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09.07.2015

14:40 Uhr

Institut für Wirtschaftsforschung

Risiken für die deutsche Wirtschaft werden übersehen

Gute Arbeitsmarktdaten, Wirtschaftsaufschwung – und trotzdem warnt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung: Die Deutschen sparen falsch. Die Lösung? Weg vom beliebten Sparbuch, hin zu Aktien und Immobilien.

Deutsche schätzten vor allem das Sparbuch, kritisiert das DIW – in Niedrigzinsphasen werde Vermögen so vernichtet. dpa

Kaum Immobilien oder Aktien

Deutsche schätzten vor allem das Sparbuch, kritisiert das DIW – in Niedrigzinsphasen werde Vermögen so vernichtet.

UnterschleißheimDas Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat angesichts der guten wirtschaftlichen Lage in Deutschland vor einer gefährlichen Selbstzufriedenheit gewarnt. „Wir haben das Gefühl: Uns geht’s gut, die Wirtschaft boomt und wir haben einen Jobaufbau“, sagte DIW-Präsident Marcel Fratzscher am Donnerstag beim Verbandstag des Genossenschaftsverbands Bayern in Unterschleißheim bei München. Diese Momentaufnahme dürfe aber nicht vergessen lassen, dass Deutschland noch vor zehn Jahren der kranke Mann Europas war und immer noch vor gewaltigen Herausforderungen stehe. „Wir sollten uns selbstkritisch fragen, wie es weitergeht.“

Als großes Problem für die langfristige Entwicklung der deutschen Wirtschaft sieht Fratzscher die geringen Investitionen an, mit denen Deutschland anderen Ländern in Europa hinterher hinke. Auch bei der private Vermögensvorsorge schneide Deutschland besonders schlecht ab. „Die Antwort liegt darin, dass wir Deutschen unheimlich schlecht sparen“, sagte er. Statt auf Immobilien oder Aktien zu setzen, legten die meisten Deutschen ihr Geld immer noch auf das Sparbuch, wo es wegen der Mini-Zinsen an Wert verliere. „Die Niedrigzinsphase ist eine Katastrophe für den Sparer.“

Fünf Gründe für Deutschlands Aufschwung

Starker Konsum

Weil Sparen sich wegen der Mini-Zinsen nicht lohnt, tragen die Verbraucher ihr Geld in die Geschäfte oder reisen viel. Löhne und Gehälter steigen zudem weiter kräftig.

Billiges Öl

Der Rückgang der Rohölpreise um nahezu die Hälfte seit dem Sommer 2014 entlastet Unternehmen und Verbraucher. Dies wirkt wie ein kostenloses Konjunkturprogramm.

Schwacher Euro

Die Exporteure jubeln, weil der im Verhältnis zum US-Dollar extrem schwache Euro Ausfuhren außerhalb des Euroraums günstiger macht.

Boom in den USA

Die US-Wirtschaft brummt – und die Amerikaner schätzen Waren „made in Germany“, gerade Luxusautos und Maschinen.

Job-Motor

Auf dem Arbeitsmarkt jagt ein Beschäftigungsrekord den nächsten. Bald dürften über 43 Millionen Deutsche erwerbstätig sein – das gibt Sicherheit und stützt den Aufschwung.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

09.07.2015, 17:11 Uhr

Die Unternehmen verlassen Deutschland wegen falscher sinisterer Politik der Merkel und deren roten Genossen.

Euro, EEG, Mindestlohn und Frühverrentung führen direkt in die Wettbewerbsunfähigkeit. Der Rest der Welt bietet Besseres.

Es sind daher nicht die Sparer, die unseren Unternehmen die Lust an Deutschland (und Europa) nehmen, sondern die Politik, welche falsch und bewußt schädlich ist.

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