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07.10.2014

17:53 Uhr

IWF-Ausblick

EZB verfehlt Preisziel bis mindestens 2019

Dem Weltwirtschaftsausblick des Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge wird es der Europäischen Zentralbank (EZB) bis mindestens 2019 nicht gelingen, ihr Preissteigerungsziel zu erreichen.

Die Inflationsrate im Euroraum wird laut IWF bis mindestens 2019 unter dem Zielwert der EZB liegen. dpa

Die Inflationsrate im Euroraum wird laut IWF bis mindestens 2019 unter dem Zielwert der EZB liegen.

WashingtonDer Europäischen Zentralbank (EZB) wird es nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) über Jahre hinweg nicht gelingen, ihr Preissteigerungsziel zu erreichen. Vermutlich werde die Inflationsrate im Euroraum bis mindestens 2019 unter dem Zielwert der EZB von knapp zwei Prozent liegen, heißt es in dem am Dienstag erschienenen Weltwirtschaftsausblick des IWF.

Trotz einer bereits sehr lockeren geldpolitischen Ausrichtung werde der Preisdruck im Währungsraum sehr verhalten bleiben, schreibt der IWF. Sollten die Inflationserwartungen weiter fallen, dann sollte die EZB ihre Geldpolitik noch weiter lockern.

Der Werkzeugkasten der EZB

Leitzins

Das wichtigste Instrument ist der Leitzins, also der Zins, zu dem sich Geschäftsbanken bei der Notenbank Geld ausleihen können, um es dann zum Beispiel als Kredit an Unternehmen und Verbraucher weiterzugeben. Im August 2016 liegt der EZB-Zins bei historisch niedrigen 0,0 Prozent. Niedrige Zinsen können die Konjunktur ankurbeln.

Einlagezins

In normalen Zeiten bekommen Geschäftsbanken von der EZB Zinsen für überschüssiges Geld, das sie bei der Zentralbank parken. Im Juni 2014 senkten die Währungshüter den Zins unter die Nullgrenze. Aktuell müssen die Kreditinstitute einen Strafzins von 0,4 Prozent zahlen. Das Ziel ist eine Schwächung des Euro und ein Abbau der Einlagen der Banken bei der EZB.

Geldspritzen

Ende 2011/Anfang 2012 unterstützte die EZB Banken mit Notkrediten (LTRO) im Volumen von einer Billion Euro. Die Kredite wurden zu Mini-Zinsen und für drei Jahre gewährt. 2014 folgten weitere Notkredite, allerdings diesmal in deutlich geringerem Umfang.

Kauf von Kreditpaketen

Seit Herbst 2014 kauft die EZB Pfandbriefe (Covered Bonds) und gebündelte Kreditverbriefungen (ABS). Das soll Geschäftsbanken Freiräume zur Vergabe von Krediten verschaffen.

Staatsanleihen Käufe

Im Mai 2010 begann die EZB erstmals mit dem Kauf von Staatsanleihen. Das „Securities Markets Programme“ (SMP) sollte den Anstieg der Renditen von Anleihen angeschlagener Euro-Länder bremsen. Bis Anfang 2012 kaufte die EZB Staatspapiere für rund 220 Milliarden Euro, zumeist italienische Anleihen. Im September 2012 ersetzte das Programm „Outright Monetary Transactions“ (OMT) diese Maßnahme: Die EZB erklärt sich dabei bereit, notfalls unbegrenzt Anleihen von Krisenstaaten zu erwerben. Gekauft wurde in diesem Rahmen bisher keine Anleihe.

Quantitative Lockerung

Für die sogenannte Quantitative Lockerung druckt sich die Zentralbank quasi selbst Geld und kauft damit in großem Stil Anleihen - Staatsanleihen und andere Papiere wie Unternehmensanleihen. Das tut die EZB seit März 2015. Bis mindestens Ende März 2017 wollen die Währungshüter auf diese Weise 1,74 Billionen Euro in den Markt pumpen. Das soll die Konjunktur ankurbeln und die anhaltend niedrige Inflation wieder in Richtung der EZB-Zielmarke von knapp unter 2,0 Prozent befördern.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Peter Spiegel

07.10.2014, 18:35 Uhr

2019 so lange wollen die Europa weiter ruinieren, daß halten die Bürger nicht aus.

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