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20.01.2015

04:40 Uhr

IWF-Wachstumsprognose

Schub durch niedrigen Ölpreis reicht nicht

Der Internationale Währungsfonds (IWF) senkt seine Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft. Die Ökonomen zeigen sich mit Blick auf China, Russland, aber auch Europa skeptischer. Bessere Chancen habe nur die USA.

Die Direktoren des Internationalen Währungsfonds (IWF): Christine Lagarde, Brendan Howlin (r.) und Michael Noonan. Der IWF senkt seine Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft. ap

Die Direktoren des Internationalen Währungsfonds (IWF): Christine Lagarde, Brendan Howlin (r.) und Michael Noonan. Der IWF senkt seine Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft.

BerlinTrotz des Rückenwinds durch den niedrigen Ölpreis senkt der IWF seine Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft. Grund dafür seien etwa schwächere Aussichten in China, Russland, Japan und im Euro-Raum, teilte der Internationale Währungsfonds (IWF) am Dienstag mit.

Die globale Wirtschaftsleistung werde dieses Jahr um 3,5 Prozent zulegen und 2016 um 3,7 Prozent - und damit je 0,3 Punkte weniger als noch im Oktober erwartet.

Auch für Deutschland zeigten sich die IWF-Ökonomen skeptischer. Unter den großen Volkswirtschaften hätten sich einzig die Chancen für die USA verbessert. Der US-Wirtschaft traut der Fonds 2015 ein Plus von 3,6 (bisher: 3,1) Prozent zu und 2016 von 3,3 (3,0) Prozent.

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„Das globale Wachstum wird einen Schub vom niedrigen Ölpreis bekommen“, prognostizierten die IWF-Experten. Öl habe sich seit September um rund 55 Prozent verbilligt.

Der positive Effekt, dass die Kosten der Unternehmen sinken und die Kaufkraft der Verbraucher steigt, werde aber durch andere negative Einflüsse mehr als wettgemacht. So gebe es weiter eine Investitionsschwäche in vielen Industrie- und Schwellenländern. Zudem laufe es in einigen Regionen nicht so gut wie erhofft. So seien Stagnation und niedrige Inflation nach wie vor ein Grund zur Sorge in Japan und der Euro-Zone.

Für den Währungsraum erwartet der IWF 2015 nur noch einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,2 (1,4) Prozent und für 2016 von 1,4 (1,7) Prozent. Für Deutschland sagt der IWF nur noch ein Plus von 1,3 (1,5) Prozent beziehungsweise von 1,5 (1,8) Prozent voraus.

Während die Prognose für Frankreich leicht auf 0,9 Prozent in diesem Jahr und 1,3 Prozent im nächsten gesenkt wurde, zeigten sich die Experten deutlich skeptischer für Italien. Die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone werde nach drei Rezessions-Jahren 2015 nur leicht um 0,4 Prozent wachsen. Für 2016 wird ein Plus von 0,8 Prozent erwartet. Damit kappte der IWF die Aussichten jeweils um einen halben Prozentpunkt.

Die wettbewerbsfähigsten Länder der Welt

Platz 10

Norwegen (Vorjahr: 6.)

Platz 9

Dänemark (Vorjahr: 12.)

Platz 8

Vereinigte Arabische Emirate (Vorjahr: 8.)

Platz 7

Kanada (Vorjahr: 7.)

Platz 6

Deutschland (Vorjahr: 9.)

Platz 5

Schweden (Vorjahr: 4.)

Platz 4

Hong Kong (Vorjahr: 3.)

Platz 3

Singapur (Vorjahr: 5.)

Platz 2

Schweiz (Vorjahr: 2.)

Platz 1

USA (Vorjahr: 1.)

Quelle

IMD World Competitiveness Ranking 2014

Noch drastischer senkte der Fonds seine Prognose für Russland und begründete dies mit dem niedrigen Ölpreis, der Rubelabwertung und der Ukraine-Krise. So werde die Wirtschaft im größten Land der Erde in diesem Jahr um drei Prozent schrumpfen und im nächsten nochmals um ein Prozent. Zum Vergleich: Bisher hatte der IWF für 2015 noch ein leichtes Plus veranschlagt.

Skeptischer ist der Fonds auch für China. Dort werde sich die Verlangsamung der Konjunktur fortsetzen - wenn auch auf hohem Niveau. Die nach den USA weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft dürfte demnach 2015 um 6,8 Prozent zulegen und damit weniger als zuletzt mit 7,1 Prozent erwartet.

Der IWF plädierte dafür, die Wachstumskräfte zu stärken und rief in erster Linie Industriestaaten auf, mehr in die Infrastruktur wie Straßen, Brücken und Versorgungsnetze zu investieren. In vielen Wirtschaftsräumen müsse die Geldpolitik die Konjunktur weiter anschieben und dabei auch unkonventionelle Schritte einleiten, betonte der IWF - ohne jedoch die Europäische Zentralbank ausdrücklich zu nennen. Die EZB entscheidet am Donnerstag darüber, ob sie ihr umstrittenes Programm zum Kauf von Staatsanleihen startet.

Von

rtr

Kommentare (4)

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Frau Ute Umlauf

20.01.2015, 09:17 Uhr

Die Leute haben vom Konsum die Schnauze voll.
Wann begreifen das diese Polit Versager endlich. Ohne Wachstum dauerhaft als Unternehmen bestehen ... das schaffen nur die wahren Könner.

Herr never mind

20.01.2015, 12:51 Uhr

wie und warum soll das auch reichen ? Wir sollten der Realität endlich mal in die Auge sehen. Es gibt in EU Europa nicht genug Arbeit für die Menschen und deshalb gibt es auch nicht genug Konsum um die Wirtschaft anzukurbeln. Alle diese Programme sind Kosmetik auf Kosten der Steuerzahler. Und mit Kosmetik sehen selbst alte Flittchen hübsch aus. Wem haben wir das zu verdanken ? Na, den Expansionswahnsinnigen die kurzfristig geplant haben ohne über die Folgen nachzudenken. Aber das ist alles nur der Anfang des kompletten Desasters

Account gelöscht!

20.01.2015, 13:38 Uhr

Die Grün-Sozialistische Öko-Politik von Energieeinsparzwang über diese Energiewende hin zu den Anti-Kernkraft/Technik Demos und den CO2-Verteufelungswahn bringt keinen Wachstum, Fortschritt und zum Schluss auch keinen Wohlstand für die Gesellschaft, sondern nur Mangel und Armut. Vor allen wenn man den Markt=Gesellschaft immer wieder mit Gesetzen und Verordnung dazu zwingt NICHT Innovativ und zukunftsfähig zu arbeiten zu lassen.

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