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16.01.2015

08:26 Uhr

Inflation

Spritpreise drücken Teuerung nahe null

Der Preissturz an den Zapfsäulen drückt die Inflationsrate in Deutschland an die Nulllinie. Die Verbraucherpreise stiegen im Dezember nur noch um 0,2 Prozent. Das ist der niedrigste Wert seit Oktober 2009.

Sinkende Preise für Benzin und Diesel drücken die Inflationsrate in Deutschland. dpa

Sinkende Preise für Benzin und Diesel drücken die Inflationsrate in Deutschland.

BerlinDer Preissturz an den Zapfsäulen drückt die Inflationsrate in Deutschland ganz nahe an die Nulllinie. Die Verbraucherpreise stiegen im Dezember nur noch um 0,2 Prozent zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Das ist der niedrigste Wert seit Oktober 2009. Was die Verbraucher freut, sorgt die Europäische Zentralbank (EZB): Sie strebt eine Teuerungsrate von knapp zwei Prozent an.

„Bei den Energieprodukten verstärkte sich zum Jahresende der Preisrückgang“, erklärten die Statistiker. Leichtes Heizöl kostete 22,8 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, Kraftstoffe wie Benzin 12,1 Prozent weniger. Gas verbilligte sich um 1,4 Prozent. Auch für Nahrungsmittel musste weniger bezahlt werden: Sie kosteten im Schnitt 1,2 Prozent weniger. Allerdings gab es hier große Schwankungen: Fleisch und Wurst waren um 0,6 Prozent günstiger zu haben, Kaffee, Tee und Kakao verteuerten sich hingegen um 11,1 Prozent. Mehr verlangt wurde außerdem für pharmazeutische Produkte (+4,9 Prozent), Zeitungen und Zeitschriften (+4,2 Prozent) sowie für Nettokaltmieten (+1,4 Prozent).

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2014 stiegen die Preise insgesamt um durchschnittlich 0,9 Prozent - so gering wie seit dem Rezessionsjahr 2009 nicht mehr. Die Wirtschaftsweisen rechnen für 2015 mit 1,3 Prozent.

Allerdings hat sich die Talfahrt an den Ölmärkten zuletzt beschleunigt, so dass die Teuerung noch niedriger ausfallen könnte. Die EZB gerät dadurch immer stärker unter Zugzwang, mehr Geld ins Finanzsystem zu pumpen und sich damit gegen einen konjunkturschädlichen Preisverfall auf breiter Front zu wappnen. Die Hüter des Euro wollen mit aller Macht eine Deflation vermeiden, der die Wirtschaft lähmen könnte, da Umsatz- und Gewinnrückgänge die Folge sein dürften. Die Währungshüter haben den Leitzins auf das Rekordtief von 0,05 Prozent gesenkt und den Kauf von Hypothekenpapieren und Pfandbriefen beschlossen. Falls sie nun auch Staatsanleihen in großem Stil kaufen sollten, könnten sie mit einer solchen Geldschwemme die Inflation künstlich anheizen und zugleich die maue Konjunktur ankurbeln.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Herr Peter Noack

16.01.2015, 09:44 Uhr

Im Dezember 2014 noch 0,2 Prozent Inflation. Im Januar 2015 bei weiter gesunkenem Ölpreis schon - 0,2 Prozent Inflation?
Was kann der Kunde dagegen tun? Der Kunde ist Preisnehmer, nicht Preissetzer, sagt die VWL.

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