Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.11.2015

14:03 Uhr

Inflationsrate

Historischer Preisabsturz in Großbritannien

In der Euro-Zone sind sinkende Preise in aller Regel ein Grund zur Sorge, sie nähren die Angst vor der Deflation. In Großbritannien dagegen glauben Experten, dass Preisverfall und steigende Löhne den Konsum ankurbeln.

Die Preise in Großbritannien sind den zweiten Monat in Folge gefallen. dpa

Hoffnung auf Konjunkturblegeung

Die Preise in Großbritannien sind den zweiten Monat in Folge gefallen.

LondonDie Preise in Großbritannien sind im Sinkflug. Waren und Dienstleistungen verbilligten sich im Oktober wie bereits im September um 0,1 Prozent zum Vorjahr, wie das Nationale Statistikamt ONS am Dienstag in London mitteilte. Einen solchen Rückgang über zwei Monate hat es seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1996 noch nicht gegeben.

Insbesondere die um 14 Prozent gefallenen Kosten für Öl drückten die Inflationsrate. „Nun pendelt sie bereits neun Monate um den Nullpunkt“, sagte ein Statistiker. Damit haben die Verbraucher mehr Geld für den Konsum in der Tasche: Auch die Einkommen legten zuletzt stärker zu, was als gutes Omen für einen anhaltenden Aufschwung gilt.

Anders als in der Euro-Zone sind die Währungshüter deswegen nicht in Sorge, dass das niedrige Preisniveau zu einer Deflation führen könnte - also eine Abwärtsspirale aus fallenden Preisen, sinkenden Löhnen und stockenden Investitionen.

Obwohl die Wirtschaft rund läuft, rechnen Experten erst für nächstes Jahr mit einer Zinserhöhung. Bisher ist die Bank of England (BoE) von ihrem Ziel einer Inflationsrate von zwei Prozent sehr weit entfernt. Sie beließ den Leitzins zuletzt auf dem historisch niedrigen Niveau von 0,5 Prozent. Eine geldpolitische Straffung könnte die Nachfrage und damit auch das Preisniveau weiter drücken.

Zukunft der Europäischen Union: Brexit – die unterschätzte Gefahr

Zukunft der Europäischen Union

Premium Brexit – die unterschätzte Gefahr

Terror, die Flüchtlings- und die Euro-Krise: Die EU ist vielen Zerreißproben ausgesetzt. Doch die größte Gefahr ist eine andere: Ein „Brexit“ würde sie in eine Sinnkrise stürzen – und wäre ökonomisch ein Desaster. Eine Analyse.

In Zeiten niedriger Zinsen ist der Trend zum Kauf von renditeträchtigen Immobilien – insbesondere in der Finanzmetropole London – ungebrochen. Wie das ONS in einer separaten Statistik mitteilte, stiegen die Hauspreise im Vereinigten Königreich im September um 6,1 Prozent – der höchste Wert seit März. Im August hatten die Kosten für die eigenen vier Wände nur um 5,5 Prozent angezogen.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×