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27.02.2014

20:57 Uhr

„Keine Deflationsgefahr“

EZB-Chef Draghi wirbt für Inflation

Dauerhaft niedrige Inflation? EZB-Chef Mario Draghi warnt eindringlich vor diesem Szenario. Vor allem die Staatsverschuldung würde dann zum Problem. Vor einer Deflation hingegen hat Draghi gar keine Angst.

EZB-Präsident Mario Draghi: Deflation ist keine Gefahr. Reuters

EZB-Präsident Mario Draghi: Deflation ist keine Gefahr.

FrankfurtEZB-Präsident Mario Draghi hat vor einer dauerhaft niedrigen Teuerungsrate gewarnt. „Wenn die Inflation für eine längere Zeit niedrig bleibt, ist das natürlich ein Risiko an sich“, sagte Draghi am Donnerstagabend bei einer Veranstaltung der Bundesbank in Frankfurt. So mache es eine höhere Inflation Staaten grundsätzlich leichter, ihre Schuldenberge abzubauen.

Zugleich dämpfte Draghi Ängste vor einer Abwärtsspirale aus sinkenden Verbraucherpreisen und schwachem Wirtschaftswachstum. „Wir befinden uns definitiv nicht in einer Deflation.“ Voraussetzung dafür wären fallende Preise auf breiter Front - dies gilt volkswirtschaftlich als große Gefahr. Bislang gibt es laut dem Notenbank-Chef aber keine Anzeichen dafür, dass Konsumenten ihre Ausgaben aufschieben und so die Wirtschaft abwürgen.

Im Januar hatte die Inflationsrate im Euroraum bei 0,8 Prozent gelegen. Unter die Schwelle von 1,0 Prozent war sie im Oktober 2013 gefallen. Damit liegt sie seit längerem weit entfernt vom Zielwert der Europäischen Zentralbank (EZB) von knapp zwei Prozent. Am Freitag (28.2.) wird für den Euroraum die erste Schätzung für die Preisentwicklung im Februar erwartet. Einige Volkswirte rechnen damit, dass die EZB ihre Zinsen bald weiter senken wird, um sich gegen deflationäre Risiken zu stemmen.

Von

dpa

Kommentare (10)

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Account gelöscht!

27.02.2014, 21:09 Uhr

Die Erzeugerpreise fallen doch schon. Danach kommen die Verbraucherpreise dran. Die Kaufkraftverluste durch Niedriglöhne und steigende Rentnerzahlen sind außerdem unübersehbar.

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28.02.2014, 07:49 Uhr

Zitat: So mache es eine höhere Inflation Staaten grundsätzlich leichter, ihre Schuldenberge abzubauen.


Da hätte ich einen Tip, wie D seine Staatsschulden schnell abbauen könnte:


Raus aus dem €, DM einführen, und die Aufwertung derselben über Gelddrucken und damit € kaufen (Methode Schweizer Franken) im Zaum halten.


Mit den gekauften €s werden dann die Staatsschulden (die ja weiterhin Schulden in € sind) abgebaut.


Das hat noch den zusätzlichen Charme, dass die Restschulden dann, aufgrund der steigenden Kreditwürdigkeit Deutschlands, zu weiterhin niedrigen Zinsen refinanzierbar bleiben.


Eine gewisse Aufwertung der DM sollte man allerdings zulassen (senkt ja schließlich auch den realen €-Schuldenstand), um dem "Gesetz zur Förderung der Stabilität und des Wachstums der Wirtschaft" endlich genüge zu tun und die exorbitanten Leistungsbilanzüberschüsse (1,6 Bio. € seit 2002, der Einführung des € als Bargeld) abzubauen. Das würde dann auch die Kaufkraft der (komisch, auch seit der €-Einführung?) lohngedumpten deutschen Arbeitnehmer aufgrund sinkender Importpreise endlich mal wieder anheben.


Und komme mir keiner mit „Wettbewerbsfähigkeit“. Das Schweizer Franken – Währungsgebiet und Höchstlohnland Schweiz hat 2013 2% Wirtschaftswachstum aufgewiesen. Der Exportüberschussweltmeister Deutschland 0,4%.


Vielleicht sollte man das mal Draghi vorschlagen? Könnte mir allerdings vorstellen, dass der anschließend ein Sauerstoffzelt benötigt .....

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28.02.2014, 07:58 Uhr

Es gibt aber auch hunderte von Wirtschaftswissenschaftler die eine andere, teilweise entgegengesetze Meinung vertreten als die von H. Draghi.
Aber ich fürchte, daß Herr Draghi wie auch in der Vergangenheit, nach "Gutsherrenart" seine Ideen durchsetzen wird. Die äußerst schwachen Staaten in Südeuropa werden kaum widersprechen. Also kann H. Draghi wieder das Geld verschenken, sorry, verleihen.

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