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19.02.2016

17:00 Uhr

IWF mit Konstanz

Lagarde bleibt Chefin des Währungsfonds

Christine Lagarde darf weitermachen: Der Internationale Währungsfonds hat seine Chefin im Amt bestätigt. Am 5. Juli startet die Französin in ihre zweite Amtszeit. Für die schnelle Verkündigung gibt es einen guten Grund.

Im Juli startet Christine Lagarde in ihre zweite Amtszeit als IWF-Chefin. dpa

Christine Lagarde

Im Juli startet Christine Lagarde in ihre zweite Amtszeit als IWF-Chefin.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Chefin Christine Lagarde für eine zweite Amtszeit bestätigt. Die ehemalige französische Finanzministerin Lagarde – die erste Frau an der Spitze der globalen Finanzorganisation – hatte den Posten 2011 übernommen, nachdem ihr Landsmann Dominique Strauss-Kahn wegen eines Sex-Skandals zurücktreten musste. Ihre erste fünfjährige Amtszeit endet am 4. Juli. Über den Grund für die schnelle Verkündung berichtet der IWF: Da es keine anderen Kandidaten gebe, bestehe auch kein Grund, mit der Bestätigung bis zum maximal terminierten Zeitpunkt Anfang März zu warten. Angesichts der weltweiten Finanzprobleme hatten sich viele IWF-Mitgliedsländer gegen eine Wechsel an der Spitze ausgesprochen und für personelle Konstanz plädiert.

Lagarde hatte im Januar angekündigt, dass sie für eine zweite Amtszeit antrete. Deutschland hatte wie viele andere Staaten – darunter die USA, Japan, Großbritannien, Frankreich, China und weiteren Schwellenländern – diesen Schritt begrüßt. Auch Russland hatte erklärt, die Französin habe sich als erfolgreiche Anführerin in einer schwierigen Zeit für die Weltwirtschaft und für den Fonds selbst erwiesen. Christine Lagarde bedankte sich für das Vertrauen, das ihr der IWF ausgesprochen hatte. „Ich freue mich auf die zweite Amtszeit“, sagte die 60-jährige Französin am Freitag in New York.

Warum der IWF so wichtig ist

Was ist der IWF?

Der Internationale Währungsfonds (IWF), der zusammen mit den EU-Staaten zur Rettung der Staatsfinanzen der Euro-Wackelkandidaten einspringen soll, ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen. Er wurde zusammen mit der Weltbank im Juli 1944 bei der Währungskonferenz in Bretton Woods im US-Staat New Hampshire gegründet.

Wer sind die Mitglieder im IWF?

Dem IWF mit Hauptsitz in Washington (englisch: IMF für International Monetary Fund) gehören heute 186 Staaten an. Das Stimmrecht der Mitgliedsländer richtet sich nach ihrem Kapitalanteil. Dementsprechend zählen die USA (mit 16,77 Prozent), Japan (6,02 Prozent) oder auch Deutschland (5,88 Prozent) zu den Schwergewichten des IWF. Gambia hingegen kommt auf nur 0,03 Prozent und Haiti auf 0,05 Prozent.

Welche Aufgabe hat der IWF?

Hauptaufgabe ist die Wahrung einer stabilen Währungsordnung. Dazu zählt vor allem auch die Verhinderung von Finanzkrisen - wie etwa 1994/1995 in Mexiko oder 1997/1998 in Asien

Welchen Staaten hat der IWF in den letzten Jahren geholfen?

In der jüngeren Vergangenheit griff der IWF auf Ersuchen der jeweiligen Regierungen beispielsweise in der Ukraine, Island, Ungarn, Pakistan und eben auch im Euro-Staat Griechenland ein. Für die betroffenen Staaten ist das mit strengen Auflagen für die Sanierung ihrer Finanzen verbunden.

Wer leitet den IWF?

An der Spitze des Internationalen Währungsfonds steht traditionell ein Europäer. Dagegen wird die Weltbank von einem Amerikaner geführt. Bislang einziger deutscher IWF-Direktor war Horst Köhler. Er hatte das Amt inne, bevor er 2004 zum Bundespräsidenten gewählt wurde.

Schon im vergangenen Jahr war aber auch eine Debatte darüber entbrannt, ob nach dem Ende der Ära Lagarde noch der Tradition gefolgt werden soll, dass ein Europäer dem IWF und ein Amerikaner der Weltbank vorsteht. Davon ist der IWF nun abgerückt.

Vor wenigen Wochen erst wurde zudem die größte Reform in der rund 70-jährigen Geschichte des IWF vereinbart. Dabei sollen Schwellenländer – allen voran China – mehr Einfluss in der mächtigen Finanzorganisation bekommen. Der IWF soll unter anderem die internationale Zusammenarbeit in der Währungspolitik fördern und die Ausweitung des Welthandels erleichtern. Ins öffentliche Interesse rücken jedoch oft die Kredite, die der IWF seinen Mitgliedsländern gewährt, wenn sie Probleme haben. Oft wird – wie etwa in Griechenland – die Umsetzung von Reformen zur Bedingung für Hilfen gemacht, weshalb der Fonds nicht immer nur willkommen geheißen wird.

Von

rtr

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