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16.07.2015

17:21 Uhr

Insiderbericht

Griechenlands Banken sollen am Montag wieder öffnen

Darauf warten die Griechen seit Wochen: Nach Informationen eines hochrangigen Bankers sei es möglich, dass Griechenlands Banken am Montag wieder öffnen. Möglich wird das durch die jüngste Hilfe der EZB.

Seit Wochen können Griechenlands Bürger nur 60 Euro pro Tag von ihren Konten abheben. Am Montag könnte das vorbei sein, schätzt ein hochrangiger Banker. ap

Lange Warteschlangen

Seit Wochen können Griechenlands Bürger nur 60 Euro pro Tag von ihren Konten abheben. Am Montag könnte das vorbei sein, schätzt ein hochrangiger Banker.

AthenDie Banken in Griechenland sollen einem Insider zufolge am Montag wieder öffnen. Dies werde durch die Anhebung der Notfallkredite der Europäischen Zentralbank (EZB) möglich, sagte ein hochrangiger Banker am Donnerstag zu Reuters. Die EZB erhöht die Obergrenze für die sogenannten ELA-Liquiditätshilfen für eine Woche um 900 Millionen Euro. Sie reagierte damit auf eine Anfrage der griechischen Notenbank.

Die ELA-Obergrenze lag Insidern zufolge zuletzt bei etwa 89 Milliarden Euro. Die Hellas-Institute sind seit dem 29. Juni geschlossen. Damals führte die Regierung in Athen Kapitalkontrollen ein. Die angeschlagenen Banken drohten nach massiven Abflüssen auszubluten.

Das müssen Sie über die ELA-Kredite wissen

Was sind ELA-Kredite?

Das ELA-Programm ist ein Notfallinstrument im europäischen Zentralbankensystem. Es richtet sich an Banken, die sich zeitweise in einer außergewöhnlichen Situation befinden. Gedacht ist es für Geldhäuser, die im Prinzip zahlungsfähig sind, aber vorübergehend Liquiditätsprobleme haben. Ob Banken als solvent gelten oder nicht, beurteilt die EZB. Die Abkürzung ELA steht für die englische Bezeichnung Emergency Liquidity Assistance.

Wie funktioniert die Vergabe von ELA-Krediten?

Sie werden von einer nationalen Notenbank an die Finanzinstitute des Landes gegen bestimmte Sicherheiten vergeben. Der Rat der EZB - er besteht aus den Präsidenten der nationalen Notenbanken des Euroraums und dem EZB-Direktorium - muss über die ELA-Kredite informiert werden. Überschreitet die Höhe des beabsichtigten ELA-Kredits 500 Millionen Euro, muss der Rat frühestmöglich von der nationalen Notenbank informiert werden. Bei kleineren Beträgen geschieht dies in der Regel kurz nach der Gewährung durch die nationale Notenbank. Mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit kann der EZB-Rat die Vergabe stoppen.

Warum bekommen griechische Banken ELA-Kredite?

Normalerweise versorgen sich Geschäftsbanken im Euroraum direkt bei der EZB mit Geld. Sie verkaufen an die EZB Wertpapiere und erhalten im Gegenzug Zentralbankgeld. Dies ist für griechische Banken nicht mehr möglich, da die EZB seit Mitte Februar keine griechischen Staatsanleihen mehr als Sicherheit akzeptiert. Somit sind ELA-Kredite für griechische Banken praktisch die einzig verbliebene Finanzierungsquelle - und damit auch für die Wirtschaft des Landes.

Wie viele ELA-Nothilfen bekamen griechische Banken bislang?

Der Rahmen liegt bei rund 89 Milliarden Euro. Seit Februar gewährte die EZB den griechischen Banken über die nationale Notenbank immer mehr ELA-Hilfen, die sich zu diesem gewaltigen Milliardenbetrag aufsummieren.

Wie lange reicht das Geld noch?

In den letzten Ratsbeschlüssen wurde der Rahmen aber nicht weiter erhöht, sondern auf dem gleichen Niveau belassen, quasi eingefroren. Die griechischen Banken müssen nun mit dem auskommen, was an ELA-Hilfen noch da ist. Wie groß der Spielraum bis zur Grenze von rund 89 Milliarden Euro ist, ist unklar. Damit ist auch unklar, für wie viele Tage das Geld noch reicht. Um ein Ausbluten der Banken und damit den Staatsbankrott zu verhindern, verhängte die griechische Regierung Kapitalverkehrskontrollen. Bankkunden dürfen nur noch 60 Euro am Tag abheben und kein Geld ins Ausland überweisen.

Was bedeutet die jüngste Entscheidung des EZB-Rates?

Der EZB-Rat hat am Montag die Regeln für ELA-Kredite verschärft: Griechische Banken müssen nun höhere Sicherheitsabschläge auf Wertpapiere bezahlen, die sie für ELA-Kredite hinterlegen. Kurz gesagt: Die Banken bekommen für Wertpapiere weniger Kredit als bisher.

Kann die EZB die Situation noch verschärfen?

Ja. Wenn der EZB-Rat sich entscheiden würde, ELA-Kredite zurückzuverlangen. Dann wären griechische Banken und das Land wohl pleite.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Frau Ich Kritisch

16.07.2015, 18:18 Uhr

na, da sind die 900 Millionen ja am Dienstag schon wieder weg ....

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