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01.09.2015

16:54 Uhr

IWF-Chefin Lagarde

Schwellenländer bremsen Weltwirtschaft

Der Aufschwung in den Industriestaaten lahmt, die Konjunktur in den Schwellenländern kühlt ab. Das bremst das Wachstum der Weltwirtschaft aus. IWF-Chefin Christine Lagarde korrigiert ihre Prognose nach unten.

Die Konjunkturabkühlung in China und die Gefahr einer Schuldenkrise in den Schwellenländern würden inzwischen als größeres Risiko angesehen als ein Zusammenbruch der Euro-Zone. dpa

China verlieret an Schwung

Die Konjunkturabkühlung in China und die Gefahr einer Schuldenkrise in den Schwellenländern würden inzwischen als größeres Risiko angesehen als ein Zusammenbruch der Euro-Zone.

JakartaDie Weltwirtschaft wächst nach Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) in diesem Jahr langsamer als noch vor wenigen Wochen erwartet. „Wir gehen davon aus, dass das globale Wachstum moderat bleibt und voraussichtlich geringer ausfällt als im Juli prognostiziert“, sagte IWF-Chefin Christina Lagarde am Dienstag in der indonesischen Hauptstadt Jakarta. Damals hat der IWF ein Plus von 3,3 Prozent vorausgesagt. 2014 waren es 3,4 Prozent. Asien werde zwar immer noch stärkste Kraft sein, sagte Lagarde. Doch werde das Wachstum langsamer und könnte sich sogar noch weiter abschwächen.

Grund für die jetzt pessimistischere Einschätzung sei zum einen der langsamere Aufschwung in den Industriestaaten, zum anderen die Konjunkturabkühlung in vielen Schwellenländern, sagte Lagarde.

Die Gewinner der Weltwirtschaft

Volkswirtschaft 2050

Welche Staaten werden in 35 Jahren noch zu den führenden Wirtschaftsnationen der Welt gehören? Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) veröffentliche in ihrer Studie „The World in 2050“ unter anderem eine Top Ten der Volkswirtschaften. Für die Prognose gehen die PwC-Volkswirtschaftler von einem durchschnittlichen Wachstum der Weltwirtschaft von rund drei Prozent pro Jahr aus. Die Gewinner der Volkswirtschaften:

Quellen: dpa/ots

Nigeria

2014: 1,058 ; 2030: 2,566; 2050: 7,345 (BIP in Milliarden US-Dollar, gewichtet nach Kaufkraftparität in Dollar)

Erstaunlich optimistisch bewerten die Volkswirtschaftler die Aussichten unter anderem Krisenstaaten in Afrika. So werde Nigeria bis 2050 Deutschland überholen und auf Platz neun der stärksten Volkswirtschaften klettern. Nigeria, Vietnam und die Philippinen werden demnach mit durchschnittlich 4,5 bis 5 Prozent Wachstum die dynamischsten Wachstumsregionen der Welt sein.

Mexiko

2014: 2,143 ; 2030: 3,985 ; 2050: 8,014 (BIP in Milliarden US-Dollar, gewichtet nach Kaufkraftparität in Dollar)

Mexikos Wirtschaft ist derzeit im Wandel. 2020 wird das Land auf Platz neun klettern und 2050 Frankreich aus der Spitzengruppe verdrängen.

Indonesien

2014: 2,554 ; 2030: 5,486 ; 2050: 12,210 (BIP in Milliarden US-Dollar, gewichtet nach Kaufkraftparität in Dollar)

Indonesien dürfte bis 2050 von dauerhaft hohen Wachstumsraten und einer jungen Bevölkerung profitieren. 2030 wird die indonesische Wirtschaftsleistung doppelt so groß sein und schafft es 2050 laut der Studie auf Rang vier.

Brasilien

2014: 3,073 ; 2030: 4,996 ; 2050: 9,154 (BIP in Milliarden US-Dollar, gewichtet nach Kaufkraftparität in Dollar)

Brasiliens Wirtschaft wächst in den kommenden Jahren noch mehr. 2030 klettert das Land auf Rang sechs und bleibt auch 2050 in der Top Ten (Platz fünf).

Indien

2014: 7,277 ; 2030: 17,138 ; 2050: 42,205 (BIP in Milliarden US-Dollar, gewichtet nach Kaufkraftparität in Dollar)

Schon heute ist Indien als drittstärkste Volkswirtschaft etwa 50 Prozent leistungsstärker als das viertplatzierte Japan. Mit dauerhaft hohen Wachstumsraten und einer jungen Bevölkerung wird Indien bis 2050 zur zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt aufsteigen. Die Wirtschaftsleistung soll dann fast zweieinhalbmal so stark sein wie die Indonesiens.

Zur Konjunkturabkühlung in China ergänzte sie, der Übergang zu einer marktbasierten Wirtschaft und der Abbau der in den vergangenen Jahren aufgebauten Risiken sei komplex und könnte auch „ein wenig holprig“ verlaufen. „Die Behörden haben aber die politischen Werkzeuge und auch die finanziellen Puffer, um diesen Übergang zu bewerkstelligen.“

Die Situation der Weltwirtschaft werde bedeutende Auswirkungen auf Entwicklungsländer wie Indonesien haben, fügte Lagarde hinzu. Sie ist für zwei Tage in dem asiatischen Land. Am Dienstag traf sie Präsident Joko Widodo. Sowohl die indonesische Regierung als auch IWF-Vertreter bestritten aber, dass sich Jakarta um IWF-Kredite bemüht.

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