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19.11.2015

15:37 Uhr

Kampf gegen Konjunkturflaute

China senkt Kosten für kurzfristige Kredite

Bereits zum sechsten Mal senkt Chinas Zentralbank den Leitzins für kurzfristige Kredite – und verspricht sich davon ein Anziehen der Konjunktur. Experten rechnen mit weiteren Senkungen im kommenden Jahr.

Der chinesische SLF-Zins ist eine spezielle Kreditlinie für Geldinstitute, die Zinsen für kurzfristige Liquiditätsspritzen begrenzt. Reuters

SLF-Zins

Der chinesische SLF-Zins ist eine spezielle Kreditlinie für Geldinstitute, die Zinsen für kurzfristige Liquiditätsspritzen begrenzt.

PekingAngesichts der Konjunkturflaute greift China den Banken weiter unter die Arme. Wie die Zentralbank PBOC am Donnerstag mitteilte, senkt sie die Zinsen einer speziellen Kreditlinie für die Geldinstitute (SLF). Für kurzfristig benötigte Liquiditätsspritzen müssen diese künftig nur noch 2,75 Prozent Zinsen statt bisher 4,5 Prozent zahlen. Und für wöchentliche Darlehen werden 3,25 (bislang 5,5) Prozent fällig. Laut Insidern waren die Konditionen zuletzt im März gelockert worden. Dennoch blieb die Kreditlinie zuletzt weitgehend ungenutzt. Die Banken ächzen unter einer Last fauler Kredite.

Die PBOC hat den Leitzins mit einjähriger Laufzeit seit Ende 2014 bereits sechs Mal gesenkt. Mit dem SLF-Zins zieht sie de facto eine Untergrenze für die Kosten kurzfristiger Darlehen ein. Der Ökonom Xue Hexiang vom Finanzhaus Huatei Securities erwartet, dass die Zentralbank nachlegen und den Leitzins binnen eines Jahres um einen Viertel bis einen halben Prozentpunkt kappen wird. Derzeit liegt er bei 4,35 Prozent.

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Chinas Präsident Xi Jinping hat seinen neuen Fünf-Jahres-Plan vorgestellt: Er sieht 6,5 Prozent als unterste Grenze des Wirtschaftswachstums vor. Das ist derzeit so niedrig wie seit einem Vierteljahrhundert nicht mehr.

Die Zentralbank hatte jüngst die Obergrenze für Einlagenzinsen abgeschafft. Damit ist die Grundlage geschaffen, dass Banken untereinander in Wettbewerb um Kunden treten können. Dies gilt als wichtiger Schritt hin zu einer stärker marktbasierten Kreditwirtschaft in der Volksrepublik. Nach Jahren rasanten Wachstums kämpft das Reich der Mitte mit einer Konjunkturabkühlung.

Die kommunistische Führung peilt für dieses Jahr ein Wachstum von sieben Prozent an – das geringste seit einem Vierteljahrhundert. Ministerpräsident Li Keqiang versicherte, das Land werde konjunkturell auf Kurs bleiben. Die Regierung wolle mit Strukturreformen eine nachhaltige Entwicklung der Wirtschaft fördern, sagte er.

Von

rtr

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