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17.10.2016

11:44 Uhr

Inflation

Preise in der Euro-Zone steigen etwas stärker

Die Inflation in der Euro-Zone zieht wegen höherer Preise in Restaurants, für Wohnungsmieten und Zigaretten etwas an. Waren und Dienstleistungen kosteten im September durchschnittlich 0,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Auch steigende Mieten lassen die Preise steigen. dpa

Immobilien in Magdeburg

Auch steigende Mieten lassen die Preise steigen.

LuxemburgDie Inflation im Euroraum hat im September etwas zugelegt. Im September stiegen die Verbraucherpreise um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie die Statistikbehörde Eurostat am Montag in Luxemburg mitteilte. Das ist die höchste Rate seit Oktober 2014. Die Behörde bestätigte damit eine erste Schätzung. Im August hatte die Inflationsrate bei 0,2 Prozent gelegen. Im Vergleich zum Vormonat legte das Preisniveau ebenfalls um 0,4 Prozent zu.

Grund für den etwas stärkeren Preisauftrieb ist die Entwicklung der Energiepreise. Diese sind im Jahresvergleich zwar immer noch rückläufig, aber nicht mehr so stark wie in den Monaten zuvor. Im September lagen sie 3,0 Prozent niedriger als im Vorjahresmonat, nach 5,6 Prozent im August und 6,7 Prozent im Juli. Im Vergleich zum Vormonat stiegen die Energiepreise im September um 1,0 Prozent. Auch wegen höherer Preise in Restaurants, für Wohnungsmieten und Zigaretten stiegen die Zahlen.

Der Werkzeugkasten der EZB

Leitzins

Das wichtigste Instrument ist der Leitzins, also der Zins, zu dem sich Geschäftsbanken bei der Notenbank Geld ausleihen können, um es dann zum Beispiel als Kredit an Unternehmen und Verbraucher weiterzugeben. Im August 2016 liegt der EZB-Zins bei historisch niedrigen 0,0 Prozent. Niedrige Zinsen können die Konjunktur ankurbeln.

Einlagezins

In normalen Zeiten bekommen Geschäftsbanken von der EZB Zinsen für überschüssiges Geld, das sie bei der Zentralbank parken. Im Juni 2014 senkten die Währungshüter den Zins unter die Nullgrenze. Aktuell müssen die Kreditinstitute einen Strafzins von 0,4 Prozent zahlen. Das Ziel ist eine Schwächung des Euro und ein Abbau der Einlagen der Banken bei der EZB.

Geldspritzen

Ende 2011/Anfang 2012 unterstützte die EZB Banken mit Notkrediten (LTRO) im Volumen von einer Billion Euro. Die Kredite wurden zu Mini-Zinsen und für drei Jahre gewährt. 2014 folgten weitere Notkredite, allerdings diesmal in deutlich geringerem Umfang.

Kauf von Kreditpaketen

Seit Herbst 2014 kauft die EZB Pfandbriefe (Covered Bonds) und gebündelte Kreditverbriefungen (ABS). Das soll Geschäftsbanken Freiräume zur Vergabe von Krediten verschaffen.

Staatsanleihen Käufe

Im Mai 2010 begann die EZB erstmals mit dem Kauf von Staatsanleihen. Das „Securities Markets Programme“ (SMP) sollte den Anstieg der Renditen von Anleihen angeschlagener Euro-Länder bremsen. Bis Anfang 2012 kaufte die EZB Staatspapiere für rund 220 Milliarden Euro, zumeist italienische Anleihen. Im September 2012 ersetzte das Programm „Outright Monetary Transactions“ (OMT) diese Maßnahme: Die EZB erklärt sich dabei bereit, notfalls unbegrenzt Anleihen von Krisenstaaten zu erwerben. Gekauft wurde in diesem Rahmen bisher keine Anleihe.

Quantitative Lockerung

Für die sogenannte Quantitative Lockerung druckt sich die Zentralbank quasi selbst Geld und kauft damit in großem Stil Anleihen - Staatsanleihen und andere Papiere wie Unternehmensanleihen. Das tut die EZB seit März 2015. Bis mindestens Ende März 2017 wollen die Währungshüter auf diese Weise 1,74 Billionen Euro in den Markt pumpen. Das soll die Konjunktur ankurbeln und die anhaltend niedrige Inflation wieder in Richtung der EZB-Zielmarke von knapp unter 2,0 Prozent befördern.

Der grundlegende Preisdruck bleibt aber verhalten, wie die Kerninflation zeigt, die Energie und Lebensmittel nicht berücksichtigt. Sie lag im September unverändert bei 0,8 Prozent.

Am höchsten war die Inflationsrate in Belgien (1,8 Prozent), Estland (1,7 Prozent) und Österreich (1,1 Prozent), am niedrigsten in der Slowakei (-0,5 Prozent) und Zypern (-0,4 Prozent). In Deutschland lag die Inflationsrate bei 0,5 Prozent. Alle Daten beruhen auf dem für europäische Zwecke erhobenen Verbraucherpreisindex HVPI.

Die Inflationsrate bleibt aber weiter deutlich unterhalb des Preisziels der Europäischen Zentralbank (EZB) von knapp zwei Prozent. Sie versucht, mit einer sehr lockeren Geldpolitik die Inflation zu erhöhen. An diesem Donnerstag wird die EZB über ihre Geldpolitik beraten. Experten erwarten keine entscheidenden Beschlüsse.

Kommentare (2)

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Herr richard roehl

17.10.2016, 13:20 Uhr

Glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast. Ich mache gerade die Steuern fürs letzte Jahr. Da fällt mir eine Tankquittung in die Hände vom September 15, Diesel 0,96/Liter. Letzte Woche getankt 1,11€/Liter. Soviel zu 3% Preisrückgang zum Vorjahresmonat. Aber die Statistiker sind ja objektiv und keine Mitglieder des Volsverdummungskartells, und ich habe nur Wahrnehmungsstörungen und Rechenschwäche

Herr Thomas Behrends

17.10.2016, 13:32 Uhr

@ richard roehl

Das sind die von Volker Kauder so beschriebenen "Beruhigungspillen".

Bitte nicht aufregen, alles ist gut. Bloß keine schlechte Stimmung verbreiten!

Ja, wo sind wir denn hier; in der größten Psychartrie der Welt?

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