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14.03.2011

15:21 Uhr

Japan-Folgen

Deutsche Wirtschaft dämpft Angst vor Konjunkturabsturz

Das Japan-Desaster wird die Weltwirtschaft nach Einschätzung von Experten nicht zurückwerfen. Die deutsche Wirtschaft erwartet sogar nur „Schramme“ durch die Krise.

Container am Hamburger Hafen: Keine Gefahr für deutsche Exporte. Quelle: dpa

Container am Hamburger Hafen: Keine Gefahr für deutsche Exporte.

BerlinDer deutsche Außenhandel erwartet weder für heimische noch die Weltwirtschaft einen Einbruch als Folge der Katastrophen in Japan. „Für die Weltwirtschaft glaube ich, dass die Auswirkung vermutlich zu vernachlässigen sein wird, solang kein Super-Gau eintritt“, sagte Außenhandelspräsident Anton Börner am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Sofern ein solcher Mega-Atomunfall ausbleibe, werde die Tragödie in dem asiatischen Inselstaat an der globalen Wirtschaft „mit einer Schramme vorbeigehen“. Und auch für die deutsche Wirtschaft dürfte es keine gravierenden Folgen geben, denn das „starke Exportland“ für die deutsche Wirtschaft sei Japan nicht.

Wenn es ein großes wirtschaftliches Risiko gebe, dann das weltweit steigender Anleihe-Zinsen, sagte Börner. Japan werde seine Investitionen und Anlagen angesichts der riesigen Schäden stärker auf das eigene Land ausrichten. Das werde den Yenkurs ansteigen lassen. Damit werde Japan aber zugleich als Aufkäufer von Staatsanleihen in der westlichen Welt ausfallen. Die Folge dürfte nach Börners Worten steigende Zinsen sein, um Anleger für diese Anleihen auf den Märkten der Welt anzuziehen.

Auch einen Inflationsschub in der Welt durch die expansive Geldpolitik der japanischen Notenbank zur Bekämpfung der aktuellen Krise erwartet Börner nicht. Die Zerstörungen und damit Vermögensverluste im Landes seien sehr viel größer als das, was nun mit billigem Geld an Liquidität bereitgestellt werde. Von daher sehe er nicht, dass übermäßige Liquidität auf die Welt-Finanzmärkte herüberschwappe.

Kommentare (2)

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no.7

14.03.2011, 16:34 Uhr

Natürlich wird die weltweite inflationsspirale zusätzlichen Schub erhalten: Die japanischen fabriken stehen, während der nun kommende, gewaltige Bedarf in Japan durch Gelddrucken bezahlt werden wird. es ist vollkommen logisch, daß die weltweite Inflation aufgrund der ereignisse in Japan anzieht. Gleichwohl wird dies von Driftmann und börner in abrede gestellt.

Wolfram007

14.03.2011, 17:21 Uhr

Bereits bei der letzten Finanzkrise lagen die meißten Analysten, Experten und berufsmäßigen Wahrsager falsch. Das man sich aber jetzt, wo niemand absehen kann, was in Japan wirklich passiert, sich mit Vorhersagen an die Öffentlichkeit traut, obwohl man frei nach Herbert Wehner gar nichts weis, ist ein Skandal und müsste von Ihrem Blatt als solcher gebrandmarkt werden.
Hoffe auf gute Besserung
Wolfram

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