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10.06.2014

15:54 Uhr

IWF-Prognose

Griechenland bleibt auf Gemeinschaft angewiesen

Griechenland hat laut IWF viel geschafft. Grund zur Entspannung sehen die Experten aber nicht: Das Land sei reformmüde, die Verschuldung bleibe hoch. Sie stimmen die europäischen Partner auf neue Herausforderungen ein.

Auch wenn Griechenland schon Fortschritte gemacht hat und langsam wieder auf die Beine kommt: Allzuweit läuft das Land noch nicht, auf Unterstützung der EU bleibt es angewiesen, so der IWF. dpa

Auch wenn Griechenland schon Fortschritte gemacht hat und langsam wieder auf die Beine kommt: Allzuweit läuft das Land noch nicht, auf Unterstützung der EU bleibt es angewiesen, so der IWF.

Berlin/ WashingtonDie Europäer sollten sich nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) auf neue Finanzhilfen für Griechenland einstellen. Auch wenn das Land bei der Bewältigung der Schulden- und Wirtschaftskrise ein gutes Stück vorangekommen sei, klafften doch zwischen den vereinbarten haushaltspolitischen Vorgaben und der absehbaren Entwicklung Milliardenlücken, erklärte der Fonds am Dienstag. Die Europäer sollten daher gemäß früherer Zusicherungen darauf eingestellt sein, dem Land erneut unter die Arme zu greifen, um es bei der Verschuldung auf Kurs zu halten. Sorgen bereitet dem IWF mit Blick auf das Land eine wachsende Reformmüdigkeit gepaart mit einer Absage an weitere schmerzhafte Sparprogramme. Dabei seien zusätzliche Strukturreformen unumgänglich.

Die ausufernden griechischen Schuldenprobleme hatten Griechenland zum ersten und nach wie vor schwersten Fall in der Euro-Staatsschuldenkrise gemacht. Das zweite Hilfsprogramm der Europäer in Höhe von 144,6 Milliarden Euro läuft in diesem Jahr aus. Die Regierung in Athen hat wiederholt deutlich gemacht, dass sie kein drittes Programm in Anspruch nehmen will, das mit weiteren einschneidenden Reform- und Sparauflagen verbunden wäre. Die Europäer haben es bislang offengelassen, ob sie finanziell noch einmal helfen würden.

Griechenland habe vielfältige Fortschritte gemacht und seine finanzpolitischen Ziele zum Teil sogar übererfüllt, erklärte der IWF. Das gelte vor allem für den sogenannten Primärüberschuss im Staatshaushalt - der Zinszahlungen außen vor lässt - von 0,8 Prozent der Wirtschaftsleistung im Jahre 2013. Insgesamt gebe das Anlass zu vorsichtigem Optimismus. Andererseits komme das Land bei Reformen nicht wie gewünscht voran. Gleiches gelte für die Privatisierung von Staatsfirmen. Schlimmer noch: die politische Unterstützung für das Sanierungsprogramm schwinde. Die Front der Verweigerer von weiteren schmerzhaften Reformen, derer es unbedingt bedürfe, werde größer. Das könnte das gesamte Reformprojekt für Griechenland in Gefahr bringen.

Schon jetzt zeichnet sich laut IWF ab, dass Griechenland die Zusage nicht einhalten kann, seine Verschuldung von Spitzenwert von 174 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung in diesem Jahr Schritt um Schritt auf 117 Prozent im Jahr 2022 abzubauen. So drohten schon 2015 und 2016 weitere Finanzlücken gegenüber den Planwerten von einem und einem dreiviertel Prozent. "Weil die Verschuldung voraussichtlich den Zielpfad übertrifft, sollten die europäischen Partner Griechenlands entsprechend ihren Zusicherungen zur vereinbarten Strategie bereitstehen, dem Land zusätzliche Entlastungen zu gewähren, damit es auf Kurs bleibt", mahnte der Fonds daher die Europäer.

Von

rtr

Kommentare (3)

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10.06.2014, 16:29 Uhr

Wenn die BRICS-Zentralbank da ist, hat der IWF ausgespielt. Der Euro sowieso.

Account gelöscht!

10.06.2014, 18:20 Uhr

Immer hinein in das Fass ohne Boden, und die AfD freut sich über immer mehr Zuwachs!

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11.06.2014, 08:47 Uhr

ich frage mich pausenlos was GR denn so alles geschafft haben will wo sich nix änderte. oh doch, sie brauchen das 3. Paket weil Schäuble die auf dem guten Weg sieht.

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