Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.01.2015

14:30 Uhr

Kauf von Staatsanleihen

EZB prüft offenbar weitere Szenarien

Laut einem Medienbericht prüft die Europäische Zentralbank bei ihren Plänen für einen Kauf von Staatsanleihen drei verschiedene Szenarien. So könnten etwa nur Länderbonds mit Spitzenrating erworben werden.

Die EZB will auf ihrer nächsten geldpolitischen Sitzung am 22. Januar über ihren weiteren Kurs entscheiden. dpa

Die EZB will auf ihrer nächsten geldpolitischen Sitzung am 22. Januar über ihren weiteren Kurs entscheiden.

AmsterdamDie Europäische Zentralbank (EZB) prüft einem Medienbericht zufolge bei ihren Plänen für einen Kauf von Staatsanleihen im großen Stil drei verschiedene Szenarien. Wie die niederländische Zeitung „Het Financieele Dagblad“ am Dienstag unter Berufung auf Insider berichtete, prüfen die Geldhüter den Aufkauf staatlicher Bonds in einem Umfang, der nach der jeweiligen Beteiligung der Mitgliedsländer an der EZB aufgeschlüsselt sei.

Eine zweite Option bestünde darin, nur Länderbonds mit dem Spitzenrating „AAA“ zu erwerben, womit deren Renditen in Richtung Null oder gar in den negativen Bereich getrieben würden. Dies soll Investoren dazu bewegen, riskantere Länder- und Unternehmens-Anleihen zu erwerben.

Staatsanleihen: Renditen im Sinkflug

USA

Rendite (zehnjährige Anleihe): 2,61 Prozent
Renditeveränderung (in den vergangenen drei Monaten): - 17,1 Basispunkte
Quelle: Bloomberg, 10.06.2014

Deutschland

Rendite: 1,38 Prozent
Renditeveränderung: - 24,8 Basispunkte

Italien

Rendite: 2,74 Prozent
Renditeveränderung: - 62,4 Basispunkte

Spanien

Rendite: 2,57 Prozent
Renditeveränderung: - 72,9 Basispunkte

Portugal

Rendite: 3,32 Prozent
Renditeveränderung: - 110,6 Basispunkte

Irland

Rendite: 2,41 Prozent
Renditeveränderung: - 65,9 Basispunkte

Griechenland

Rendite: 5,47 Prozent
Renditeveränderung: - 132,4 Basispunkte

Frankreich

Rendite: 1,71 Prozent
Renditeveränderung: - 48,5 Basispunkte

Finnland

Rendite: 1,57 Prozent
Renditeveränderung: - 35,9 Basispunkte

Österreich

Rendite: 1,66 Prozent
Renditeveränderung: - 24,7 Basispunkte

Niederlande

Rendite: 1,60 Prozent
Renditeveränderung: - 24,6 Basispunkte

Belgien

Rendite: 1,81 Prozent
Renditeveränderung: -52,1 Basispunkte

Großbritannien

Rendite: 2,69 Prozent
Renditeveränderung: - 10,8 Basispunkte

Japan

Rendite: 0,59 Prozent
Renditeveränderung: - 2,5 Basispunkte

Schweiz

Rendite: 0,72 Prozent
Renditeveränderung: - 25,8 Basispunkte

Russland

Rendite: 4,26 Prozent
Renditeveränderung: - 89,3 Basispunkte

Türkei

Rendite: 8,67 Prozent
Renditeveränderung: - 187 Basispunkte

Die dritte Option ähnele der ersten, allerdings würden dabei die einzelnen nationalen Notenbanken die Käufe tätigen. Damit würde dann auch das Risiko im Grundsatz bei den betreffenden Ländern bleiben, berichtete die Zeitung.

Die EZB lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab. EZB-Chefvolkswirt Peter Praet hatte allerdings zuletzt in einem Interview mit der „Börsen-Zeitung“ Überlegungen geäußert, die in eine ähnliche Richtung gehen.

Die EZB will auf ihrer nächsten geldpolitischen Sitzung am 22. Januar über ihren Kurs entscheiden. EZB-Präsident Mario Draghi und weitere führende Notenbanker hatten die Tür für umfangreiche Staatsanleihenkäufe bereits weit geöffnet.

Die Vorbereitungen für gegebenenfalls notwendige zusätzliche Maßnahmen liefen, hatte Draghi jüngst erklärt.

Von

rtr

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Karsten Schiefelbein

06.01.2015, 15:18 Uhr

Zitat:
"Eine zweite Option bestünde darin, nur Länderbonds mit dem Spitzenrating „AAA“ zu erwerben, womit deren Renditen in Richtung Null oder gar in den negativen Bereich getrieben würden. Dies soll Investoren dazu bewegen, riskantere Länder- und Unternehmens-Anleihen zu erwerben."

Das ist doch einfach nur noch krank.
5-jährige deutsche Staatsanleihen rentieren bereits heute bei rund 0,02%. Ist das also immer noch zu hoch?

Herr Stephan Fischer

06.01.2015, 17:09 Uhr

Artikel 123 des AEU-Vertrags verbietet den Kauf von Staatsanleihen durch die EZB. Offenbar plant man EU-Verträge vorsätzlich zu brechen. Welchen Sinn machen diese EU-Verträge dann überhaupt?

Account gelöscht!

07.01.2015, 13:39 Uhr

Die Europäische Zentralbank (EZB) prüft einem Medienbericht zufolge bei ihren Plänen für einen Kauf von Staatsanleihen im großen Stil drei verschiedene Szenarien.



------------------------------------------------------

Den EU-Bürger verkauft dann die EZB die Staatsanleihen weiter...

als Moderne und interessante alternative zu Wandtapeten.



Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×