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19.05.2014

10:45 Uhr

Kein Zweifel an Draghi

Volkswirte rechnen fest mit EZB-Stimulus

Laut einer Umfrage rechnet die Mehrheit der Volkswirte im Juni mit einer Lockerung der Geldpolitik. Zusätzlich hoffen Investoren auf eine Konjunkturförderung und einen schwächeren Euro.

Die Euro-Skulptur  vor der Zentrale der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt. Vor fast einem Jahr sagte EZB-Präsident zu, die Erholung des Euroraums mit niedrigen Zinsen zu stützen. dpa

Die Euro-Skulptur vor der Zentrale der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt. Vor fast einem Jahr sagte EZB-Präsident zu, die Erholung des Euroraums mit niedrigen Zinsen zu stützen.

Schwaches Wachstum, zu niedrige Inflation: Laut Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank fühlen sich die Währungshüter wohl dabei, im kommenden Monat zu handeln. Und so rechnen 90 Prozent der Volkswirte, die an der monatlichen Umfrage der Finanznachrichtenagentur Bloomberg teilgenommen haben, dass im Juni die Geldpolitik gelockert wird. Die Investoren hoffen auf zusätzliche Konjunkturförderung und einen schwächeren Euro.

Umso größer wäre ihre Enttäuschung, sollte Draghi nicht liefern. Fast ein Jahr nachdem der EZB-Präsident zusagte, die Erholung des Euroraums mit niedrigen Zinsen zu stützen, ist das Wachstum mittelmäßig und die Inflation weniger als halb so hoch wie von der EZB angestrebt. Damit steigt die Erwartung, dass die Notenbank energischer auftritt und radikale Schritte einleitet - von einem negativen Einlagensatz bis zum Ankauf von Aktiva.

„Draghi hat sich eindeutig im voraus festgelegt“, sagte Elwin de Groot, Volkswirt bei der Rabobank in Utrecht. „Wie jeder Notenbanker wissen dürfte, riskiert er seinen Ruf - und eine erhebliche Aufwertung des Euro - wenn die EZB im Juni die Ankündigung nicht erfüllt.“ In der Bloomberg-Umfrage rechneten 47 von 52 Teilnehmern für die nächste Sitzung des EZB-Rats am 5. Juni in Frankfurt mit einer Lockerung der Geldpolitik. 88 Prozent - so viele wie noch nie - bescheinigten den seit Juli in jedem Monat getroffenen Aussagen Draghis über das zu erwartende Zinsniveau die beabsichtigte Wirkung. Im September, als die Frage erstmals in die monatliche Erhebung aufgenommen wurde, vertraten nur 48 Prozent diese Auffassung.

Die Frage ist nicht mehr ob, sondern wie die EZB handelt

Über 60 Prozent deuteten seine Äußerungen im Anschluss an die Ratssitzung vom 8. Mai als Absichtserklärung. Die Währungshüter seien unzufrieden mit dem Inflationsausblick, und fühlten sich wohl dabei, beim nächsten Mal zu handeln, sagte Draghi bei dieser Gelegenheit. „Die Zeiten, in denen man sich niemals im voraus auf geldpolitisches Handeln festlegte, sind vorbei”, sagte Duncan de Vries, Volkswirt bei NIBC Bank NV in Den Haag. „Die einzige Ungewissheit, die am Markt noch besteht, ist die Frage, welche Maßnahmen die EZB nächsten Monat ergreifen wird.“

Niedrige Inflation: Wie reagiert die EZB?

Was spricht für ein Eingreifen der EZB?

Die Inflation im Euro-Raum lag im Mai bei 0,5 Prozent – und damit weit entfernt von der Zielmarke der EZB von nahe zwei Prozent. Die Entwicklung erhöht den Druck auf die EZB, die Zinsen niedrig zu halten oder noch unter das Rekordtief von 0,25 Prozent zu senken. EZB-Präsident Mario Draghi hatte betont, die Notenbank werde sich notfalls entschieden gegen einen Preisverfall stemmen.

Warum sind sinkende Preise schlecht?

Für Verbraucher sind sinkende Preise zunächst erfreulich, schließlich bekommt man mehr für sein Geld. Die Gefahr ist, dass eine Abwärtsspirale in Gang kommt, wenn die Preise auf breiter Front fallen. Ökonomen nennen das Deflation. Unternehmen und Verbraucher könnten dann Investitionen hinauszögern - in der Erwartung, dass es in den nächsten Monaten noch günstiger für sie wird. Das könnte die ohnehin noch fragile Erholung der Konjunktur in Europa abwürgen.

