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24.05.2012

14:09 Uhr

Inkassounternehmen

Immer mehr Deutschen droht Insolvenz

Etwa 2.000 private Haushalte in Deutschland könnten bis Ende 2012 zahlungsunfähig werden. Grund dafür ist, dass viele Verbraucher hoch verschuldet sind. Besonders junge Menschen sind betroffen.

Immer mehr privaten Haushalten droht ein Insolvenzverfahren. dpa

Immer mehr privaten Haushalten droht ein Insolvenzverfahren.

BerlinDie Konjunkturflaute und die Verunsicherung wegen der Schuldenkrise führen zu einer sinkenden Zahlungsmoral in Deutschland. Gut ein Fünftel der Inkassounternehmen stellten fest, dass Rechnungen schlechter bezahlt werden als vor einem halben Jahr, wie der Branchenverband BDIU am Donnerstag mitteilte. Ein Drittel geht davon aus, dass es bis Ende 2013 immer mehr säumige Zahler geben werde. Wegen der hohen Überschuldung der privaten Konsumenten dürfte die Zahl der Verbraucherinsolvenzen in diesem Jahr um rund 2000 auf 105.000 steigen. „Die Überschuldung der Verbraucher ist Gift für die ganze Wirtschaft“, sagte BDIU-Vizepräsidentin Marion Kremer. Besonders betroffen von einer schlechten Zahlungsmoral ihrer Kunden oder Vertragspartner seien Handwerker, Vermieter, Versandhändler und Energieversorger.

Unter Überschuldung litten auch viele Jugendliche. Junge Menschen bis 24 Jahre haben laut Verbandsumfrage ein schlechteres Zahlungsverhalten als ältere. „Gründe für die Verschuldung Jugendlicher erkennen die Inkassounternehmen in einem Elternhaus, das bereits einen schlechten Umgang mit Geld vorlebt, zu hohen Konsumausgaben, einer mangelnden Eigenverantwortung und zu wenig Kenntnissen über vertragliche Verpflichtungen.“

Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen könnte nach Ansicht der Inkassofirmen um bis zu 20 Prozent steigen, sollte es - wie von der Bundesregierung geplant - zu einer schnelleren Restschuldbefreiung kommen. „Die Hemmschwelle, Schulden zu machen, würde dadurch sinken“, sagte BDIU-Präsident Wolfgang Spitz. „Bezahlen müssten das die Gläubiger, die ohnehin durch die ausbleibenden Zahlungen ihrer Kunden geschädigt sind.“

Von

rtr

Kommentare (11)

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hartunddirekt

24.05.2012, 14:35 Uhr

2000?20 000?2 000 000?Egal wie hoch die Zahl wirklich ist,bedenklich ist diese Massenverarmung allemal!
Die Inkassobranche ist ja auch überflüssig wie Schimmelpilze in Wohnräumen!Jeder gescheiterte Anwalt oder Rechtsstudiumsabbrecher eröffnet eine Inkassoklitsche und möchte an der wachsenden Armut teilhaben!Zum Glück bleiben viele dieser Haie auf den geforderten oft überzogenen Beträgen sitzen!

Privatier

24.05.2012, 14:41 Uhr

Konsum auf Pump, ist für Viele, der Anfang vom Ende=Privatinsolvenz.
Derjenige, der sich den Preis eines Konsumartikels nicht ansparen kann, weil er zu wenig verdient, kann die anfallenden Raten, die bei einer Finanzierung fällig werden, auch nie zahlen.
Finanzierung ist immer teurer als Barzahlung. Das haben die Meisten auch noch nicht begriffen und fallen auf die "Null Prozent Finanzierung" Verarsche rein!

Petra

24.05.2012, 15:16 Uhr

Viele wollen ALLES und JETZT haben. Denken nicht voraus und beherrschen nicht die Grundrechenarten. Mit solchen Menschen habe ich kein Mitleid!
Wer denkt an die Gegenseite, die Kreditgeber? Die müssen die Gelder "abschreiben". Was, wenn nicht mehr genug Gewinn zum Abschreiben da ist? Dann kommt für die Unternehmen die Insolvenz und Firmen mit gesunden Geschäftsmodellen gehen vor die Hunde, weil einige Menschen über ihre Verhältnisse leben und sich in die Privatinsolvenz retten, gemäß dem Motto: "Nach mir die Sintflut". Bitte auch daran denken, daß nicht immer und nur die Großkonzerne Kredite geben! Großunternehmen machen Kreditprüfungen! Kreditausfälle treffen oft kleine Unternehmen wie Handwerker, Fachgeschäfte etc.

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