Weidemann denn wohl? Dass ist ja deren Problem. Außer Sonne haben die nur Schrott anzubieten. Da hilft auch 1 Bio Euro nicht. Die werden nicht wettbewerbsfähiger - leider.
Also durchfüttern (dt. Steuerzahler + Sparer) oder mittelfristig, alle raus auch dem Euro. Besser noch: Dtl. tritt aus.

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