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31.01.2007

12:45 Uhr

Jahreswirtschaftsbericht

Bundesregierung schraubt Prognosen nach oben

Die Bundesregierung hat ihre Prognosen für Konjunktur und Arbeitsmarkt in diesem Jahr deutlich nach oben geschraubt. Für 2008 wagt Wirtschaftsminister Glos keine genaue Prognose - auch wegen der Risiken für die Konjunktur, die sein Jahresbericht nennt.

HB BERLIN. Im Jahreswirtschaftsbericht, den das Kabinett am Mittwoch verabschiedete, erhöht die Regierung ihre Schätzung für das Wirtschaftswachstum im laufenden Jahr um 0,3 Prozentpunkte auf 1,7 Prozent. Die Arbeitslosenzahl dürfte im Schnitt um 480 000 fallen und damit mehr als doppelt so stark wie bisher angenommen. Auch die Zahl der Erwerbstätigen sollte mit rund 300 000 stärker steigen als bislang erwartet. „Der Konjunkturmotor läuft rund und wird auch dieses Jahr nicht ins Stocken geraten“, heißt es in dem Bericht, der den Titel trägt: „Den Aufschwung für Reformen nutzen“.

Wirtschaftsminister Michael Glos sagte: „Ich bin zuversichtlich, dass wir mit unserem Reformprogramm auch in diesem Jahr dazu beitragen werden, die Dynamik des Aufschwungs zu verstärken und das Wachstumspotenzial unserer Wirtschaft nachhaltig zu erhöhen.“

Mit ihrer neuen Prognose liegt die Regierung im Mittelfeld der jüngsten Expertenschätzungen. Die Mehrwertsteuererhöhung um drei Punkte auf 19 Prozent wird die Konjunktur nach ihrer Einschätzung nur zu Jahresbeginn dämpfen, der Entwicklung im Gesamtjahr aber keinen größeren Schaden zufügen. Allerdings wird dadurch die Preissteigerungsrate nach oben getrieben. Die Regierung rechnet im Jahresmittel mit einem Anstieg der Verbraucherpreise um 2,3 Prozent nach 1,7 Prozent in 2006.

Markant sind die Auswirkungen des Aufschwungs dem Bericht zufolge auf dem Arbeitsmarkt. Mit dem erwarteten Rückgang der Arbeitslosenzahl um knapp eine halbe Million werde die Arbeitslosenzahl im Jahresdurchschnitt bei rund vier Millionen liegen. Ursprünglich hatte die Regierung ein Minus von 200.000 erwartet. Die Arbeitslosenquote werde um 1,2 Prozentpunkte auf 9,6 Prozent sinken. Im Zuge der besseren Lage am Arbeitsmarkt werde der private Konsum trotz der Anhebung der Umsatzsteuer leicht zulegen. Die Effektivlöhne je Arbeitnehmer könnten um 1,2 Prozent höher ausfallen als 2006.

Die größten Risiken für ihre Prognose sieht die Regierung von Seiten der US-Wirtschaft und der Rohstoffpreise. Auch eine straffere Geldpolitik könnte Dynamik kosten. Ebenfalls ein Risiko sei die Wechselkursentwicklung des Euro.

Zu den Aussichten für 2008 sagte Minister Glos lediglich, die deutsche Wirtschaft könnte im kommenden Jahr stärker zulegen als 2007, weil der dämpfende Effekt der höheren Mehrwertsteuer wegfalle. Für eine konkrete Prognose sei es allerdings zu früh.

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