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22.05.2015

17:01 Uhr

Internationale Wertpapieraufsicht

Aufseher wollen Märkte besser kontrollieren

Die Internationale Organisation der Wertpapieraufsichtsbehörden will nach den jüngsten Skandalen um manipulierte Zinssätze und Devisenkurse über eine bessere Marktregulierung beraten. Globale Standards sollen kommen.

Internationale Wertpapieraufseher wie der Chef der britischen Bankenaufsicht FCA, Martin Wheatley, planen eine bessere Kontrolle der Märkte. dpa

Folgen der Finanzskandale

Internationale Wertpapieraufseher wie der Chef der britischen Bankenaufsicht FCA, Martin Wheatley, planen eine bessere Kontrolle der Märkte.

LondonDie jüngsten Skandale um manipulierte Zinssätze und Devisenkurse rufen die globalen Aufseher auf den Plan. Auf einem Treffen der Internationalen Organisation der Wertpapieraufsichtsbehörden (IOSCO) in London im nächsten Monat soll beraten werden, wie man bisher weitgehend unregulierte Märkte besser in den Griff bekommen kann.

Das berichtete der Chef der britischen Bankenaufsicht FCA, Martin Wheatley, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters. Die IOSCO ist eine Dachorganisation für Aufsichtsbehörden wie die deutsche BaFin und die US-Börsenaufsicht SEC. Die zweitätige Konferenz soll am 17. Juni starten.

Die EU-Strafen für die Zins-Manipulation

Citigroup

Strafe für Yen-Zinsmanipulationen: 70 Millionen Euro für drei Delikte
(gewährter Rabatt wegen Kooperation mit den Ermittlern: 35, 100 bzw. 40 Prozent)

Deutsche Bank

Strafe für Euro-Zinsmanipulationen: 466 Millionen Euro
(gewährter Rabatt wegen Kooperation mit den Ermittlern: 30 Prozent)

Strafe für Yen-Zinsmanipulationen: 259 Millionen Euro für zwei Delikte
(gewährter Rabatt wegen Kooperation mit den Ermittlern: 30 bzw. 35 Prozent)

JP Morgan

Strafe für Yen-Zinsmanipulationen: 80 Millionen Euro
(kein gewährter Rabatt wegen Kooperation mit den Ermittlern)

RBS

Strafe für Euro-Zinsmanipulationen: 131 Millionen Euro
(gewährter Rabatt wegen Kooperation mit den Ermittlern: 50 Prozent)

Strafe für Yen-Zinsmanipulationen: 260 Millionen Euro für drei Delikte
(gewährter Rabatt wegen Kooperation mit den Ermittlern: 25 Prozent für ein Vergehen)

RP Martin

Strafe für Yen-Zinsmanipulationen: 247.000 Euro
(gewährter Rabatt wegen Kooperation mit den Ermittlern: 25 Prozent)

RP Martin ist eine Londoner Broker-Firma.

Société Générale

Strafe für Euro-Zinsmanipulationen: 446 Millionen Euro
(gewährter Rabatt wegen Kooperation mit den Ermittlern: 5 Prozent)

Strafbefreit: Barclays

Die Strafe für Euro-Zinsmanipulationen hätte 690 Millionen Euro betragen, Barclays wurde aber für die ursprüngliche Offenlegung des Kartels straffrei gestellt.

Strafbefreit: UBS

Die Strafe für Yen-Zinsmanipulationen hätte 2,5 Milliarden Euro betragen, die Schweizer Grobßank UBS wurde aber für die ursprüngliche Offenlegung des Kartels straffrei gestellt.

Die Skandale um manipulierte Libor-Zinssätze und Devisenkurse haben weltweit hohe Wellen geschlagen. Internationale Großbanken, darunter die Deutsche Bank, Barclays und die Schweizer UBS, wurden zu hohen Strafen verdonnert, teils in Milliardenhöhe. Nach Worten Wheatleys sind nun klare Vorgaben gefragt, um den Finanzmärkten Orientierung zu geben. „Diese Führung muss aus einer Kombination globaler Standardsetzer wie der IOSCO und dem Elan von Leuten kommen, die sehr nahe dran sind“, sagte er. Typischerweise falle diese Rolle Großbritannien und den USA zu.

Von

rtr

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