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11.12.2015

09:02 Uhr

Inflation

Verbraucherpreise ziehen nur leicht an

Die sinkenden Energiepreise drücken die Inflation: Im Vorjahresvergleich haben sich die Preise um lediglich 0,4 Prozent verteuert. Für Obst und Gemüse müssen die Verbraucher jedoch deutlich tiefer in die Taschen greifen.

Vor allem Haushaltsenergie und Kraftstoffe waren für Verbraucher im vergangenen Jahr deutlich günstiger als 2014. dpa

Inflation

Vor allem Haushaltsenergie und Kraftstoffe waren für Verbraucher im vergangenen Jahr deutlich günstiger als 2014.

WiesbadenDie Preise für Obst und Gemüse haben im November deutlich angezogen, die Verbraucherpreise insgesamt stiegen aber nur leicht. Die Inflation lag im vergangenen Monat bei 0,4 Prozent gegenüber November 2014, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte und damit vorläufige Zahlen bestätigte. Wie in den Vormonaten sorgten vor allem die sinkenden Energiepreise für die nur leichte Teuerung. Ohne Berücksichtigung der Energie hätte die Inflationsrate bei 1,3 Prozent gelegen, erklärten die Statistiker.

Deutlich teurer als vor einem Jahr waren im November vor allem Zitrusfrüchte (17,4 Prozent) und Äpfel (12,3 Prozent). Einen Preissprung von mehr als 27 Prozent machten Kartoffeln. Grund sind schlechte Ernten, das Angebot ist sehr viel niedriger als im Vorjahr. Molkereiprodukte und Eier dagegen waren um vier Prozent günstiger als vor einem Jahr.

Das sind die Wachstumsgaranten der deutschen Exporteure

USA

Die Vereinigten Staaten sind erstmals wichtigster deutscher Absatzmarkt und verdrängen damit Frankreich nach mehr als einem halben Jahrhundert. Beflügelt vom schwachen Euro zogen die Exporte in die weltgrößte Volkswirtschaft im ersten Halbjahr 2015 um fast 24 Prozent auf 56 Milliarden Euro an. Ein weiterer Grund für diesen Boom ist das robuste Wachstum der US-Wirtschaft. Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet für 2015 mit einem Anstieg des US-Bruttoinlandsprodukts um 2,5 Prozent und für 2016 mit 3,0 Prozent. Wegen geringerer Energiekosten werden zudem viele Fabriken und Produktionsstätten hochgezogen, für die Maschinen und Ausrüstungen aus Deutschland importiert benötigt werden.

Indien

Lange stand das Land im Schatten des benachbarten China. Doch sowohl in diesem als auch im kommenden Jahr dürfte Indien deutlich schneller wachsen als die Volksrepublik. Der IWF sagt jeweils ein Plus von 7,5 Prozent voraus. Vom Aufschwung in dem nach China bevölkerungsreichsten Land der Welt profitiert Deutschland bereits: Die Ausfuhren dorthin zogen im ersten Halbjahr um fast ein Fünftel auf knapp fünf Milliarden Euro an.

Südafrika

Noch besser läuft es in der nach Nigeria zweitgrößten Volkswirtschaft Afrikas: Die deutschen Exporte dorthin nahmen in den ersten sechs Monaten gleich um 28 Prozent zu - auf insgesamt 4,9 Milliarden Euro. Zwar ist die Konjunktur eher mau, doch der Staat investiert viel Geld in die Infrastruktur - von Energie über Wasser bis hin zu Straßen. Die deutsche Wirtschaft hat die dafür passenden Produkte im Angebot und profitiert davon ebenso wie von einer konsumfreudigen, wachsenden Mittelschicht.

Euro-Zone

Nach Jahren der Krise fasst die Währungsunion wieder Tritt. Bestes Beispiel dafür ist Spanien, das im zweiten Quartal so kräftig wuchs wie seit über acht Jahren nicht mehr. Der Appetit auf Waren "Made in Germany" nimmt entsprechend zu: Die deutschen Ausfuhren nach Spanien legten in der ersten Jahreshälfte um mehr als elf Prozent auf rund 19,5 Milliarden Euro zu, die in die gesamte Euro-Zone um fast fünf Prozent auf rund 220 Milliarden Euro.

Großbritannien

Das Land ist bereits der drittgrößte deutsche Exportkunde. Dennoch legten die Ausfuhren dorthin im ersten Halbjahr um starke 9,4 Prozent auf 45 Milliarden Euro zu. Auch hier sorgt der schwache Euro für einen Extra-Schub, verbilligt er doch deutsche Waren auf der Insel. Außerdem befindet sich auch Großbritannien in einem Aufschwung: In diesem Jahr dürfte das Bruttoinlandsprodukt mit 2,5 Prozent deutlich kräftiger wachsen als in der Euro-Zone mit 1,5 Prozent, wie der IWF erwartet.

Die Energiepreise gingen um 7,5 Prozent zurück, wie die Statistiker mitteilten. Damit habe sich die Entwicklung der Vormonate fortgesetzt, allerdings etwas abgeschwächt. Im September waren die Preise demnach noch um 9,3 Prozent zurückgegangen, im Oktober um 8,6 Prozent. Im November wurden im Vergleich zum Vorjahr vor allem Heizöl (minus 23 Prozent) und Kraftstoffe (minus 9,9 Prozent) günstiger.

Im Vergleich zum Oktober dieses Jahres gingen die Verbraucherpreise im November um 0,1 Prozent zurück. Das ganze Jahr 2015 lag die Teuerung deutlich unter einem Prozent. Im Januar fiel sie sogar mit minus 0,3 Prozent ins Negative. Die höchsten Inflationsrate gab es laut Statistik mit 0,5 Prozent im April und 0,7 Prozent im Mai. 2013 waren die Preise um 1,5 Prozent geklettert, 2014 um 0,9 Prozent.

Von

afp

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