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09.04.2015

18:07 Uhr

IWF-Chefin Christine Lagarde

Die Angst vor der „neuen Mittelmäßigkeit“

Die Politik schafft nach Ansicht von IWF-Chefin Christine Lagarde nach wie vor zu wenig Wachstumsimpulse. Eine „komfortable Untätigkeit“ gefährde auf Dauer die Weltwirtschaft. Mittelmäßigkeit dürfe nicht zur Norm werden.

IWF-Chefin Christine Lagarde hat die Politik weltweit erneut aufgefordert, sich für mehr Wachstum zu engagieren. ap

Viel Verbesserungspotential

IWF-Chefin Christine Lagarde hat die Politik weltweit erneut aufgefordert, sich für mehr Wachstum zu engagieren.

Washington/BerlinIWF-Chefin Christine Lagarde hat vor einer langfristigen Wachstumsschwäche der Weltwirtschaft gewarnt. „Wir müssen heute verhindern, dass die neue Mittelmäßigkeit zur neuen Realität wird“, mahnte sie am Donnerstag. Eine solches Umfeld sei auch schlecht für die Finanzstabilität.

„Wir können es besser und wir müssen es besser machen“, forderte sie und warnte die Länder vor einer „komfortablen Untätigkeit“. Aktuell müsse die Politik die Nachfrage stärken. Längerfristig seien aber Strukturreformen nötig, um die Wachstumsmöglichkeiten zu erhöhen. Andernfalls drohten hohe Arbeitslosenzahlen und Staatsschulden.

Lagarde äußerte sich vor der Denkfabrik „Atlantic Council“ rund eine Woche vor Beginn der Frühjahrestagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank. Für 2015 rechnet sie laut Redetext mit einem weltwirtschaftlichen Wachstum, das in etwa die 3,4 Prozent aus dem Vorjahr erreichen dürfte.

In den Industrieländern werde es etwas besser laufen als 2014, in den Euro-Ländern mit Hilfe der lockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) ebenfalls. In den Schwellenländern werde es bei großen regionalen Unterschieden leicht schlechter aussehen als im Vorjahr.

Insgesamt seien die Risiken für die globale Finanzstabilität gestiegen, sagte Lagarde. Diese hätten sich aber verschoben: von Banken zu Nicht-Banken, von Industrie- zu Schwellenländern. Bei der Steigerung der mittelfristigen Wachstumspotenziale spielten Strukturreformen eine zentrale Rolle.

Die wettbewerbsfähigsten Länder der Welt

Platz 10

Norwegen (Vorjahr: 6.)

Platz 9

Dänemark (Vorjahr: 12.)

Platz 8

Vereinigte Arabische Emirate (Vorjahr: 8.)

Platz 7

Kanada (Vorjahr: 7.)

Platz 6

Deutschland (Vorjahr: 9.)

Platz 5

Schweden (Vorjahr: 4.)

Platz 4

Hong Kong (Vorjahr: 3.)

Platz 3

Singapur (Vorjahr: 5.)

Platz 2

Schweiz (Vorjahr: 2.)

Platz 1

USA (Vorjahr: 1.)

Quelle

IMD World Competitiveness Ranking 2014

Beispielsweise sieht der IWF in der Euro-Zone und in Japan zu viele steuerliche Hürden, die Menschen von einer Beschäftigung abhielten. Auch beim Zugang kleinerer und mittlerer Firmen zu Geld gebe es in Europa Verbesserungspotential.

Was den IWF selbst angeht, so diskutieren nach Lagardes Worten die Mitglieder über Zwischenschritte für eine umfassende Reform, mit der die Schwellenländer mehr Einfluss erhalten sollten. Die Reform war 2010 beschlossen worden. Da der Kongress des größten IWF-Anteilseigners USA dem Vorhaben aber immer noch nicht zustimmte, kann es nicht in Kraft treten.

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Von

rtr

Kommentare (5)

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Herr Josef Hirsepp

09.04.2015, 18:58 Uhr

Nicht jedes Geschaeft kann stets nur auf Wachstum ausgelegt sein, um profitable zu existieren!
Nicht jede Minderheit kann die selben Rechte anfodern wie die Mehrheit.
sonst kommen wir zu einer FUZZY-DEMOKRATIE, so wie @
EU: Bedienstet sind doppelt so teuer wie unere Staatsbedienstete, aber weit weniger effizient.!

Wer Bauen Milch-Kontgente zumutet und damit nateuerliches Wachstum beeinfusst, bei weltweit steigendem Bedarf, weiss, dass Wachstum, nicht fuer jeden und ueberall moegich sein kann.!
Kaufen& Konsumieren darf nicht zum Selbstzweck und Lebensziel ausarten b.z.w.
Menschen in der 3. Welt und in Schwellenlaedern als Vorbild suggeriert warden!
Sonst waechst vornehmlich das Schlepper- & Drogengeschaeft sykyrocking, auch ohne "politische Wachstumsimpule" !

Beides ruiniert langfristig die Staatsgemeinschaften und Staatskassen derer, die keine 6m hohen Grenzzaeune bauen!



Frau Ich Kritisch

09.04.2015, 20:50 Uhr

sehr geehrte Frau Lagarde,

fangen Sie an. Geben Sie all Ihr Geld für den Konsum aus!
Kaufen Sie Nippes den niemand braucht! Einmalunterwäsche und was weiß ich noch für einen Krams. Bringen Sie Ihr Geld unter die Leute, nicht indem Sie es anlegen sondern indem Sie es ausgeben. Und wenn sie das gemacht haben, dann sorgen Sie dafür, dass der Rest Ihrer Familie das auch tut. Danach sind weiter entfernte Verwandte dran und der Freundeskreis. Dann kommen all Ihre Bekannten dran - somit alle Politiker der Welt. WEenn die alle ihr Geld ausgeben statt zu investieren, dann wird der Konsum kräftig angekurbelt.

Da wäre plötzlich eine enorme Nachfrage nach Wakeldakeln und dergleichen. Zudem würde ihre "Clicke" soviel Müll damit generieren das für uns Normalos der Müll wieder preiswerter wird.

Viel Erfolg wünsche ich Ihnen.

Herr Peter Noack

10.04.2015, 08:44 Uhr

Exponentielles Wachstum über 3 Prozent für alle!
Die sechzehnfache Wirtschaftsleistung in jedem Jahrhundert, oder? Das 256 Fache in 200, das 4096 fache im 3 Jahrhundert. das 64.000 Fache nach 400 Jahren. Das eine Millionenfache der Wirtschaftsleistung von heute in weniger als 500 Jahren. Will das Frau Lagarde wirklich, oder hat sie nur nicht über die Konsequenzen nachgedacht. gibt es noch andere Wachstumsfetischisten, die 3 Prozent Wachstum für alle über die nächsten 500 Jahre fordern? In den nächsten 25 Jahren entscheidet sich das Schicksal der Menschheit.

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