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10.10.2012

05:11 Uhr

IWF-Bericht

„Europa droht eine Abwärtsspirale“

VonMartin Kölling

In seinem Global Financial Stability Report entwirft der Internationale Währungsfonds (IWF) ein Horrorszenario für Europas Banken. Die EU müsse schleunigst einen Fahrplan für eine Bankenunion vorlegen, so die Botschaft.

Ein Bericht des Internationale Währungsfonds warnt Europa vor einer neuen Kreditklemme. dpa

Ein Bericht des Internationale Währungsfonds warnt Europa vor einer neuen Kreditklemme.

TokioDer Internationale Währungsfonds (IWF) fordert Europas Politiker in seinem Global Financial Stability Report auf, weitere Reformen umzusetzen. „Die Zentralbanken haben gehandelt, nun sind die Regierungen an der Reihe zu handeln“, sagte IWF-Dirktor José Vinals am Mittwochmorgen bei der Vorstellung des Berichts in Tokio.

Für den Fall, dass Europa versagt, malt der Bericht ein Horrorszenario aus: Ein Deleveraging Europäischer Banken von bis zu 4500 Milliarden Dollar und damit das Versiegen von Krediten in Europas Peripherie. Im April hatte der IWF noch einen Wert von 3800 Milliarden Dollar geschätzt.

Die gute Nachricht: Die jüngsten Entscheidungen in den USA, Europa und Japan haben in Vinals Augen der Welt hat eine Atempause für die Krisenbekämpfung verschafft. „Aber unsere Bewertung ist, dass das Vertrauen noch immer sehr fragil ist und die Risiken im Vergleich zu unserem vorigem Bericht vom April gestiegen sind“, sagte Vinals. „Meine Hauptbotschaft ist, dass weitere politische Anstrengungen notwendig sind, um dauerhafte Stabilität zu erreichen.“

Das Hauptrisiko für die Weltwirtschaft bleibt in Augen des IWF derzeit Europa. „Die Kräfte der finanziellen und ökonomischen Fragmentierung zwischen dem Kern und der Peripherie haben sich vergrößert“, sagte Vinals. Vertrauensverlust und Unsicherheit ließen die grenzüberschreitenden Kapitalströme schrumpfen. Der IWF-Bericht warnt sogar, dass die Euro-Zone nun in die Phase einer Kapitalflucht eingetreten ist.

Dadurch stiegen die Finanzierungskosten für Regierungen, Banken, Unternehmen und Bürger. Eine Abwärtsspirale droht. Vinals glaubt allerdings, dass der Prozess umgekehrt werden kann. Die Europäische Zentralbank hat gehandelt und mit ihrem Aufkaufprogramm (OMT) die ärgsten Ängste der Investoren vertrieben. „Aber die Regierungen auf nationaler und auf Euro-Ebene müssen auf diese politischen Schritte aufbauen“, fordert Vinals, „der Einsatz ist hoch.“

Kommentare (34)

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nobum

10.10.2012, 00:59 Uhr

An Herrn Sinn,
die Kapitalflucht ist die wesentliche Ursache für die Target-Forderungen. Exportüberschüsse hat Deutschland schon vorher erzielt. Sie haben die falschen Schlüsse gezogen.
MFG
Nobum

Account gelöscht!

10.10.2012, 05:57 Uhr

Man bin ich gut.^^ Läuft alles wie vorhergesagt. Der nächste berechenbare Schritt wird sein, das die EZB gezwungen ist zig Mrd. in den Wirtschaftskreislauf zu pumpen. Trotz Inflationsprobleme. Was aber die Flucht aus dem Euro noch verstärkt.

Der Euro hat seine Halbwertzeit überschritten.

steuerhilfe.net

10.10.2012, 06:23 Uhr

Da wird Angst geschürt, nur damit die Hochfinanz noch mehr Steuergeld erhält, um ihre Sucht danach zu stillen. Die Halbwertzeit von den Billionen die in diesem Jahr schon an die Hochfinanz gegangen sind, werden immer kürzen.
Wie bei einem Junkie, der den nächsten Schuss braucht.

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