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27.01.2010

11:35 Uhr

Jahresanfang

Lage für Jobsuchende stabil

Die Nachfrage nach Arbeitskräften hat sich zum Jahresanfang auf niedrigem Niveau stabilisiert. Angesichts des strengen Winters rechnen Volkswirte aber im Januar mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit um 300 000 bis 400 000.

Jobsuchender. Noch immer gibt es durch die Krise weniger Stellen. dpa

Jobsuchender. Noch immer gibt es durch die Krise weniger Stellen.

HB BERLIN/NÜRNBERG. Der Stellenindex BA-X legte im Januar im Vergleich zum Vormonat um einen auf 130 Punkte zu, wie die Nürnberger Bundesagentur für Arbeit (BA) am Mittwoch mitteilte. Damit liegt er aber zwölf Punkte unter dem Vorjahreswert. Noch immer sei erkennbar, dass es durch die Krise weniger Stellen gebe. Nun bleibe abzuwarten, ob der Bedarf an Arbeitskräften in den kommenden Monaten steige.

Der BA-X beruht auf den aktuellen Stellenangeboten der Unternehmen. Seinen bisherigen Höchststand erreichte er im Februar und April 2007 mit jeweils 188 Punkten, den tiefsten Stand im Dezember 2004 mit 93 Punkten.

Angesichts der Wirtschaftskrise sei dies noch ein moderater Zuwachs, erklärte Holger Schäfer vom Institut der Deutschen Wirtschaft (IW). Er rechnet mit einem Plus um 300 000. Zum Jahreswechsel seien viele Arbeitsverträge nicht mehr verlängert worden. Auch die Nachfrage nach Kurzarbeit sinke.

UniCredit-Chefökonom Andreas Rees sieht die kommenden Monate als Nagelprobe für den Arbeitsmarkt. Dann werde ein Statistikeffekt wegfallen, der derzeit noch für Entlastung sorge und sich der „fundamentale Trend“ zeigen. Für Januar erwartet Rees ein Plus der Jobsuchenden um 340 000.

Rolf Schneider von Allianz Economic Research sieht einen Zuwachs der Arbeitslosigkeit im Januar um 400 000. Neben dem „ganz außergewöhnlichen Winter“ sei dies auf vermehrte Entlassungen zum Jahreswechsel zurückzuführen, erklärt er.

Die Januar-Daten gibt die Bundesagentur für Arbeit am morgigen Donnerstag in Nürnberg bekannt. Im Dezember war die Zahl der Jobsuchenden um lediglich 60 000 auf 3,276 Millionen gestiegen. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,2 Prozentpunkte auf 7,8 Prozent.

Die Bundesregierung rechnet laut Jahreswirtschaftsbericht damit, dass die Arbeitslosenzahl 2010 im Jahresdurchschnitt mit 320 000 auf 3,77 Millionen ansteigt. „Mit Glück“ könnte man im nächsten Winter aber unter vier Millionen Arbeitslosen bleiben. „Aber Horrorszenarien werden ausbleiben“, gab sich Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle zuversichtlich.

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