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16.03.2013

12:25 Uhr

Jens Weidmann

„Italien darf nicht auf Notenbank-Hilfe setzen“

Bundesbankpräsident Jens Weidmann warnt Italien davor, bei einem Euro-Austritt auf eine Intervention der Notenbanken zu hoffen. Das sei „vertraglich ausgeschlossen“. Auch ein Ende der Krise sieht Weidmann noch nicht.

Italien darf bei einem möglichen Euro-Austritt nicht auf die Hilfe der Notenbanken setzen, meint Bundesbankpräsident Jens Weidmann. dpa

Italien darf bei einem möglichen Euro-Austritt nicht auf die Hilfe der Notenbanken setzen, meint Bundesbankpräsident Jens Weidmann.

BerlinItalien kann nach Worten von Bundesbankpräsident Jens Weidmann nicht auf Hilfen der Notenbanken bauen. „Wenn in Italien wichtige politische Akteure über eine Umkehr der Reformen oder gar den Austritt Italiens aus der Währungsunion diskutieren und in der Folge die Zinsen für italienische Staatsanleihen steigen, dann kann und darf dies kein Grund für Interventionen der Notenbank sein“, sagte Weidmann dem „Focus“ in einem Interview laut Vorabbericht vom Samstag.

Der italienische Wahlsieger, Beppe Grillo, hatte jüngst in einem Interview Zweifel am Verbleib des Landes in der Euro-Zone geschürt. „De facto ist Italien doch schon aus dem Euro raus“, sagte der Chef der Bewegung „Fünf Sterne“ exklusiv dem „Handelsblatt“. Weidmann betonte, jedes Land trage eine Eigenverantwortung. „Eine umfassende Gemeinschaftshaftung oder die Finanzierung durch die Notenbank sind aus diesem Grund vertraglich ausgeschlossen.“

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Zugleich sagte Weidmann, dass die Euro-Krise noch nicht überwunden ist. „Der Eindruck, alles sei wieder in Ordnung, nur weil sich die Lage an den Finanzmärkten entspannt hat, ist trügerisch und problematisch.“ Dies sei erst der Fall, wenn „die strukturellen Probleme gelöst sind – vor allem die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit und die hohe Verschuldung“.

Von

rtr

Kommentare (56)

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Account gelöscht!

16.03.2013, 12:34 Uhr

Es kommt noch viel schlimmer: Mit 848 Mrd. Schulden hat Spanien einen neuen Spitzenwert erreicht und ist faktisch so gut wie pleite. 84,4% des BIP, damit ist der point of no return überschritten. Die Zinslasten werden so hoch, dass die Schuldenspirale nicht mehr gestoppt werden kann. Hätte man das in 1,8 Billionen Peseten umgerechnet, wäre Spanien heute saniert und könnte die Hälfte tilgen. So liegt es am Boden und alles ist weg, vgl. fortunanetz.
Und vor lauter Brandmauer in Zypern, wird in den Medien immer der Rest vergessen. Nun heute haben wir Zypern und Spanien im Doppelpack, wobei der täglich wechseln kann. Demnächst sind es wieder Griechenland und Frankreich. Bankrott-Roulette dank Rettungsschirmwährung.
Und dann brauchen wir das Thema Italien und Frankreich erst gar nicht näher erläutern. Grillo liegt mit seiner Vermutung, dass Italien schon so gut wie raus ist aus dem Euro, nicht einmal so verkehrt. Ein Desaster größer als das andere. Und auch das von fortunanetz stets aufgezeichnete Szenario rückt in greifbare Nähe: Merkel kann das Desaster bis zur Bundestagswahl nicht mehr aussitzen. Es wird eng. Wie Recht wir doch hatten.

Scratchpatch

16.03.2013, 12:38 Uhr

Und warum sagt das Weidmann und nicht Draghi?
Hoffentlich sieht der das genauso.

am003

16.03.2013, 12:40 Uhr

Weidmann betonte, jedes Land trage eine Eigenverantwortung. „Eine umfassende Gemeinschaftshaftung oder die Finanzierung durch die Notenbank sind aus diesem Grund vertraglich ausgeschlossen.“

Herr Weidmann, ist das ironisch gemeint ? Welche vertragliche Regelung hat in der EU denn noch bestand ?
Gibt es eine Klausel im Maastrich Vetrag, welche noch nicht weggewischt wurde ?
Von daher, in einer nur noch halbdemokratischen EU ist so vieles möglich ... und das Gegenteil davon.

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