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21.08.2015

09:33 Uhr

Kauflaune in Deutschland

Griechenland und China drücken aufs Konsumklima

Die Krisen in Griechenland und China drücken auf das Konsumklima in Deutschland. Die Kauflaune der Verbraucher ging im August leicht zurück. Das Vertrauen in das deutsche Wachstum ist aber nach wie vor gegeben.

Die Kauflaune der Verbraucher ist im August leicht zurückgegangen. dpa

Konsumklimastudie

Die Kauflaune der Verbraucher ist im August leicht zurückgegangen.

NürnbergDie Konsumfreude der Verbraucher hat sich im August leicht abgeschwächt. Die Stimmung der Verbraucher sei etwas verhaltener als noch im Vormonat, heißt es in der am Freitag in Nürnberg veröffentlichten GfK-Konsumklimastudie. Trotz der Einigung im Schuldenstreit mit Griechenland seien die Konjunkturerwartungen zum dritten Mal in Folge zurückgegangen.

Sie wirkten sich demnach auch abschwächend auf die Anschaffungsneigung und die Einkommenserwartung aus. Laut GfK belastete zudem der leichte Anstieg der Sparneigung das Konsumklima.

Der GfK-Konsumklimaindex liegt nach 10,1 Zählern im August im September voraussichtlich bei 9,9 Punkten. „Trotz des Rückgangs kann man nicht davon sprechen, dass der Konsummotor nun ins Stottern gerät oder sogar abgewürgt würde“, teilten die Forscher mit. Der Indikator befinde sich weiterhin auf hohem Niveau.

Fünf Gründe für Deutschlands Aufschwung

Starker Konsum

Weil Sparen sich wegen der Mini-Zinsen nicht lohnt, tragen die Verbraucher ihr Geld in die Geschäfte oder reisen viel. Löhne und Gehälter steigen zudem weiter kräftig.

Billiges Öl

Der Rückgang der Rohölpreise um nahezu die Hälfte seit dem Sommer 2014 entlastet Unternehmen und Verbraucher. Dies wirkt wie ein kostenloses Konjunkturprogramm.

Schwacher Euro

Die Exporteure jubeln, weil der im Verhältnis zum US-Dollar extrem schwache Euro Ausfuhren außerhalb des Euroraums günstiger macht.

Boom in den USA

Die US-Wirtschaft brummt – und die Amerikaner schätzen Waren „made in Germany“, gerade Luxusautos und Maschinen.

Job-Motor

Auf dem Arbeitsmarkt jagt ein Beschäftigungsrekord den nächsten. Bald dürften über 43 Millionen Deutsche erwerbstätig sein – das gibt Sicherheit und stützt den Aufschwung.

Die Erwartungen der Verbraucher an die Konjunkturentwicklung gingen zurück. Dennoch rechneten die Deutschen nach wie vor mit einem Wirtschaftswachstum in diesem Jahr. Da sich aber in China das Wirtschaftswachstum abzuschwächen beginne, bleibe abzuwarten, ob die deutschen Exporte in den nächsten Monaten robust blieben.

Im Sog der rückläufigen Konjunkturerwartungen sinkt laut GfK auch die Erwartung der Konsumenten an das eigene Einkommen. Sie sei aber dennoch ebenfalls auf hohem Niveau. Die Verbraucher rechneten weiterhin damit, dass sich ihre persönliche finanzielle Lage verbessern werde. Grund sei die „sehr robuste Beschäftigungslage, die zudem Raum für ansehnliche Einkommenszuwächse der Arbeitnehmer bietet“. Allerdings geht die Anschaffungsneigung laut GfK bereits den dritten Monat in Folge zurück.

Von

afp

Kommentare (2)

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Herr Walter Gerhartz

21.08.2015, 13:09 Uhr

Frau Wagenknecht hat bezüglich der Abschaffung des EUROS ganz einfach Recht
-
das muss man anerkennen, auch wenn man kein Sympathisant der Linken ist. Eine Einheitswährung, die Länder mit völlig unterschiedlicher Wirtschaftskraft, Produktivität und Mentalität ("Hartwährungsländer" vs. "Weichwährungsländer") auf ein einheitliches Inflationsziel zusammenzwingen will, kann nicht funktionieren - zumindest nicht ohne Transferleistungen in Höhe von mehreren Billionen Euro. - Die reformwilligen und wettbewerbsstarken Länder werden die reformunwilligen und wettbewerbsschwachen Ländern an die Wand drücken - so wie das seit mehreren Jahren in der Eurozone zu besichtigen ist. Von Deutschland zu verlangen, dass es seine Wettbewerbsstärke reduziert ist völliger Schwachsinn. Die wesentlichen Wettbewerber Deutschlands sitzen außerhalb der Eurozone und wenn Deutschland seine Wirtschaft auch noch nach unten ziehen lässt, dann kann man die Eurozone sowieso dicht machen. Die Finanzkrise in Kombination mit dem Euro und dem niedrigen Ölpreis führt zu gigantischen Fehlentwicklungen. - Durch die Niedrigzinspolitik der EZB versucht Goldman Sachs-Mann Draghi zu vertuschen, dass die Südländer der Eurozone de facto völlig überschuldet sind, und schanzt den Banken zig-Milliardengewinn zu. Die deutsche Wirtschaft profitiert durch die Niedrigzinspolitik, ohne gezwungen zu sein, ihre Produktivität weiter zu verbessern. Das wird sich sehr bald rächen. Die Dummen sind mal wieder die kleinen Leute, die für ihre mühsam erarbeiteten Spargroschen nur noch Mickerzinsen bekommen.

Herr Peter Noack

21.08.2015, 17:48 Uhr

Der Konsumklimaindex der GfK ist um sagenhafte 0,2 Prozent oder zwei Zehntel Punkte gesunken. Wie viele Käufe werden die Deutschen jetzt verschieben? Werden die nun Milliarden mehr sparen? Wie hoch ist der Umrechnungskurs von Kauflaune in Käufe? So lange es darauf keine Antwort gibt, sind alles nur noch LÜGEN.

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