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22.05.2013

07:57 Uhr

Kampf gegen Deflation

Japans Zentralbank bleibt bei lockerer Geldpolitik

Gute Aussichten für Japans Konjunktur: Die Zentralbank des Landes blickt positiv auf die wirtschaftliche Lage und bleibt bei seiner aggressiven Lockerung der Geldpolitik. Vor allem die Exporterlöse steigen wieder.

Japan bleibt bei seiner Geldpolitik. Die Exporterlöse danken es - und steigen weiter. Reuters

Japan bleibt bei seiner Geldpolitik. Die Exporterlöse danken es - und steigen weiter.

TokioDie japanische Zentralbank hat ihre Einschätzung der wirtschaftlichen Lage des Landes angehoben. Die Wirtschaft habe begonnen anzuziehen, erklärte die Bank of Japan (BoJ) am Mittwoch nach Abschluss zweitägiger Beratungen. Im vergangenen Monat hatte sie erklärt, der Abschwung sei zu Ende gegangen. Zugleich beschlossen die Notenbanker, ihre Politik der aggressiven Lockerung der Geldpolitik vorerst unverändert fortzusetzen. Wie im April angekündigt, werde die Geldbasis um jährlich etwa 60 bis 70 Billionen Yen ausgeweitet (455 bis 530 Milliarden Euro). Auf diese Weise will die BoJ die jahrelange Deflation mit stetig fallenden Preisen überwinden.

Durch die drastische Lockerung der Geldpolitik durch die BoJ hat sich der Yen deutlich abgeschwächt. Dies hat den Unternehmen dazu verholfen, ihre Exporterlöse kräftig zu erhöhen. Dazu trägt auch die Erholung ausländischer Märkte bei. Der Rückgang der Ausfuhren sei zu Ende, erklärte die BoJ in einer Stellungnahme. Zudem gebe es Anzeichen, dass sich die Kapitalinvestitionen im allgemeinen nicht weiter abschwächten. Außerdem verbessere sich die Stimmung unter den Verbrauchern. Die Erwartung einer Konjunkturerholung hat die Börse auf den höchsten Stand seit über fünf Jahren steigen lassen.

Eckpunkte der neuen japanischen Geldpolitik

Festes Inflationsziel

Die Bank von Japan legt sich fest: Innerhalb von zwei Jahren wird sie eine Inflationsrate von zwei Prozent erreichen.

Verdoppelung der Geldbasis

Die Geldbasis soll von jetzt 138 Billionen Yen auf 270 Billionen Yen im Jahr 2014 steigen. Umgerechnet geht es um eine Steigerung von 1,05 Billionen Euro auf 2,05 Billionen Euro.

Kauf von Staatsanleihen

Die Bank von Japan will 77 Prozent des frischen Zentralbankgelds in Staatsanleihen mit langer Laufzeit investieren. Die durchschnittliche Laufzeit ihrer Staatsanleihen soll von drei auf sieben Jahre steigen.

Dauer der Maßnahmen

Die Zentralbank legt sich darauf fest, so lange an der expansiven Geldpolitik festzuhalten, bis sie ihr Inflationsziel erreicht hat.

Aussetzung des Banknoten-Prinzips

Die Bank von Japan setzt zeitweilig das Banknoten-Prinzip außer Kraft, wonach sie nicht den Wert der im Umlauf befindlichen Banknoten überschreiten darf.

Die Notenbank will die Geldbasis zur Überwindung der jahrelangen Deflation in den kommenden zwei Jahren verdoppeln. Dazu kauft die Notenbank auch verstärkt Staatsanleihen und riskantere Finanzinstrumente. Ziel ist eine Inflation von zwei Prozent. Einige Indikatoren deuteten bereits einen Anstieg der Inflationserwartungen an, hieß es. Kritiker der Finanzpolitik der neuen Regierung von Ministerpräsident Shinzo Abe, der von der BoJ kräftige Schützenhilfe erhält, warnen angesichts dieser aggressiven Lockerung der geldpolitischen Zügel bereits vor dem Entstehen einer neuen Blase.

Von

rtr

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