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21.05.2012

15:30 Uhr

Jugendarbeitslosigkeit

„Verlorene Generation“ sucht ihr Glück in Deutschland

Die Jugendarbeitslosigkeit in Südeuropa ist dramatisch hoch. Vielen jungen Jobsuchern fehlen die nötigen Qualifikationen, die Euro-Krise nimmt ihnen auch die einfachen Jobs. Wer kann, flieht in den Norden.

Zwei spanische Praktikanten in einem deutschen Betrieb. dpa

Zwei spanische Praktikanten in einem deutschen Betrieb.

Berlin/DüsseldorfGelinge in Europa der Schuldenabbau, dann gebe es keinen Grund für Bedrohungsszenarien, sagte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble am Wochenende auf dem Katholikentag in Mannheim. "Ich möchte dringend davor warnen, den jungen Leuten einzureden, sie gingen mit schlechteren Ausgangsbedingungen in ihr Leben als frühere Generationen." Was für deutsche Jugendliche zutrifft, klingt für ihre Altersgenossen in Südeuropa derzeit wie Hohn. Dort hat die Jugendarbeitslosigkeit so dramatische Werte erreicht, dass eine "verlorene Generation" heranwachse, wie die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) in einer neuen Studie schreibt, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt.

So hat in Griechenland und Spanien mehr als jeder zweite unter 25-Jährige keine Arbeit. In der EU und den anderen Industriestaaten hat sich die Arbeitslosigkeit bei den 15- bis 24-Jährigen laut ILO von 2008 bis heute um 26,3 Prozent erhöht. Mindestens bis 2016 werde die Jugendarbeitslosigkeit auf "dramatisch hohen Niveaus" verharren, weil vielen Jugendlichen schlicht die nötigen Qualifikationen fehlten.

Ganz anders in Deutschland: Mit 7,9 Prozent liegt die Jugendarbeitslosigkeit hier deutlich unter dem Euro-Zonen-Schnitt von 22,1 Prozent. Während Südeuropa in der Rezession steckt, prognostizieren die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute Deutschland für 2012 ein Wachstum von 0,9 Prozent und 2013 von zwei Prozent. Knapp eine Million Stellen sind hierzulande unbesetzt.

Kommentare (34)

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bjarki

21.05.2012, 15:50 Uhr

Vom Regen in die Traufe

parlant

21.05.2012, 16:02 Uhr

Aha: "Vielen jungen Jobsuchern fehlen die nötigen Qualifikationen ..."i
und all' diese Nichtskönner kommen nun hierher ?
Klasse.

Thomas-Melber-Stuttgart

21.05.2012, 16:05 Uhr

"Vielen jungen Jobsuchern fehlen die nötigen Qualifikationen, die Euro-Krise nimmt ihnen auch die einfachen Jobs. Wer kann, flieht in den Norden." Weil es gerade bei uns so viele "Jobs" für Ungelernte gibt?

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