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17.09.2012

13:32 Uhr

IW-Prognose

Deutsches Wachstum wird auch 2013 ausgebremst

Auch kommendes Jahr wirkt sich die Schuldenkrise belastend auf das Wachstum hierzulande aus. Das hat eine Prognose des Instituts der deutschen Wirtschaft ergeben. Experten rechnen für 2013 mit einem Plus von 0,7 Prozent.

Das IW macht sich nach wie vor keine Sorgen um die Inflation. dapd

Das IW macht sich nach wie vor keine Sorgen um die Inflation.

BerlinDie europäische Schuldenkrise wird nach einer Expertenprognose das Wachstum in Deutschland bis ins nächste Jahr hinein deutlich bremsen. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) rechnet für 2013 mit einem Plus von 0,7 Prozent nach 1,0 Prozent in diesem Jahr. Dabei werde angenommen, dass die Politik die Krise letztlich in den Griff bekomme und die Weltwirtschaft nicht abstürze, sagte IW-Direktor Michael Hüther am Montag in Berlin. Er geht von einem stabilen Arbeitsmarkt in Deutschland aus. Das heiße aber auch, dass die Arbeitslosigkeit von 6,5 Prozent nicht weiter sinken werde.

„Die Rezessionsgefahren haben sich angesichts der großen Verunsicherung über die Währungsunion deutlich erhöht“, stellte der Chef des arbeitgebernahen Instituts fest. Die Weltkonjunktur habe nach einer vorübergehenden Belebung bis ins Frühjahr zuletzt wieder an Schwung verloren. Die Lage im Euroraum bleibe fragil, und wichtige Schwellenländer meldeten ein schwächeres Wachstumstempo.

Für den IW-Direktor gibt es aber auch hoffnungsvolle Zeichen. In den EU-Krisenländern machten sich erste Reformfortschritte bemerkbar - „sei es bei der Senkung der Staatsausgaben oder bei der Flexibilisierung der Arbeitsmärkte“, sagte Hüther. Die USA würden sich weiter langsam aus dem Konjunkturtal herausarbeiten. Große Schwellenländer blieben trotz nachlassender Dynamik eine Stütze der Weltwirtschaft.

Das IW macht sich nach wie vor keine Sorgen um die Inflation. Es erwartet sogar einen Rückgang der Teuerungsrate von rund 2 Prozent in diesem Jahr auf 1,75 Prozent im kommenden Jahr. Hüther sagte, er sei „kein Freund strategischer Staatsanleihenkäufe“, wie sie die Europäische Zentralbank (EZB) erneut plane. Aber: „Die Notenbank ist schon bisher in der Lage gewesen, das zu neutralisieren und wird es auch in Zukunft sein.“ Sie halte dafür „alle Instrumente in der Hand“. Hüther erinnerte daran, dass die EZB bereits für 211 Milliarden Euro Staatsanleihen aus Krisenstaaten gekauft habe, ohne dass die Inflation nach oben geschossen sei.

Von

dpa

Kommentare (1)

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kake233

17.09.2012, 14:18 Uhr

...aufgebläht durch EZB und ausgebremst durch immer niedrigere Löhne. Lachhaft, wenn es denn komisch wäre!

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