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03.04.2014

11:23 Uhr

„Klein aber zielgerichtet“

Chinas Regierung beschließt Wachstumspaket

Mit Steuererleichterungen und weiterem Ausbau des Schienennetzes möchte China seine Konjunktur ankurbeln. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua wird Peking in diesem Jahr noch weitere Wachstumspläne vorstellen.

Bewertet das Wachstumspaket positiv: Merrill Lynch, Tochtergesellschaft der Bank of America. Reuters

Bewertet das Wachstumspaket positiv: Merrill Lynch, Tochtergesellschaft der Bank of America.

PekingDie chinesische Regierung will mit einer Reihe kleinerer Maßnahmen die schwächelnde Wirtschaftsentwicklung stützen. Das Kabinett in Peking erklärte am späten Mittwochabend, Steuererleichterungen für kleinere Unternehmen würden bis Ende 2016 verlängert. Außerdem sollten in diesem Jahr 6600 Kilometer an neuen Schienen in Betrieb genommen werden, 1000 Kilometer mehr als 2013. Ein neuer Eisenbahn-Fonds soll jährlich mit 200 bis 300 Milliarden Yuan (23 bis 35 Milliarden Euro) gefüllt werden. Auch Investitionen in arme Stadtbezirke sollen gefördert werden.

Die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete mit Berufung auf Regierungsbeamte, Peking werde in diesem Jahr noch weitere Pläne für mehr Wachstum vorstellen. Unter anderem sollten Unternehmen unterstützt und der inländische Konsum sowie die Schaffung von Arbeitsplätzen angekurbelt werden.

Die deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen

Handelsvolumen

China ist der nach Frankreich und den Niederlanden der größte Handelspartner Deutschlands. 2013 wurden Waren im Wert von mehr als 140 Milliarden Euro ausgetauscht. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) geht davon aus, dass China in etwa zehn Jahren zum Handelspartner Nummer eins aufsteigen wird.

Exporte

Die Exporte nach China summierten sich 2013 auf rund 67 Milliarden Euro. Exportschlager sind Maschinen, Fahrzeuge und chemische Produkte. Für Unternehmen wie Audi ist China bereits der wichtigste Absatzmarkt.

Importe

Die Chinesen schickten 2013 Waren im Wert von gut 73 Milliarden Euro hierher und damit etwa viermal so viel wie 2000. Vor allem Computer, Handys und Elektronik liefert der Exportweltmeister nach Deutschland. Weitere Verkaufsschlager sind Bekleidung und elektrische Ausrüstungen.

Investitionen

Mehr als 26,5 Milliarden Euro haben deutsche Unternehmen bislang in China investiert. Etwa 4000 Firmen sind dort aktiv. Allein 2012 stiegen die deutschen Investitionen in der Volksrepublik um 28,5 Prozent auf 1,45 Milliarden Dollar. Umgekehrt zieht es immer mehr Chinesen nach Deutschland. 98 Unternehmen siedelten sich 2012 hierzulande neu an - China ist damit Auslandsinvestor Nummer drei, nach den USA und der Schweiz. 2000 Unternehmen sind inzwischen hier ansässig.

Zuletzt hatten sich in China mehrere Wirtschaftsindikatoren schlechter entwickelt, darunter die Industrieproduktion und die privaten Ausgaben. Das nun beschlossene Wachstumspaket sei zwar vom Umfang her klein, aber zielgerichtet, erklärten die Ökonomen Qu Hongbin und Sun Junwei in einer Analyse. Auch Lu Ting und Sylvia Sheng von Bank of America Merrill Lynch bewerteten die Beschlüsse positiv.

China peilt für das laufende Jahr ein Wirtschaftswachstum von 7,5 Prozent an. 2013 war das chinesische Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 7,7 Prozent gewachsen - genau wie 2012. Zuletzt hatte die Wirtschaft 1999 so wenig zugelegt - in den Jahren danach verzeichnete China oft zweistellige Wachstumsraten.

Das chinesische BIP ist das zweitgrößte der Welt nach dem der USA. Die Regierung in Peking will die vergleichsweise sehr hohen staatlichen Wirtschaftsinvestitionen zurückzufahren und Verbrauchern und privaten Unternehmern mehr Gewicht verleihen.

Von

afp

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