Wie real ist die Deflations-Gefahr?

„Eine handfeste Deflation ist in der Eurozone eine sehr weit entfernte Gefahr“, meint Berenberg-Volkswirt Christian Schulz. Das betont auch regelmäßig das EZB-Spitzenpersonal. Bundesbankpräsident Jens Weidmann hatte Mitte März erklärt, er halte die Risiken von Preis- und Lohnrückgängen auf breiter Front im Euroraum für sehr begrenzt.

Was kann die EZB tun?

Bei den Zinsen hat die EZB den Boden fast erreicht. Mit einem Leitzins von 0,25 Prozent ist Zentralbankgeld für die Banken im Euroraum bereits extrem günstig. Ob eine weitere Zinssenkung die Geldinstitute dazu bewegen würde, mehr Kredite zu vergeben und so die Wirtschaft anzukurbeln, ist umstritten. Denkbar wäre, dass die EZB den Zins für Geld, das Geschäftsbanken bei der Notenbank parken, unter Null senkt. Theoretisch möglich wäre auch, dass die EZB in großem Stil Staatsanleihen aufkauft.

Bringen noch niedrigere Zinsen überhaupt etwas?

Theoretisch animiert das billige Geld Unternehmen zum Investieren und Verbraucher zum Konsumieren - beides kurbelt die Konjunktur an und erhöht so den Preisauftrieb. Doch gerade in den kriselnden Eurostaaten in Südeuropa blieb die Kreditvergabe zuletzt schwach. Nach Einschätzung des Bundesverbandes Deutscher Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) kann die EZB mit noch billigerem Geld dagegen so gut wie nichts ausrichten.

Von den 47 Volkswirten, die mit geldpolitischen Maßnahmen rechnen, erwarten 29 gleichzeitig eine Senkung des Hauptrefinanzierungssatzes von derzeit 0,25 Prozent sowie des Einlagensatzes von derzeit null Prozent. Damit wäre die EZB die erste bedeutende Notenbank, die Banken Gebühren für Übernacht-Einlagen abverlangt. Dänemark beendete ein entsprechendes Experiment im April. In einer vergangene Woche veröffentlichten separaten Umfrage sagten 39 Volkswirte im Median eine Senkung des EZB- Leitzinssatzes um 10 Basispunkte auf 0,15 Prozent voraus. Dreizehn Prozent der Teilnehmer an der Monatsumfrage erwarten, dass Draghi die Sterilisierung von Anleiheankäufen aus der Zeit der Krise aussetzen wird. Damit würden dem Finanzsystem rund 170 Mrd. Euro zugeführt. Von einer Ausweitung der langfristigen Kredite an Banken gehen nur acht Prozent der Umfrageteilnehmer aus. Ebenso hoch ist der Anteil derer, die ein Programm zum Ankauf von Aktiva kommen sehen.

Kommentare (9)

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Account gelöscht!

19.05.2014, 10:52 Uhr

Mich erinnert das an einen Film, wo selbst die Planken auf dem Schiff verfeuert wurden, damit der Kessel unter Druck bleibt. Die EZB verfeuert alles, damit die "heiligen Kühe" Dow Jones und Nasdaq weiter als Blase wachsen können mit neu gedrucktem Geld.

Das ist Draghis einzige Sorge. Obwohl wir Inflation 4 % haben, wird eine "Deflationsgefahr" als Lüge herbeigeredet, damit neues Geld gedruckt wird oder Schrott-Staatsanleihen gekauft werden von der EZB. Draghi ist Goldman Sachs Banker - ein Zufall ? Wohl kaum.

Denn die FED in den USA ist eine Privatbank, die als einzige Geld drucken darf. Wem gehört die FED ? Den Grossbanken in den USA, Goldman Sachs und co. Wenn die Geld brauchen um weiter ihre eigenen Aktien zu kaufen (künstliche Hausse), bekommen FED und EZB den Auftrag Geld zu drucken.

