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07.09.2015

14:17 Uhr

Jens Weidmann

Bundesbank-Chef leitet künftig BIZ-Verwaltungsrat

Neue Aufgaben für den Chef der Deutschen Bundesbank: Jens Weidmann ist zum Vorsitzenden des Verwaltungsrats der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) ernannt worden. Seinen Dienst tritt er im November an.

Bundesbank-Chef Jens Weidmann, hier bei einer Kabinetts-Sitzung um Kanzlerin Merkel in Berlin, wird neuer Vorsitzender des Verwaltungsrats der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ). Reuters

Jens Weidmann

Bundesbank-Chef Jens Weidmann, hier bei einer Kabinetts-Sitzung um Kanzlerin Merkel in Berlin, wird neuer Vorsitzender des Verwaltungsrats der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ).

FrankfurtBundesbank-Präsident Jens Weidmann ist zum Vorsitzenden der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) gewählt worden. Der Präsident der Deutschen Bundesbank übernimmt den Posten Anfang November, teilte die BIZ am Montag in Basel mit. Weidmann sei am Sonntag vom BIZ-Verwaltungsrat für eine Amtszeit von drei Jahren in das Amt berufen worden. Er folgt auf den französischen Notenbanker Christian Noyer, der der BIZ seit März 2010 vorsitzt. Der Gouverneur der Banque de France geht Ende Oktober in den Ruhestand. Weidmanns Funktion als Präsident der Bundesbank bleibt von seiner neuen Verantwortung bei der BIZ unberührt.

Die BIZ ist die älteste internationale Finanzinstitution und wird auch „Notenbank der Notenbanken“ genannt. Sie nimmt bei der Kooperation der Zentralbanken und anderer Institutionen aus dem Finanzbereich eine Schlüsselrolle ein. Auf regelmäßigen Sitzungen sprechen Zentralbankgouverneure über Fragen der Konjunktur- und Finanzmarktlage sowie der Finanzstabilität.

Die Bundesbank im Überblick

Aufgaben

Die Bundesbank ist Teil des Eurosystems und damit mitverantwortlich für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Sie ist die Zentralbank und damit die "Bank der Banken" - bei ihr müssen Banken Mindestreserven einzahlen, um ihr Bankgeschäft betreiben zu dürfen.

Im Auftrag der EZB werden auch Überweisungen abgewickelt und Bargeld gedruckt und verteilt.

Ein weiteres wichtiges Gebiet ist die Überwachung von Banken und ihren Geschäften sowie die Beobachtung der Großwetterlage der Konjunktur und Finanzmärkte.

Verhältnis zur Europäischen Zentralbank (EZB)

Die Bundesbank ist die bedeutendste Notenbank im Euro-Raum mit einem Anteil am eingezahlten Kapital der EZB in Höhe von etwas mehr als 27 Prozent. Viele Dienstleistungen wie der Aufkauf von Staatsanleihen oder die Lagerung von Bargeld-Notreserven erfolgen im Auftrag der EZB.

Jahresüberschuss

Der Überschuss der Bundesbank steht dem Finanzministerium zu. Im Jahr 2012 gab es einen Gewinn in Höhe von 664 Millionen Euro (Vorjahr: 643 Millionen Euro).

Goldbestände

Zu den Währungsreserven der Bundesbank zählen auch Goldbestände. Sie belaufen sich auf 3391 Tonnen und werden von der Bundesbank mit einem Wert von 137,5 Milliarden Euro bilanziert.

Das Gold lagert in Frankfurt (1036 Tonnen), New York (1536 Tonnen), London (445 Tonnen) und Paris (374 Tonnen). Die Goldbestände in Paris sollen nach Deutschland geholt werden.

Mitarbeiter

10.825 Mitarbeiter (9.543 Vollzeitstellen), davon 5417 Beamte und 5408 Tarifbeschäftigte

Standorte

Die Zentrale der Bundesbank ist in Frankfurt. Es gibt außerdem neun Hauptverwaltungen und 41 Filialen, 2011 waren es noch 47 Filialen. Ein weiterer Abbau auf 35 Filialen ist beschlossen – dicht gemacht werden noch Bayreuth, Bremen, Dresden, Gießen, Kiel und Lübeck.

Die Außenstellen sind unter anderem für Bargelddienstleistungen zuständig, entsenden aber auch Prüfer in Banken.

Die Bundesbank zählt zu den gegenwärtig 60 Mitgliedsinstituten der BIZ. Der Bundesbankpräsident hat von Amts wegen einen Sitz im BIZ-Verwaltungsrat - genauso wie die Präsidenten der Zentralbanken Belgiens, Frankreichs, Italiens, des Vereinigten Königreichs und der USA.

Der BIZ sind bedeutsame ständige Ausschüsse angeschlossen: Dazu gehören der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht, der Ausschuss für Zahlungsverkehr und Marktinfrastrukturen und der Ausschuss für das weltweite Finanzsystem.

Von

rtr

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