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15.12.2012

13:30 Uhr

Kapitalvorschriften

Fed plant strengere Regeln für Auslandsbanken

Die US-Notenbank plant strengere Vorschriften für ausländische Banken. Die Geldinstitute sollen sich unter anderem auch in den USA Stresstests unterziehen. Zu den betroffenen Instituten zählt auch eine deutsche Bank.

Der Chef der US-Notenbank, Ben Bernanke. Die Fed will die Regeln für ausländische Banken in den USA verschärfen. Reuters

Der Chef der US-Notenbank, Ben Bernanke. Die Fed will die Regeln für ausländische Banken in den USA verschärfen.

New YorkDie US-Notenbank Fed will mit strengeren Kapitalvorschriften für ausländische Banken ernst machen. Die Regeln sollten für gut zwei Dutzend Institute mit einer weltweiten Bilanzsumme von mehr als 50 Milliarden US-Dollar (38,2 Mrd Euro) gelten, teilte die Fed am Freitagabend in New York mit. Diese müssten sich dann auch in den USA Stresstests für den Fall einer schweren Wirtschaftskrise unterziehen. Die Regeln könnten im Juli 2015 in Kraft treten. Das Direktorium der Fed stimmte am Freitagabend dafür, 90 Tage lang Stellungnahmen zu ihrem Plan einzuholen.

Die schärferen Regeln würden voraussichtlich zufolge auch die Deutsche Bank und die britische Bank Barclays treffen. Deren US-Töchter dürften künftig weniger leicht Kapital an ihre Mutterkonzerne in Deutschland und Großbritannien abgeben und müssten mehr leicht verkäufliche Vermögenswerte in den USA halten.

Das sind die systemrelevanten Banken der Welt

„Too big to fail“

Die Bankenaufseher des Financial Stability Boards (FSB) haben ihre Liste der systemrelevanten Banken aktualisiert. Diese Banken sind für das FSB „too big to fail“ – ein Zusammenbruch wäre gefährlich für die Stabilität der Weltwirtschaft. Nach der Überarbeitung befinden sich noch XX Banken auf der Liste. Für diese gelten zusätzliche Kapitalanforderungen.

Deutschland

Commerzbank

Deutsche Bank

Europa

Banque Populaire CdE (Frankreich)

Barclays (Großbritannien)

BNP Paribas (Frankreich)

Credit Suisse (Schweiz)

Crédit Agricole (Frankreich)

HSBC (Großbritannien)

ING (Niederlande)

Lloyds Banking Group (Großbritannien)

Nordea (Schweden)

Royal Bank of Scotland (Großbritannien)

Banco Santander (Spanien)

Société Générale (Frankreich)

UBS (Schweiz)

Unicredit (Italien)

USA

Bank of America

Bank of New York Mellon

Citigroup

Goldman Sachs

JP Morgan Chase

Morgan Stanley

State Street

Wells Fargo

Asien

Bank of China

Mitsubishi UFJ Financial Group (Japan)

Mizuho Financial Group (Japan)

Sumitomo Mitsui Financial Group (Japan)

Von der Liste gestrichen

Dexia (Belgien)

Die Deutsche Bank hatte sich am Donnerstag optimistisch gezeigt, die erwarteten Kapitalanforderungen für ihre US-Töchter zu erfüllen. „Wir sind zuversichtlich, mögliche Lücken beim Kapital von betroffenen Sparten auffüllen zu können“, hatte Deutsche-Bank-Finanzvorstand Stefan Krause bei einer Analystenkonferenz gesagt. Entscheidend sei, ob und welche der amerikanischen Töchter oder Einheiten, die bisher noch nicht unter der strengen Aufsicht der US-Notenbank Fed stehen, künftig stärker reguliert werden.

Fed-Direktor Daniel Tarullo hatte im November gesagt, dass die Aufsicht strengere Vorgaben für US-Töchter von ausländischen Banken prüft. Im Kern geht es der Notenbank darum, möglichst alle Geschäfte, die in den USA getätigt werden, mit genügend Kapital zu unterlegen. Die Töchter sollen notfalls auch ohne Hilfe ihrer Mütter mögliche Verluste absichern können, damit sie nicht in einer Krise vom Staat gerettet werden müssen. Sollte es so kommen, müssen die ausländischen Institute Geld in die Vereinigten Staaten transferieren.

Von

dpa

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