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12.12.2014

12:41 Uhr

Keine Inflation

In Spanien fallen die Preise immer schneller

Die EZB möchte die Inflation ankurbeln und fürchtet ein zurückhaltendes Konsumverhalten. In Spanien ist von Inflation noch keine Spur: Die Preise fallen und der Konsum legt zu. In Italien ist die Lage sehr ähnlich.

Eine spanische Euro-Münze. Die Inflation in Spanien zieht nicht an. Im Gegenteil: Die Preise fallen seit Monaten. dpa

Eine spanische Euro-Münze. Die Inflation in Spanien zieht nicht an. Im Gegenteil: Die Preise fallen seit Monaten.

MadridDie Preise in Spanien fallen immer stärker und sorgen damit für zunehmende Deflationssorgen in der Euro-Zone. Die Inflationsrate lag im November bei minus 0,4 Prozent, wie das Statistikamt in Madrid am Freitag mitteilte. Im Oktober waren die Preise zum Vorjahr nur um 0,1 Prozent gesunken. Klammert man die schwankungsanfälligen Preise für Energie und Nahrungsmittel aus, verbilligten sich Güter und Dienstleistungen im November jedoch nur minimal - um 0,1 Prozent. Dennoch dürfte die Europäische Zentralbank (EZB) mit Sorge auf die Entwicklung in der viertgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone schauen, in der die Preise nunmehr seit fünf Monaten in Folge fallen. Sie strebt für den Währungsraum eine Teuerungsrate von knapp zwei Prozent an und erwägt den Ankauf von Staatsanleihen in großen Stil, um die Inflation anzuheizen.

Die EZB will auf jeden Fall verhindern, dass eine Abwärtsspirale aus fallenden Preisen und sinkenden Löhnen entsteht, die zu einem zurückhaltenden Konsumverhalten der Verbraucher und geringerer Investitionsbereitschaft der Firmen führt. Eine solche Deflation kann eine Wirtschaft lähmen, wie das Beispiel Japan gezeigt hat.

Danach sieht es in Spanien derzeit aber nicht aus, da die Sparquote sinkt und die Verbraucher mehr ausgeben. Auch weil sie beim Tanken und Heizen nun nicht mehr so tief in die Tasche greifen müssen, denn der stark gesunkene Ölpreis dämpft die Energiekosten. Viele Experten rechnen damit, dass die Verbraucherpreise in Spanien auch im kommenden Jahr sinken werden.

In Italien droht eine ähnliche Entwicklung: In der drittgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone steigen die Preise kaum noch. Sie zogen im November lediglich um 0,3 Prozent an.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Herr Otto Pankrath

12.12.2014, 14:05 Uhr

das soll mal einer verstehen...

Grund für die Krise in den südlichen Ländern Europas ist neben der Bankenkrise und Schuldenkrise, dass die Löhne mit Einführung des Euro überdurchschnittlich stark gestiegen sind. Dadurch verloren die Länder an Wettbewerbsfähigkeit und konnten ihre Produkte nicht mehr im Ausland verkaufen.
Die sinnvollste Lösung wäre also die Lohn und Preissteigerungen der letzten Jahre zurückzunehmen. Das sieht die EZB nun aber als Problem an, weil damit das 2% Ziel verfehlt würde.
Kurzfristig jedoch könnte eben darin die Lösung für die Süd-Euro-Länder liegen.
Damit werden auch für uns Deutsche Spanische und Italienische oder Griechische Erzeugnisse wieder günstiger und die Importe hierzulande sollten wieder steigen.

Wo also liegt das Problem der EZB?

Herr Thomas Podgacki

12.12.2014, 17:59 Uhr

Sie strebt für den Währungsraum eine Teuerungsrate von knapp zwei Prozent an und erwägt den Ankauf von Staatsanleihen in großen Stil, um die Inflation anzuheizen.

Hier läuft was konträr wie es gelehrt wurde.
Fallende Preise seit 5 Monaten bei steigendem Konsum
= Deflation?
oder nur eine Korrektur der Lohn - Preisgestaltung

Anleihenkauf im großen Stil soll das Allheitmittel sein.
Sieht eher nach Rat - und Hilflosigkeit der EZB aus.

Schönen Abend noch.

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