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19.05.2015

15:34 Uhr

Inflationsdaten

Preise in der Euro-Zone fallen nicht mehr

Die Preise in Supermärkten und an Tankstellen fallen in Europa im Durchschnitt nicht mehr. Im April stagnierten die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vorjahr. Ein Grund für die Entwicklung: der Ölpreis.

Der Ölpreis fällt nicht mehr, das wirkt auch auf die Verbraucherpreise - etwa an der Tankstelle. dpa

Tankstelle in Berlin

Der Ölpreis fällt nicht mehr, das wirkt auch auf die Verbraucherpreise - etwa an der Tankstelle.

Frankfurt/LondonDie Preise in der Euro-Zone stagnieren. Die Lebenshaltungskosten blieben im April auf dem Vorjahresniveau, wie das Statistikamt Eurostat am Dienstag mitteilte. Dafür sorgte vor allem Öl, das sich nicht mehr so stark verbilligte wie zuletzt. Im März waren die Verbraucherpreise noch um 0,1 Prozent gesunken und setzten damit einen seit Dezember anhaltenden Trend fort.

Auf breiter Front fallende Preise schaden der Wirtschaft. Die EZB kauft daher seit März massenhaft Staatsanleihen auf, um mit der Geldschwemme die Inflation anzuheizen und auch für mehr Wachstum zu sorgen, weil Banken dann tendenziell nicht mehr in Anleihen investieren, sondern mehr Kredite vergeben. Dass die Preise nunmehr nicht mehr fallen, ist für die Währungshüter ein Etappensieg.

Das Kaufprogramm soll noch bis September 2016 laufen - zumindest aber so lange, bis sich die Inflationsrate wieder in die gewünschte Richtung bewegt. Die EZB spricht nur bei Werten von knapp unter zwei Prozent von stabilen Preisen.

Auch in Großbritannien ist die Notenbank deutlich von ihrem Inflationsziel von zwei Prozent entfernt: Die Preise fielen dort im April erstmals seit 1960 - und zwar um 0,1 Prozent. Am stärksten hätten sinkende Transportkosten zum Trend beigetragen, darunter auch niedrige Flugpreise.

Sinkende Preise schüren normalerweise Deflationsängste, also die Furcht vor einer Abwärtsspirale aus Preisverfall, Kaufzurückhaltung und einer lahmenden Wirtschaft. Experte Samuel Tombs von der Firma Capital Economics hält den Trend in Großbritannien allerdings nicht für dauerhaft und erklärte ihn mit Spezialeffekten wie dem frühen Zeitpunkt von Ostern dieses Jahr. Andere Fachleute verweisen auf positive Effekte sinkender Preise, etwa den zusätzlichen Spielraum für Konsumausgaben.

Die Inflationsrate wird in Großbritannien erst seit Mitte der 1990er Jahre statistisch genau erfasst. Der Rückblick der Behörde bis ins Jahr 1960 bezog sich auf Hochrechnungen auf Grundlage historischer Daten.

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