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09.04.2014

18:00 Uhr

IWF warnt

„Finanzsystem in der Euro-Zone noch zu instabil“

Die akute Euro-Krise ist vorerst entschärft, aber die Bedrohung für das globale Finanzsystem ist nach Ansicht des IWF noch nicht überwunden. Der Krisenhelfer fordert, bei den Aufräumarbeiten nicht nachzulassen.

Bundespräsident Joachim Gauck warnt: „Die notwendigen Reformen im Bankwesen sind noch nicht abgeschlossen.“ dpa

Bundespräsident Joachim Gauck warnt: „Die notwendigen Reformen im Bankwesen sind noch nicht abgeschlossen.“

WashingtonDas europäische Finanzsystem ist noch zu instabil, die Banken sind noch nicht ausreichend gestärkt - zu diesem Schluss kommt der Internationale Währungsfonds in seiner jüngsten Analyse. Bundespräsident Jochim Gauck fordert die gesamte Bankenbranche zum Wandel auf. Die notwendigen Reformen im Bankenwesen seien „noch lange nicht abgeschlossen“, sagte Gauck am Mittwoch auf dem Deutschen Bankentag in Berlin.

Die Branche habe zwar sieben Jahre nach dem Ausbruch der weltweiten Finanz- und Schuldenkrise aus Fehlern gelernt. Über das Ausmaß der Bankenregulierung müsse aber weiter gerungen werden, forderte Gauck. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) appellierte dabei an die Banken, gemeinsam mit der Regierung nach Lösungen zu suchen. Als Reaktion auf die Warnungen aus der Branche, nicht zu überziehen, versprach Schäuble den Bankmanagern, alle weiteren Regulierungsschritte „im Dialog mit ihnen zu tun“.

Die IWF-Experten sehen noch schwierige Herausforderungen. „Es hat in der Eurozone erhebliche Fortschritte gegeben. Viele Banken haben ihre Kapitaldecke deutlich gestärkt“, sagte der Chef der IWF-Kapitalmarktabteilung, José Viñals. Auch die Unternehmen seien wieder finanzstärker. Aber: „Die unvollständige Reparatur von Bank- und Firmenbilanzen ist weiter ein Hindernis für die Erholung.“ Etwa mangele es in schwächeren Euroländern unverändert an einer Kreditvergabe, die zur Konjunkturankurbelung nötig sei.

In seinem Bericht zur Finanzstabilität warnt der IWF: „Ein Anziehen des Wachstums hat die Aussichten verbessert, doch eine hohe Verschuldung, eine niedrige Inflation und finanzielle Ungleichgewichte sind weiterhin aktuelle Risiken.“ Gepaart mit drohenden Problemen der Schwellenländer sei das eine Gefahr für die Weltwirtschaft, heißt es in der Analyse, die am Mittwoch in Washington vorgelegt wurde.

Obwohl die Märkte den krisengeschüttelten Banken in der Eurozone wieder mehr vertrauten, seien die Bilanzen der Institute in Wirklichkeit noch nicht ausreichend von faulen Krediten befreit worden. Die Politik müsse daher weiter rigoros die Gesundheit des Finanzsystems überprüfen - etwa durch die anstehenden Stresstests. Darauf aufbauend müssten Bilanzen bereinigt und Banken geschlossen werden, die nicht mehr zu retten seien. Das könnte auch den nötigen Ausbau der Unternehmensfinanzierung auf anderen Kanälen beflügeln.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

09.04.2014, 18:16 Uhr

Zitat : Gauck fordert die gesamte Bankenbranche zum Wandel auf.

-ist der Pfaffe jetzt auch noch zum Bänker-Experten mutiert ?

Nicht zu fassen, was die IM-Larve sich alles zumutet.

Account gelöscht!

09.04.2014, 18:37 Uhr

Ein guter Artikel, er offenbart das ganze System der Zusammenarbeit. Eine Frechheit aber die Wahrheit.

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