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14.04.2011

21:19 Uhr

Kapitalströme

Arme Länder rüffeln Geldpolitik der Reichen

Die Frühjahrstagung von Weltwährungsfonds und Weltbank haben die G24-Länder zum Anlass für ein Treffen genommen. Dort tadeln sie die Industrienationen für Krisenmaßnahmen, die den Schwellenländern schaden.

Lesetja Kganyago, Generaldirektor des südafrikanischen Finanzministeriums. Quelle: dapd

Lesetja Kganyago, Generaldirektor des südafrikanischen Finanzministeriums.

WashingtonArme Staaten und Schwellenländer haben den reichen Ländern eine übermäßig lockere Geldpolitik vorgeworfen.

Die Maßnahmen der Industrienationen im Kampf gegen die Krise schadeten vielen Entwicklungsländern, erklärten die in der G24 zusammengeschlossenen Länder am Donnerstag nach einer Konferenz in Washington. Folge seien massive Kapitalzuflüsse, die Gefahr von überhitzten Volkswirtschaften und ein Aufwertungsdruck ihrer Währungen. Das Finanzsystem werde gefährdet, die Spekulation an den Rohstoffmärkten nehme zu.

Besorgt zeigt sich die Staatengruppe auch über die jüngste Explosion der Rohstoffpreise, vor allem für Öl und Nahrungsmittel. Folge sei erhöhter Inflationsdruck, eine neuerliche Bedrohung für die Armen. Soziale Spannungen könnten zunehmen, während neue finanzielle Lasten Wachstumseinbußen vor allem für die ärmsten Nationen bedeuten könnten, hieß es im Kommuniqué der Gruppe nach ihrem Treffen am Rande der Frühjahrstagung von Weltwährungsfonds und Weltbank.

Mit Blick auf die Kapitalströme aus den Industrienationen in Schwellenstaaten sagte der Generaldirektor des südafrikanischen Finanzministeriums, Lesetja Kganyago, die Ursprungsländer müssten stärker in den Fokus rücken. „Was die Quelle des Kapitals angeht, muss mehr unternommen werden.“

Die Europäische Zentralbank hatte vorige Woche nach fast zwei Jahren ihren Leitzins um 0,25 Punkte auf 1,25 Prozent angehoben und weitere Zinsschritte signalisiert. In den USA verharrt der Leitzins derweil weiter knapp über 0 Prozent. Die Märkte rechnen dort erst im nächsten Jahr mit einer Anhebung.

In der Gruppe der G24 fanden sich 1971 Schwellen- und Entwicklungsländer aus Asien, Afrika und Lateinamerika zusammen, um gemeinsam finanzpolitische Positionen - unter anderem gegenüber Weltwährungsfonds und Weltbank - zu vertreten.

Von

dpa

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