1. die FED gibt neue US-Staats-Anleihen aus, die sie gleich mittels frisch gedrucktem Geld an sich selber verkauft. Für die Staats-Anleihen haftet der US-taxpayer.
2. das Geld kann jetzt billigst an die Banken verliehen werden zu 0 Prozent Zinsen.
3. anschliessend verkauft die FED auch noch die US-Staats-Anleihen auf dem Sekundärmarkt bei einer Auktion für 0,5 % als 10-jährige Anleihe.

Also die FED macht doppelten Gewinn, die Schulden aber liegen beim US-taxpayer (Steuerzahler). Wenn wir Euro-Bonds hätten, würde Herr Draghi es genauso machen. Bisher kann er aber zum Glück KEINE Euro-Bond-Anleihen ausgeben. Allerding Schrott-Anleihen maroder Staaten beliebig aufkaufen schon, wie er angedroht hat (1 Billion im Jahr auf Steuerzahlers Kosten) ! Die Schuldner der Staats-Anleihen in Europa sind die einzelnen EU-Staaten, das ist der Unterschied zur FED in den USA.

Dieses Gelddrucken kommt einer Heroin-Infusion für einen Suchtkranken gleich. Nein, er muss in eine Entzugsklinik ! Stoppt Draghi ! ALTERNATIVE gibt es auf dem Wahlzettel !

Account gelöscht!

19.05.2014, 10:55 Uhr

Die "Pseudo-Konservativen" mit Juncker und die "Sozialisten" mit M.Schulz bilden im EU-Parlament eine "Grosse Koalition" bei Abstimmungen. Also bitte BEIDE ZUSAMMEN UNTER 50 % drücken !! Sonst geht die Ausplünderung Deutschlands weiter.

CDU und SPD sparen immer weiter an der Polizei, kein Geld, keine Leute, keine Ausrüstung, keine Zeit um Einbrüche aufzuklären.

++++ Keine Stimme für CDU oder SPD am 25. Mai !!!! ++++

"Immer mehr Fälle am helllichten Tag Polizei registriert Zehntausende Einbrüche

Die Zahl der Einbrüche steigt in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr drastisch an. Im nationalen Vergleich sind dabei jedoch deutliche Unterschiede erkennbar: In einigen Bundesländern nehmen Diebstähle bisweilen sogar um bis zu 30 Prozent zu."

http://www.n-tv.de/panorama/Polizei-registriert-Zehntausende-Einbrueche-article12833256.html

Frau Merkel lässt Deutschland "im Inneren" verwahrlosen. Das gehört zu ihrer Einschüchterungs-Politik. "Schleusen auf" ist ihre Parole damit wir uns vorkommen wie in einer kühlen Bahnhofshalle und kein "Heimatgefühl" aufkommt. Das könnte ja die Toleranz gefährden. Parallel täglich die Nazi-Keule als Hitlerfilm auf den GEZ-Sendern, n-tv und N24. Schuldgefühle als Toleranz-Keule.

Das Steuergeld für Ausbau der Polizei ist da, aber es fliesst in den ESM, als EU-Abgaben (960 Milliarden in den nächsten 7 Jahren) usw.

Frau Merkel mit De Maizaire als Innen-Minister ist nur auf "Abtauch-Station". Eigentlich haben wir garkeine Regierung.

Ein Skandal ist auch, dass von den Bundesländern Landes-Gelder als "Kampf gegen Rechts", was immer das auch heisst, an die linken "Antifa"-Schläger überwiesen wird um AfD-Wahlkämpfe zu stören. Links-Extremismus wird staatlich finanziert in Deutschland. Schweinerei ist das !

Account gelöscht!

19.05.2014, 10:56 Uhr

+++ AfD-Wahlkampfauftritt in Frankfurt von Links-Autonomen Gewalttätern gestört +++

Ein Skandal ist auch, dass von den Bundesländern Landes-Gelder als "Kampf gegen Rechts", was immer das auch heisst, an die linken "Antifa"-Schläger und Links-Autonome überwiesen wird. Links-Extremismus wird staatlich finanziert in Deutschland. Schweinerei ist das !

Mit Steuergeld wird staatlich geförderte linke Gewalt finanziert in Deutschland. Auch zum Leid der Polizei, die das auch immer ausbaden muss.

Ein SKANDAL ist das Frau Merkel !!

Hans-Olaf Henkel von Chaoten angegriffen, siehe Video

http://www.youtube.com/watch?v=5_mHpw_oky8

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